In veritate vinum

Was ist los mit der Geistlichkeit?

24.02.2010 Autorevue Magazin

Noch sitzt uns der Schreck von vergangenem Herbst in den Knochen: Toni Faber, Dompfarrer zu St. Stephan in Wien, beichtete damals: „Ich habe gesündigt!“ Und besoffen einen Unfall gebaut, ist aber eh nix passiert, der Schein war halt weg.

Und jetzt der nächste Schlag: Margot Käßmann, die aparte Bischöfin und Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche Deutschlands, ist in Hannover bei Rot über die Ampel gefahren, erwischt und positiv auf Alkohol getestet worden.

Okay, der Job eines Seelsorgers, zumal an der publizistischen Front, ist hart, und wer frei von Schuld ist, werfe die erste Bierflasche aus dem Fenster (wobei: Der Faber war eh immer nur in den Seitenblicken. Aber auch das soll ja Arbeit sein. Vor allem für die Leber).

Wie üblich kann man aus beiden Fällen viel lernen, vor allem aber, dass der größte Feind des Prominenten das Archiv ist, überhaupt seit es das Internet gibt: Faber mit Weinglas hier, mit Maserati da, mit Winzer dort. Und von der Frau Bischöfin hab ich ein Interview mit dem deutschen TÜV gefunden, in dem sie erzählt, was ihr beim Privatauto wichtig ist – zum Beispiel, dass Getränkekisten hinten reinpassen. Und in dem sie sagt: „Einen ständigen, persönlichen Fahrer zu haben, das habe ich aufgegeben. In Hannover fahre ich Fahrrad.“

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