Jeffrey Lee Pierce sieht Debbie Harry hier zum Verwechseln ähnlich. Und singt mindestens genau so schön.
 

On the road mit Gun Club

Der melancholische Sound von Gun Club bringt einen über lange, staubige Straßen sicher nach Hause.

17.06.2013 Online Redaktion

Bei Gun Club geht es häufig um Autobahnen, Asphalt, Motels, sich auf (Einbahn?)Straßen anbahnende Romanzen, physisch wie auch psychisch belastende Heimreisen, etc.  Nicht nur deshalb waren sie eine – ganz objektiv gesagt  – ganz wunderbare Band. Um das ein wenig zu konkretisieren: Gun Club ist blueslastiger Punk Rock mit Country-Einschlägen, den der virtuos schiefe Gesang des ehemaligen Blondie-Fanclub-Vorsitzenden Jeffrey Lee Pierce von der „eh ganz nett“-Ebene auf die „Potenzial zur neuen alten Lieblingsband“-Ebene hebt.

Ein noch konkreteres Bild davon macht man sich am besten selbst – zum Beispiel mit der bittersüßen Heimkehrer-Ballade „Carry Home“.

Der 1980 in Los Angeles gegründete Gun Club brachte es mit einem stets wechselnden Line-Up (unter Anderen hatten beispielsweise Kid Congo Powers, Gründungsmitglied von Gun Club und späterer Bad Seeds- Gitarrist, oder Patricia Morrisson, in weiterer Folge Bassistin bei den Sisters Of Mercy und The Damned, ihre flinken Finger im Spiel) und einem Haufen Genussmittel als mentale Unterstützung auf sechs Studioalben in zwölf Jahren. Jeffrey Lee Pierce hat zudem noch einige Soloalben aufgenommen, bevor er 1996 im Alter von nur 37 Jahren an einer Gehirnblutung verstarb.

Auch wenn sich eigentlich das gesamte Schaffen des Pistolenklubs für verschwitzte Fahrten auf hitzestarren Highways eignet, gibt’s zum Abschluss noch schwungvolle Rastplatz-Romantik mit „Sleeping in Blood City“. Die an dieser Stelle vorgestellten Gun Club-Roadsongs zum Kennen-und Liebenlernen stammen zwar beide vom 1982 erschienenen Album „Miami“; dessen Vorgänger „Fire Of Love“ sowie das Nachfolgeralbum „Las Vegas Story“ kann man, auf den Geschmack gekommen, aber auch gleich „ungschaut“ mit einpacken.

 

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