© Bild: Olivier Hoslet / EPA / picturedesk.com
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EU-Parlament: Roaming-Gebühren sollen bis 2015 verboten werden

Die Abgeordneten des EU-Parlaments wollen Roaming-Gebühren im europäischen Ausland bis zum 15. Dezember 2015 verbieten – endgültige Entscheidung steht noch aus

03.04.2014 APA

Die Abgeordneten des EU-Parlaments stimmten am Donnerstag dafür, Extrakosten für die Handynutzung und das mobile Internet-Surfen im europäischen Ausland abzuschaffen. Diese Roaming-Gebühren sollen bis zum 15. Dezember 2015 verboten werden. Die EU-Kommission wollte die Gebühren erst zum 1. Juli 2016 abschaffen. Bis zu einer endgültigen Entscheidung dürften aber noch Monate vergehen: Die Pläne benötigen auch die Zustimmung der EU-Staaten.

Verbot werde zu Rekord-Internetnutzung führen

Der europäische Verbraucherverband Beuc begrüßte die Forderungen. „Dabei gewinnt jeder. Derzeit nutzen 47 Prozent der Reisenden niemals mobiles Internet, weil die Datenkosten so obskur sind“, kommentierte die Organisation. „Mit einem Verbot können wir davon ausgehen, dass die Internetnutzung einen Höchststand erreicht.“ Die für Telekommunikation zuständige EU-Kommissarin Neelie Kroes erklärte: „Mit dieser Abstimmung bewirkt die EU etwas für die Bürger.“

Erste Gebührensenkung am 1. Juli

Die EU drückt die Roaming-Kosten bereits seit Jahren Stück für Stück nach unten. Am 1. Juli sinken die Gebühren weiter – das ist längst beschlossen. Dann dürfen abgehende Telefonate nicht mehr als 19 Cent pro Minute kosten (derzeit 24 Cent), eingehende Telefonate nicht mehr als 5 Cent (derzeit 7 Cent). Beim SMS-Versand werden künftig 6 Cent fällig (bisher 8 Cent). Der Datendownload wird pro Megabite 20 Cent kosten (bisher 45 Cent). Hinzu kommt aber jeweils noch die Mehrwertsteuer.

Unternehmen fordern mehr Freiraum für Fusionen

Die Telekom-Anbieter hatten in den vergangenen Jahren die Roaming-Gebühren auch für Datendienste unter anderem durch befristete Flatrates bereits deutlich gedrückt. Die EU-Kommission sieht die Abschaffung der Roaming-Extrakosten als wichtige Voraussetzung für einen einheitlichen europäischen Markt in dem Bereich. Die Unternehmen verweisen auf wegfallende Einnahmen, die sie für Investitionen ins Netz bräuchten. Daher fordern sie unter anderem mehr Freiraum für Fusionen.

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