Globaler Thermostat für die Erde

Eine innovative Anlage soll CO2 aus der Luft filtern.

15.10.2014 Online Redaktion

Peter Eisenberger, Physiker an der Columbia State University, will eine Maschine erfunden haben, die die Atmosphäre um überschüssiges CO2 bereinigt. Das berichtet das MIT Technology Review. Bei der ersten Präsentation 2009 stießen Eisenberger und sein Team noch auf Skepsis, mittlerweile konnten aber bereits 24 Millionen Dollar an Investitionen gewonnen werden, um eine Prototyp-Anlage zu konstruieren.

Luft wird mit Hilfe von Aminen bereinigt

Die Maschine soll sehr einfach funktionieren: Luft wird eingefangen  und mit Hilfe von so genannten Aminen bereinigt. Das extrahierte CO2 soll dann in der Industrie eingesetzt oder unterirdisch gespeichert werden. Die erste Anlage soll beweisen, dass die neue Methode zur CO2-Reduktion tatsächlich so kosteneffizient und effektiv ist, wie ihr Schöpfer behauptet.

Image-Video zum „globalen Thermostaten“:

Viele offene Fragen

So gut das alles klingt, so viele offene Fragen sind auch noch zu klären. Skeptiker führen als Gegenargument ins Feld, dass die auf Aminen basierende Technologie zur Filterung von CO2 nicht einmal in Anlagen zu fossilen Energiegewinnung – die große Mengen an CO2 produzieren – eingesetzt wird, um das gesamte CO2 zu filtern. Und wenn das Verfahren nicht einmal in diesen Anlagen wirtschaftlich ist, wo das CO2 in der 300-fachen Konzentration im Vergleich zu „normaler“ Luft vorliegt, stellt sich natürlich die Frage, wie effizient es bei der Bereinigung dieser überhaupt sein kann. Zudem gibt es billigere Wege, so genannte „negative Treibhausgasemissionen“ zu produzieren, so ein weiteres Argument gegen Eisenbergers Erfindung – zum Beispiel, langfristig auf die Treibstoffgewinnung aus Biomasse umzusteigen, die wiederum selbst CO2 aus der Atmosphäre filtert.Und selbst wenn das Verfahren irgendwann profitabel werden sollte, stellt sich die Frage, ob es weitergeführt werden sollte, so Robert Socolow, Direktor des Princeton Environment Institute – oder ob es nicht sinnvoller wäre, ganz auf Erneuerbare Energien zu setzen und den Co2-Ausstoß an sich somit langfristig zu reduzieren.

Kontrolle der Durchschnittstemperatur eines Planeten

Allen Argumenten zum Trotz sind Eisenberger und sein Team von der Notwendigkeit überzeugt, CO2 aus der Atmosphäre „saugen“ zu müssen, anstatt sich ganz darauf zu konzentrieren, dessen Verbreitung zu minimieren. Eisenberges Ziel ist dabei recht ambitioniert: Ein Patent, das er gemeinsam mit einem Kollegen 2008 angemeldet hat, beschreibt seine Technologie als „einen globalen Thermostaten, um die Durchschnittstemperatur der Atmosphäre eines Planeten zu kontrollieren.“

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