jeremy clarkson
 

Ist Jeremy Clarkson ein Arschloch? Und kann es ein TOP GEAR nach Clarkson geben?

Wenn man sich die Faktenlage rund um die Suspendierung von Jeremy Clarkson so ansieht, dann muss ich leider eines sagen: Jeremy Clarkson ist ein Arschloch, aber halt leider ein geniales Arschloch.

11.03.2015 Autorevue Magazin

Denn es ist weder lustig noch cool oder auch nur in irgendeiner Weise tolerierbar, wenn jemand wie er in loser Folge fremdenfeindliche Witze reißt. Insofern ist seine Suspendierung durch die BBC2-Chefs mehr als gerechtfertigt.

Die wahrscheinlich wichtiste Frage im Fall Jeremy Clarkson

Womit wir bei der wahrscheinlich wichtigsten Frage wären: Warum macht der Mann das?

Auf der Insel ist Jeremy Clarkson ein Superstar, dessen Strahlkraft weit über die Autowelt hinaus reicht. Auch geht man dort drüben mit stramm-nationalistischem Gedankengut deutlich lockerer um als bei uns, und ja, der britische Humor ist entschieden herber.

Trotzdem: Clarkson durchbrach in Folge selbst die für Briten letzten vertretbaren Grenzen, und ich glaube nicht, dass die Vorfälle bloß eine fehlgeleitete Suche nach Witzigkeit waren. Viel spricht dafür, dass es sich um eine tiefe innere Überzeugung handelt, tief verwurzelt in einem gar nicht so geringen Teil der britischen Oberschicht.

Dass dieser xenophobe Müll nun allerdings immer häufiger herausbrechen konnte, dürfte damit zu tun haben, dass der gute Mann ob der exponentiellen Steigerung seines Ruhmes einfach die Bodenhaftung verloren hat. Dann wäre er einfach nur ein Vollkoffer wie viele journalistische (und nicht nur solche) Genies, die sich aus Überheblichkeit und Selbstüberschätzung gegen Ende ihrer Laufbahn um alles gebracht haben.

Es könnte aber auch sein, dass alles nur ein Schmierentheater ist, ein genialer Schachzug, weil Jeremy Clarkson längst einen Vertag mit dem größten britischen Privatsender ITV in der Tasche hat. Mit einem provozierten Rausschmiss, würde er nämlich vor der Top Gear-Gemeinde nicht wie ein geldgeiler Fahnenflüchtiger dastehen.

  • urgenta

    Mich hat die Art von Jeremy manchmal auch genervt. Aber ich fand, dass er und das Team mit den teils verrückten Ideen ‚Das Kind im Manne‘ optimal umgesetzt hat.

  • Hausmasta

    Manche dieser Kommentare hier finde ich richtig gruselig. Offenbar ist es völlig okay, wenn einer prügelt, pöbelt und Minderheiten verunglimpft, solange er nur die Lacher auf seiner Seite hat. Wo ist da die Grenze zu den Bierzelt-Auftritten eines HC Strache? Clarkson schaffte früher ohne Pöbeleien fantastische TopGear-Folgen, die Sendung ist heute nur mehr ein Schatten ihrer selbst. Alles hat halt sein Ende.

  • ben

    es is nie eine gute Idee über andere Leute schlecht zu schreiben.. sicher Jeremy Clarkson hat seine Schwächen, aber Christian Kornherr genauso und ich bin der Meinung, dass das kein Problem sein sollte. Wenn das essen mal kalt is nach einem harten Tag, dann kann man schon mal auszucken. Natürlich ist es nicht okay jemanden anderen deswegen zu schlagen, aber das Problem liegt vielmehr der zwischenmenschlichen Kommunikation und im Umgang miteinander. Wenn man sich nicht gegenseitig schätzt,kann sowas leicht eskalieren. Etwas ähnliches ist sicher schon vielen Menschen passiert und ich sehe keinen Grund, dass nur weil jemand irgendwo ein Star ist, er das Recht verliert ein normaler Mensch zu sein, mit Stärken, aber eben auch mit Schwächen.
    P.S: Ich glaub nicht, dass es ein Top Gear ohne JC geben wird,vielmehr wird die Sendung sicher bald wieder mit ihm zurück kommen, alles andere würde keinen Sinn ergeben und wäre schade.(Hoffentlich mit P1 LaFerrari und 918 Vergleich)

  • Hoplu

    Bin Käfer- und Porschefan. Clarkson nicht. Na und. Mir gefällt Jennifers Art.

  • Hardy

    Mir ist kein anderer Autojournalist bekannt, der sich traut, einen Beitrag über einen BMW so zu beginnen: „The BMW series 5 is an ugly car.“ Oder der einen Porsche Cayenne schmerzbefreit als Ungustlauto darstellt. Wird fehlen, falls er nicht wieder kommt. Auch wenn James May ein würdiger Nachfolger sein kann.

  • Querverkehr

    Satire darf alles, wenn dem nicht so ist, dann bitte Stermann und Grissemann wegen Wiederbetätigung wegsperren, ich erinnere hier an die deutsche Kochschau.

  • Tempelritter

    Dieser oberlehrerhafte erhobene Zeigefinger, samt Mainstreamgebügelter political correctness ist der Grund, warum ich nach Abgang von Herbert Völker als Chefredakteur die Autorevue nach über 30 Jahren Abonnement verlassen habe. Der Grund für diesen Gesinnungswandel der AR ist eine rein politische, feindliche Übernahme. Die Auswirkungen sieht und liest sogar ein Blinder. Das ist der Verlust von einem maßgeblichen Stück literarischen Kulturgutes. Was für ein Abstieg. Ich bin sehr traurig, und sicher nicht der Einzige.

  • Ölprinz

    Der Artikel ist OK und bringt es auch gut auf den Punkt. Clarkson ähnelt zunehmend Heinz Wäscher aus dem Film „Kein Pardon“.
    Die Sendungen der letzten Jahre wurden immer unappetitlicher. Kommentare waren teilweise stark untergriffig und wirklich verletzend. Wenn jeder der hier vertretenen Clarkson-Fans die Sendung verfolgt und über sicheres Englisch verfügt, muss sich der (auch englische) Humor in den letzten Jahren weit von mir entfernt haben.

  • Koal

    Lt. aktuellen Berichten ist Clarkson gegenüber seinem Produzenten handgreiflich geworden, weil sie nach einem langen Drehtag um 10 am Abend nix warmes mehr zu essen bekommen haben.
    Nehmen wir mal an, das stimmt so.
    Und jetzt sollen sich all die, die hier übereinstimmend posten, daß das schon ok ist, weil der Clarkson halt nicht so politisch korrekt ist und das gut finden, mal vorstellen, ein Vorgesetzter würde einem eigenen Familienmitglied gegenüber handgreiflich werden, weil es einen Fehler gemacht hat.
    Ich wär gespannt, ob die dümmlichen Fanboys hier (hey, ich bin ja auch nur nicht politisch korrekt) das dann noch immer so super fänden.

    • anonymos

      das ist dass Problem, nur weil jemand berühmt ist, wird er doch nicht automatisch zu einem perfekten Menschen. Natürlich ist das nicht okay, aber es gibt eben auch unzählige Sachen die jeder einzelne von uns macht die nicht okay sind

  • RalphW

    Auch wenn die Mehrheit der Poster auf Clarksons Seite steht und Christian Kornherr prügelt: Er hat völlig recht, Clarkson IST in letzter Zeit immer mehr zum Vollkoffer geworden!
    Lieber ErnstM: Richtig, Satire ist nicht immer politisch korrekt (siehe „Staatskünstler“), aber fremdenfeindliche Äußerungen haben mit Satire gar nichts zu tun.
    Und ja, Clarkson HAT viele Grenzen überschritten und TopGear zu einer tollen Sendung gemacht. Leider hat er dabei das Augenmaß verloren und eine Grenze zu viel ignoriert.
    Lieber PeterT: Clarkson ist ob seiner Äußerungen bereits mehrfach nicht nur kritisiert sondern auch gewarnt worden, doch hört leider keiner so schlecht wie der, der nicht hören will (Zitat Kornherr: Vollkoffer!) Wer deshalb die Autorevue-Schreiber als willfährige Lohnschreiberlinge bezeichnet, verwechselt Ursache mit Wirkung.
    Merke: Genies darf/soll/muss man Einiges duchgehen lassen. Aber nicht alles!

    • Ernst Müller

      Du hast schon recht, dass Satire nichts mit fremdenfeindlichen Äußerungen zu tun hat und dafür wird Clarkson auch zu Recht getadelt. Davon abgesehen, machte aber gerade das Überschreiten von erwarteten Grenzen den Reiz von Top Gear aus. Bloß das „wie weit überschreiten“ hätte man vielleicht besser im Auge behalten sollen. „Genial“ und „geschmacklos“ liegen hier halt sehr nahe bei einander.

  • Toni

    Ich glaub du verstehst da was nicht ganz…

  • PeterT

    Wenn etwas peinlich ist, dann dieser Artikel.
    Wenn etwas NOCH peinlicher ist, dann die ‚Umfrage‘ darunter.
    Nein, Clarkson ist weder ein Arschloch, noch ein Vollkoffer, noch ein geldgeiler Fahnenflüchtling.
    Er ist der Gegenentwurf zu den braven, politisch korrekten, und den Anzeigenkunden / großen Herstellern gegenüber willfährigen Lohnschreiberlingen, die leider der heute vorherrschende Typ von Motor-Journalisten geworden sind.
    Manche Sprüche oder Aktionen hätte er sich sparen können, und dafür soll man ihn auch kritisieren.
    In Summe ist und bleibt er der beste Motor-Journalist weit und breit, und ich hoffe, er bleibt uns erhalten.

    • Eugen

      Genau so ist es!

    • normalootto

      Da kommt jetzt aber auch nicht heraus, dass er deshalb nicht ein Arschloch sein könnte. Und die „Erklärung“, dass er einfach ein Gegenentwurf von was auch immer sei, ist schlichtweg keine.
      Ich bin ein Fan von TopGear, aber deshalb muss man nicht alles gutheißen, was dort gesagt/getan wird.

    • Toni

      Ich finds ja eher mutig, dass er sich GEGEN den Mainstream der unreflektierten PRO-Clarksen-Meinung stellt. Es ist ja auch richtig, dass er ein genialer Fernsehmacher und wahrscheinlich der beste Motor-Journalist weltweit ist. Aber trotzdem muss man seine braunen Rülpser nicht gut finden. Das eine hat nix mit dem anderen zu tun.

    • GP Stratos

      Gratulation! PeterT spricht mir aus der Seele! Jeremy Clarkson ein Arschloch zu nennen, ist völlig überzogen. Sorry, lieber Christian, aber da hast Du Dich im Ton vergriffen. Und zum Thema „fremdenfeindliche Witze“ – jeder der schon mal in indien war, wird beispielsweise Jeremy’s Aussagen zum Thema „Auto mit Toilette“ nur zustimmen (egal ob jetzt indische Diplomaten wieder protestieren, oder nicht)…..We want Clakson back!

  • Fabian Bonora

    Ich wär da eher vorsichtig, Herr Kornherr.
    Sie beleidigen den Mann, der die größte Auto-Sendung der Welt erschaffen hat und diese auch noch Jahre weiterentwickelt und -geschrieben hätte. Anhand der Reaktion seiner Kollegen sollte man eher mehr zweifeln, als sofort an den Pranger stellen. Bewiesen ist immer noch nichts. Dass man die Geschichte so ausschlachtet, zeigt nur, dass es im Moment wirklich nichts besseres zu tun gibt…
    Apropos Beweise: Quelle für den ITV-Vertrag? Solche Spekulationen sind sinnlos. Das Budget für Top Gear steigt eh schon ins Unermessliche.
    Ich unterstütze sein Verhalten nicht, ganz im Gegenteil, er gehört für manche schlimmen Äußerungen eingesperrt (in eurer Redaktionsarbeit habt ihr nicht einmal die „auf offener Straße zu erschießenden Busfahrer“, die „Prostituierten-mordenden LKW-Fahrer“, sowie die vielen Hitler-Vergleiche erwähnt). Dass ihm irgendwann mal alles auf den Kopf fällt, war doch wohl abzusehen…

    • Ein Best/Worst of Jeremy Clarkson’s Political Incorrectness gibt’s hier:
      http://autorevue.at/motorblog/bestworst-of-jeremy-clarksons-political-incorrectness

    • aral

      wo kämen wir da hin, wenn man sich als person des öffentlichen lebens auch noch frei äußern dürfte. in den gulag mit diesem unmenschen. geniert sich nicht hitlervergleiche anzustellen – ja geht’s denn noch? quasi protofaschistisch dieser clarkson.

      ahja im übrigen: das deutsche erlaubt komposita (zusammengesetzte hauptworte). interessanterweise lässt die häufige nutzung des „deppen-divis“ indirekt auf die inhaltliche wertigkeit eines postings schließen….. und jetzt weiter empört sein herr bonora

    • Stefan

      Ich will mal die Östereicher hören wenn Herr Clarkson sie als Schluchtenscheisser tituliert – und das kann bei dem Herrn durchaus locker über die Lippen gehen als nicht angepasster Typ und stellte sicher noch nicht den Tiefpunkt seiner Ausbrüche dar. Einen geschmeidigen Tag noch.

    • Oliver Zoffi

      Nun, wir haben wenigstens Schluchten, in die wir schei..en können, was man von den Foggys nicht behaupten kann ;)
      Vielleicht sollte man das Alles etwas lockerer sehen?

  • wolfgang

    Er ist keins von den dreien. es gibt eh schon genug absurde Political Correctness. wenigstens einer pfeift drauf und beweist Humor!
    Danke

  • Toni

    Arschloch ja, aber halt ein geniales

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