Bild: Andrew Gombert / EPA / picturedesk.com
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Facebook kauft WhatsApp – für User soll sich nichts ändern

Für 19 Mrd. Dollar (13,8 Mrd. Euro) kauft Facebook nicht nur einen populären Messaging-Dienst, sondern auch Zugang zu Daten von 450 Millionen Nutzern.

20.02.2014 APA

Facebook kauft mit WhatsApp für 19 Mrd. Dollar (13,8 Mrd. Euro). Das soziale Netzwerk verleibt sich damit nicht einfach nur einen populären Kurznachrichten-Dienst ein, sondern holt sich damit auch auf einen Schlag 450 Millionen Nutzer samt Zugang zu ihren Daten und Adressbüchern. Dabei präsentierte sich die Firma aus Kalifornien stets als Ausnahme im Internet-Geschäft: WhatsApp schalte keine Werbung und müsse deshalb auch keine Nutzerdaten auswerten. „Wir interessieren uns nicht für Informationen über unsere Nutzer“, erklärte Mitbegründer Jan Khoum noch im Jänner. Stattdessen reiche die überaus moderate Gebühr von einem Dollar im Jahr für den Betrieb.

© Grafik: APA / Margret Schmitt

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WhatsApp will keine Kompromisse bei Grund-Prinzipien

Jetzt schlüpft WhatsApp aber ausgerechnet bei einem Unternehmen unter, das davon lebt, die Werbung an sein ausgiebiges Wissen über die 1,2 Milliarden Mitglieder anzupassen. Für die WhatsApp-Nutzer werde sich trotzdem nichts ändern, versprach Koum in einem Blogeintrag, nachdem der Deal bekanntgegeben wurde. Nach wie vor würden keine Werbeanzeigen die Kommunikation mit Freunden stören. Es hätte keine Partnerschaft mit Facebook gegeben, wenn dies WhatsApp Kompromisse bei Grund-Prinzipien abverlangt hätte.

WhatsApp soll zu „wirklich großartigem Geschäft“ werden

„Wir denken, dass für unser Produkt Werbung nicht geeignet ist“, betonte Koum auch in einer Telefonkonferenz mit Facebook-Gründer Mark Zuckerberg. Beide versicherten, WhatsApp werde eigenständig bleiben, auch wenn Zuckerberg klar zu verstehen gab, dass die Sache mit dem Geldverdienen noch besser werden müsse. Man werde schauen, wie man WhatsApp zu einem wirklich großartigen Geschäft machen könne, sagte er. Schließlich würde es bei einem Dollar pro Jahr lange dauern, den haushohen Kaufpreis wieder herauszuholen, selbst wenn WhatsApp bald wie erwartet auf eine Milliarde Nutzer anwächst.

Grenzen beim Umgang mit Nutzerdaten

Darüber, was sich hinter den Kulissen von WhatsApp mit dem Verkauf an Facebook ändern könnte, schwiegen sich die Chefs aus. Aber Koum hatte schon wiederholt betont, dass es für ihn klare Grenzen beim Umgang mit Nutzerdaten gebe. So hakte er auf die Frage, ob WhatsApp zu Kompromissen mit chinesischen Behörden bereit wäre, um auch dort auf den Markt zu kommen, schlicht ab: „Wir machen keine Kompromisse.“

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