Iggy Pop The Passenger
Bis heute ist "The Passenger" der größte Hit von Iggy Pop.
 

Iggy Pop – The Passenger

The Passenger erschien 1977 auf Iggy Pops „Lust for Life“ Album und sollte (zumindest bis heute) sein erfolgreichster Song sein.

19.07.2013 Online Redaktion

Während David Bowie also zu einem der größten Helden der Musikgeschichte aufstieg, drohte das Leben von Iggy Pop frühzeitig in der Gosse zu enden. Bis Ende der 1960er Jahre hatte er den Musterweg des amerikanischen Traums beschritten.

Iggy Pop wurde 1947 in Michigan geboren und wuchs als James Newell Osterberg in Ypsilanti auf – kaum mehr als eine Wohnwagensiedlung östlich von Detroit. Als er 15 Jahre alt ist tritt er der Band „Iguanas“ bei. Wenn er dort auch nichts gelernt hat, so blieb wenigstens der Spitzname „Iggy“ hängen. Er zog nach Detroit, schloss sich diversen Bluesband an, gründete selbst mehrere Gruppen und gewöhnte es sich an mit nacktem Oberkörper aufzutreten.

Iggy Pop und die Stooges

Er gründete die Band „The Stooges“ und legte das Fundament für Punk. Lange bevor diese Musikrichtung über die Welt brach (sich wieder verzog und seltsam folgenlos blieb) hatte er die Welle schon abgesurft. Dank dem Label Electra Records konnte die Band sogar drei Alben veröffentlichen. Electra Records war nie zurückhaltend und produzierte Querköpfe wie Mötley Crüe, Tom Waits, AC/DC, Pantera und Metallica.

Für das Label waren die Stooges aber ein Griff ins Klo. Die Band war ihrer Zeit um mindestens zehn Jahre voraus und so scheiterte die Musik. Zumindest kommerziell. In der Szene war Iggy jetzt ein Star. Einer mit einem Alkohol- und Drogenproblem.

Iggy Pop The Passenger

Und so nahm David Bowie den Gestürzten unter seine Fittiche und zog mit ihm zusammen nach Berlin-Schöneberg – eigentlich um sich der Musik zu widmen und das Drogenproblem in den Griff zu bekommen. Ganz uneigentlich galt Berlin damals als Hauptstadt des Heroins und Bowie hatte mehr Geld als sich beide zusammen spritzen konnten. Iggy Pop: „Der größte Event jeder Woche fand am Donnerstagabend statt. Jeder der noch lebte und kriechen konnte, schleppte sich zum Sofa und wir schauten Starsky and Hutch.“

Doch sie fanden auch ins Tonstudio. Das war auch bitter nötig. Dort wartete nämlich der extra nach Berlin bestellte Gitarrist Rick Gardiner. Der hatte erstens keine Ahnung, warum er nach Deutschland bestellt wurde und deswegen zweitens keinen Song geschrieben. Als David Bowie ihn fragte, ob er irgendetwas habe, fing Gardiner an, auf einer nicht angeschlossenen Stromgitarre vor sich hin zu spielen. So entstand der minimalistische Sound. Den Lala-Chor im Hintergrund singt David Bowie selbst.

The Passenger – der Hit von Iggy Pop

Zwei Versionen über die Entstehung des Textes hat Iggy Pop in Umlauf gebracht. Angeblich hat er sich von einer Fahrt in der Berliner S-Bahn inspirieren lassen. Noch angeblicher ist ein Gedicht von Jim Morrison die Grundlage.

The Passenger erschien 1977 auf dem Lust for Life Album und sollte (zumindest bis heute) der erfolgreichste Song von Iggy Pop sein. Dieses Lied sicherte ihm auch den Aufstieg vom Obenohne-Punker zum ernst genommenen Künstler. Das Lied diente in Filmen (Jarhead, The Weather Man, Up in the air), in TV-Shows (30 Days), Videospielen (Pro BMX 2) und diversen Werbespots (Toyota Avensis, Captain Morgan) als Sounduntermalung.

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