Das iPad Air
Deutlich leistungsfähiger: iPad Air (re.) beim Geekbench-Test im Vergleich zum iPad 4. © Bild: Nina Prazak
 

iPad Air vs. iPad: Zahlt sich der Umstieg wirklich aus?

Vergleichstest: Das neue iPad Air gegen das Vorgängermodell und eine Antwort auf die Frage, ob eine Aufrüstung sein muss.

24.02.2014 Online Redaktion

Leichter und stärker soll die jüngste Version des Apple-Tablet im Vergleich zum Vorläufer sein. In der Praxis zeigt sich, dass vor allem die „Handheld“-Eigenschaft ein großes Plus ist. Nun macht Lesen auch mit dem iPad Spaß.

Das iPad Nummer fünf von Apple hat den Zusatz „Air“ bekommen und soll – no na – auch die Besitzer eines „alten“ iPad zum Umstieg, also zum Neukauf, motivieren. Selbst wenn das Vorgängermodell erst wenige Monate oder gar nur Wochen alt ist. Die Unterschiede sind aber überschaubar und rasch aufgezählt: Etwas leichter, leistungsfähiger und ausdauernder als das iPad 4 soll das neue Modell sein.

In einem Praxistest wollen wir herausfinden, ob ein solcher Neukauf tatsächlich Sinn macht. Dazu haben wir ein iPad 4, gekauft im August 2013, mit einem neuen iPad Air verglichen (Modelle ohne SIM-Slot, 16 GB).

Anmerkung: Ein iPad Air wurde uns für einen Test über einige Tage vom Apple-Händler mcworld zur Verfügung gestellt.

Punkt eins: Das Gewicht

Schon beim Auspacken des iPad Air fällt auf: Das Ding ist merkbar leichter geworden. Es wirkt rund 470 Gramm (Wlan-Modelle), das „alte“ Tablet ist ab circa 650 Gramm schwer. Der Unterschied wiegt zwar nicht mal 200 Gramm, doch das macht sich sofort bemerkbar, vor allem beim einhändigen Halten des Geräts. Im Gegensatz zum iPad 4 macht damit beispielsweise das Lesen von E-Books Sinn, denn die Hand fühlt sich nicht nach wenigen Minuten an, als hätte man eben schwere Hantelübungen vollführt.

Leicht zu halten: Das neue iPad Air. © Bild: Nina Prazak

Leicht zu halten: Das neue iPad Air. © Bild: Nina Prazak

Die Gewichtsreduktion geht einher mit einer Verringerung der Dicke des Tablets: Das iPad Air ist nun knapp zwei Millimeter dünner als das Vorgängermodell, nämlich 7,5 Millimeter im Vergleich zu 9,4 Millimeter. Es ist auch rund 15 Millimeter schmäler geworden.

Der Bildschirm hat sich damit aber nicht geändert: Dieser ist nach wie vor 9,7 Zoll groß (knapp 25 Zentimeter Diagonale). Die Auflösung beträgt 2048 mal 1536 Bildpunkte, in der Praxis bleibt das Retina-Display des iPad besonders bei Gebrauch in Räumen das Nonplusultra. Die Besonderheit: Auch bei Betrachtung des Displays aus einem schrägen Blickwinkels sind Bilder noch gut erkennbar. Das Manko bleibt erhalten: Im Freien ist das iPad wegen der starken Spiegelungen am Display nur bedingt einsetzbar.

Leistungssteigerung

Wichtig sind natürlich auch die inneren Werte: Apple hat das iPad Air mit dem neuen A7-Chip ausgerüstet, der deutlich leistungsfähiger sein soll als der A6X im iPad 4. Wir haben dazu entsprechende Benchmark-Tests mit der App „Geekbench“ durchgeführt. Das Ergebnis war durchaus überraschend, weil eindrucksvoller als gedacht: Das neue iPad Air war jeweils doppelt so stark wie das Vorgängermodell.

Etwas dünner geworden: iPad Air (re.) im Vergleich zum iPad 4. © Bild: Nina Prazak

Etwas dünner geworden: iPad Air (re.) im Vergleich zum iPad 4. © Bild: Nina Prazak

Dieses Ergebnis wurde beim Praxistest bestätigt: Selbst beim Öffnen vieler, durchaus die Rechenleistung herausfordernder Programme reagierte das „Air“ rasch. Die Unterschiede zum Vorgängermodell werden sich indes bei normalem Gebrauch kaum erschließen. Aber es ist gut zu wissen, dass ausreichend Kraft vorhanden ist. Insgesamt trägt natürlich auch die feine Abstimmung zwischen Soft- und Hardware zum iPad-Erlebnis bei. Man merkt einfach, dass hier alles aus einem Guss ist. Ein Absturz von Apps passiert sehr selten, auch weil die Programme handverlesen sind und kaum Schrott vorhanden ist wie im Play Store von Google.

Aufpassen heißt es bei der Verwendung von SIM-Karten: Das neue iPad Air braucht Nano-SIMs, das iPad 4 verwendet Micro-SIMS. Ein Umtausch ist allerdings beim Mobilfunkprovider leicht möglich, selbst sollte man nicht an den SIM-Karten herumschnipseln.

Deutlich leistungsfähiger: iPad Air (re.) beim Geekbench-Test im Vergleich zum iPad 4. © Bild: Nina Prazak

Deutlich leistungsfähiger: iPad Air (re.) beim Geekbench-Test im Vergleich zum iPad 4. © Bild: Nina Prazak

Das iPad Air hat auch einen neuen Akku bekommen, doch bei unserem Test waren die Unterschiede nur minimal. Rund einen ganzen Tag schafft es das Air bei mittelmäßiger Verwendung, dann muss es angesteckt werden.

Fazit: Ja, aber….

Was also ist die Erkenntnis des Tests? Ein Umstieg vom iPad 4 auf das iPad Air macht Sinn, wenn man das Gerät wirklich oft nutzt, beispielsweise als E-Book-Reader – speziell bei dieser Verwendung wirkt sich das geringere Gewicht aus. Bildschirm und Kamera sind gleich geblieben, das neue Apple-Tablet ist aber deutlich leistungsfähiger geworden, was indes eher nur bei intensiver Nutzung bemerkbar ist. Das Betriebssystem iOS 7 läuft bei beiden Geräten ausgesprochen gut.

Und der Preis

Bleibt die Frage nach dem Preis: Das iPad Air kostet ab circa 470 Euro (16GB-Version, ohne SIM, aktuelle Preise u.a. via geizhals.at), das Vorgängermodell derzeit schon ab ca. 400 Euro.

Update: Laut idealo.at ist das iPad Air nun schon ab rund 465 Euro zu bekommen.

Es ist aber zu erwarten, dass die Preise fürs Vierer-Modell (meist angepriesen als „iPad mit Retina-Display“) in den kommenden Wochen fallen werden. Wer also auf den Preis schaut, kauft sich das „alte“ iPad, das marginal schwächer ist als das neue Air.

Die Preisunterschiede zwischen Alt und Neu liegen jeweils bei 70 bis 150 Euro. Ein Umstieg muss nur dann sein, wenn das beispielsweise die Firma zahlt oder wirklich intensive Nutzung vorgesehen ist.

Vielen Dank an die Kollegen von Format.at

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