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Revolution am Handgelenk: Was von der Apple Watch erwartet wird

Was Samsung, Motorola und Co nicht geschafft haben, soll Apple richten: „Die Apple Watch wird das erste Massenmarkt-Gerät in dem Bereich sein“

16.12.2014 APA

Es kann sich nur mehr um wenige Monate handeln, bis Apples Computeruhr Apple Watch endlich auf den Markt kommt. Nachdem Elektronik-Riesen wie Samsung, Motorola, Sony, LG sowie diverse kleinere Anbieter den Markt schon seit geraumer Zeit beackern, wird dem iPhone-Konzern zugetraut, mit seiner Apple Watch das Marktsegment umzukrempeln.

„Die Apple Watch wird das erste Massenmarkt-Gerät in dem Bereich sein“

„Die Apple Watch wird das erste Massenmarkt-Gerät in dem Bereich sein“, zeigt sich der Chef des Onlinespeicher-Dienstes Evernote, Phil Libin, überzeugt. Er lässt bereits Evernote-Anwendungen für die Apple-Uhr entwickeln. Marktexperte J.P. Gownder von der Analysefirma Forrester glaubt, dass es bis Ende 2015 mindestens zehn Millionen Menschen mit einer Apple Watch am Handgelenk geben wird.

Grundproblem Uhrenformat

Zugleich stehen aber auch nach wie vor grundsätzliche Zweifel im Raum, ob die Mini-Computer am Handgelenk überhaupt ähnlich erfolgreich wie Handys und Smartphones werden können. „Ich zum Beispiel trage ungern eine Uhr, also werde ich auch kaum eine Smartwatch nutzen“, sagt zum Beispiel der bekannte Risikoinvestor Fred Wilson, der unter anderem früh das Potenzial von Twitter und der Onlinespiele-Firma Zynga erkannte. Wilson vermutet, dass es vielen Menschen, für die das Smartphone längst die Uhr am Handgelenk ersetzt hat, genauso gehen wird.

Jahrelange Arbeit

In den nächsten Monaten dürfte sich zeigen, ob die Vision von Apple aufgeht. Der Konzern arbeitet seit Jahren daran, die richtigen Nutzungsszenarien für die Uhr als Smartphone-Ergänzung zu finden. Die vor kurzem veröffentlichte Plattform für Software-Entwickler zeigt, dass die Uhr sehr eng an die iPhones angebunden sein wird. So soll ein Großteil der Rechenarbeit im Telefon mit seinem mächtigeren Prozessor und der dickeren Batterie erledigt werden.

Apple Watch als iPhone-Ersatz

Das Konzept von Apple ist, dass die Uhr das iPhone ergänzt und vielleicht auch ersetzt, wenn das sinnvoll erscheint. Sie soll sich auch der Situation anpassen. So können etwa Benachrichtigungen zunächst mit wenigen Eckpunkten angezeigt werden. Wenn aber die Sensoren der Apple Watch an der Haltung des Arms erkennen, dass der Nutzer weiterhin auf ihr Display blickt, sollen weitere Informationen eingeblendet werden.

Potential für Handysuchfaule

Vielleicht gibt es dafür einen Markt: In einer Forrester-Umfrage sagten 40 Prozent der Smartphone-Nutzer in den USA und immerhin halb so viele in Europa, sie hätten es satt, ständig ihr Smartphone aus der Tasche zu fischen. Und Evernote-Gründer Libin schwebt eine Zukunft vor, in der intelligente Software von sich aus relevante Informationen zur gerade genutzten Smartphone-Anwendung auf das Display der Uhr schickt.

Neue Kommunikationsmöglichkeiten

Außerdem hofft Apple, mit neuen Kommunikations-Möglichkeiten zu punkten. So können Partner einander ihren Herzschlag übertragen oder mit dem Finger kleine Bilder zeichnen, die in Echtzeit von Display zu Display gesendet werden. Werden solche verspielten Funktionen zusammen mit der Strahlkraft der Apple-Markt ausreichen, um Millionen Nutzer zu gewinnen? Schließlich gab es zumindest in der Android-Welt bereits jede Menge Auswahl an smarten Uhren. Und Google bietet mit Android Wear schon seit dem Sommer auch eine schlüsselfertige Software-Plattform an, auf die unter anderem Motorola und LG aufgesprungen sind.

Absatzsprung vorprogrammiert?

Experten rechnen jedenfalls mit einem kräftigen Absatzsprung. So erwarten die Analysten des Marktforschers Canalys, dass im Jahr 2015 insgesamt über 28 Millionen „smarte Armbänder“ verkauft werden – vier Mal so viele wie im abgelaufenen Jahr. Bisher dominierte Frühstarter Samsung den Markt: Im vergangenen Quartal kam der südkoreanische Konzern nach Canalys-Berechnungen auf einen Anteil von 52 Prozent, mit weitem Abstand zu Motorola als Nummer zwei mit 15 Prozent.

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