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BBC feuert Jeremy Clarkson endgültig! Die Reaktionen

BBC-Generaldirektor Tony Hall: „Clarkson hat eine Grenze überschritten“ – detaillierter Bericht gibt Einblicke in die Ereignisse, die nun das Ende von Top Gear bedeuten

25.03.2015 Online Redaktion

Seit heute Nachmittag ist fix, was eigentlich bereits seit Tagen klar war: Die BBC verlängert den Vertrag des seit 10. März suspendierten Ex-Top Gear-Host Jeremy Clarkson nicht. Obwohl der Sender sich damit (auch) ins eigene Fleisch schneidet – immerhin feierte Top Gear unter Jeremy Clarkson unglaubliche Erfolge und versammelte eine Heerschar von Fans hinter sich – war die Entlassung Clarksons die einzige Option. Der Untersuchungsbericht von BBC Schottland-Chef Ken MacQuarrie bestätigte, dass Clarkson den Produzenten Oisin Tymon wiederholt beschimpft und 30 Sekunden lang körperlich attackiert hatte – gestoppt nur durch einen eingreifenden Zeugen.

BBC-Direktor: Clarkson hat „eine Grenze überschritten“

BBC-Generaldirektor Tony Hall gab die Entscheidung, den Ende März auslaufenden Vertrag Clarksons nicht zu verlängern, „mit großem Bedauern“ bekannt. „Es ist keine Entscheidung, die ich leichten Herzens getroffen habe, sondern erst, nachdem ich die Fakten sorgfältig geprüft und persönlich sowohl mit Jeremy als auch mit Oisin gesprochen habe“, so Hall. Der Top Gear-Host habe mit der Attacke auf Tymon „eine Grenze überschritten“. In der BBC seien unterschiedlichste Charaktere und Meinungen vertreten, aber sie alle müssten gewisse Prinzipien von Anstand und Respekt erfüllen.

James May ist „schockiert“

Jeremy Clarkson selbst hat seine unehrenhafte Entlassung noch nicht kommentiert. Der Guardian veröffentlichte aber ein Video, in dem Top Gear-Comoderator James May zum Rausschmiss Clarksons Stellung nimmt. Er sei „geschockt“, so May. Dass Top Gear ohne Clarkson, aber mit May und Hammond weiterlaufen könnte, bezweifelt er: „Wir 3 sind ein Package. Zwischen uns funktioniert es – aus komplizierten Gründen“. Die Vermutung liegt also nahe, dass es das Trio weiterhin auf Sendung geben wird – nur eben nicht bei der BBC. An Angeboten dürfte es nicht mangeln. Und für „Top Gear“ – oder das, was davon übrig bleiben wird – auf der BBC gibt es angeblich ebenfalls bereits einen Nachfolger.

Hammond: „Wir sind alle Idioten“

Auch Richard Hammond äußerte sich bereits zu dem im wahrsten Sinne des Wortes gewaltsamen Ende von Top Gear in seiner bewährten Form. „Ich bin extrem Enttäuscht von diesem Ende einer Ära“, twitterte Hammond. „Wir sind alle auf verschiedene Arten Idioten, aber es war eine unglaubliche Zeit zusammen.“

Der Bericht über den „fracas“ im Detail

Grundlage für die Entscheidung der BBC war die Untersuchung des Vorfalls durch BBC-Schottland-Chef Ken MacQuarrie. Dieser übergab der BBC am Wochenende seinen Bericht. Nach einer Reihe von Interviews mit Zeuges des Vorfalls kam Ken MacQuarrie zu folgendem Schluss:

„Unprovozierte Attacke“

„Am 4. März 2015 war Oisin Tymon das Ziel einer unprovozierten körperlichen und verbalen Attacke von Jeremy Clarkson. Während der körperlichen Attacke wurde Oisin Tymon getroffen, was zur Schwellung und Blutung seiner Lippe führte. Die verbalen Attacken fanden sowohl während dem körperlichen Übergriff als auch danach statt.“ Die körperliche Attacke habe 30 Sekunden gedauert und sei nur durch das Eingreifen eines Zeugen unterbrochen worden, so MacQuarrie weiter. Nach dem Übergriff sei Tymon zu einer nahegelegenen Notaufnahme gefahren, ob sich durchchecken zu lassen. Er habe unter Schock gestanden und geglaubt, er sei seinen Job los.

Nicht die erste Attacke auf Tymon

Zudem hält MacQuarrie in dem Bericht fest, dass Oisin Tymon öfter das Opfer verbaler Attacken von Clarkson gewesen sei. Diese „enthielten die stärksten Kraftausdrücke und Drohungen, ihn zu feuern. Die Beschimpfungen waren so laut, dass sie im Speisesaal und in einem Schlafzimmer des Hotels zu hören waren.“ Auch andere Crewmitglieder hätten abfällige Bemerkungen einstecken müssen.

Clarkson meldete den Zwischenfall selbst

Nach dem Zwischenfall habe Jeremy Clarkson mehrfach versucht, sich bei Oisin Tymon zu entschuldigen, sowohl per SMS und E-Mail, als auch persönlich. Außerdem bestätigt MacQuarrie in seinem Bericht, dass Clarkson den Zwischenfall selbst bei den BBC-Chefs gemeldet habe. Er habe die Übergriffe nie bestritten.

  • EinfachIch

    Bedauerlich, die Entscheidung! Bedauerlich auch, dass man halt nicht erkennen kann, weshalb sich die Auseinandersetzungen ergeben haben. So bleibt der Ausraster des Herrn Clarkson über.

    Und diese Person war die Gallionsfigur einer Erfolgsgeschichte. So könnte man nun vermuten, dass es eine narzistische Selbstüberhöhung des Herrn Clarkson war; man kann aber auch vermuten, dass die Kritik des Herrn Clarkson an anderen Personen zu recht bestand, aber von diesen wiederholt nicht angenommen wurde.

    Beides wird in dem tendenziellen Bericht leider nicht behandelt. Es wird einfach undifferenziert Position gegen Herrn Clarkson bezogen. Man kann daher natürlich auch vermuten, dass BBC und auch der unbedeutende Schreiber hier dem erfolgsverwöhnten Herrn Clarkson einfach (aus niederen Motiven) eine verbal reinhauen wollte.

    • Grammatik-Nazi

      „narzisstisch“, „tendenziös“

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