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Des Wahnsinns knusprige Beute

Nach 42 Jahren Be- bzw. Überstehen wagen sich die Doom-Metal-Pioniere Pentagram rund um Bobby Liebling erneut nach Wien: Am 8. Oktober in der Arena.

08.10.2013 Online Redaktion

Der geneigte Musikfreund, der noch nie von Pentagram gehört hat, muss sofort nachsitzen. Am besten in der Arena Wien, wo die verrückten Ziehonkel des Dooms am 8. Oktober gastieren. Aufgewartet wird eingängiger Black Sabbath-esquer Metal, der dem der – zu Unrecht – etwa 150.000 Mal bekannteren eben genannten Kollegen um nichts nachsteht. Pentagram sind druckvoll, böse, harmonisch und ein bisschen loco – ganz wie es sein soll, eben.

1971 gegründet und immer noch zumindest halbwegs am Leben, liest sich Pentagrams Besetzungsliste wie ein Zahlen-und-Namen-Brainstorming mit Bobby Liebling als höchst variabler Konstante. Das erste richtige Album erschien aufgrund von Problemen mit Motivation, Kompatibilität, Exekution und Exekutive erst 1985, im über 40-jährigen Bestehen haben Bobby und wer-auch-immer-gerade es irgendwie geschafft, insgesamt 9 Studioalben, einige Compilations und unlängst sogar eine DVD auf den Markt zu würgen, mit unzähligen Varianten unzähliger Songs. Auch die Doku über Bobby Liebling ist empfehlenswert, wenn man mittags gerne Sozialpornos im deutschen Privatfernsehen schaut und seinen diesbezüglichen Horizont vom Ruhrpott nach D.C erweitern möchte. Ansonsten sind Zeit und Geld in Platten, Konzertkarten, Bier oder eine Ameisenfarm bestimmt besser investiert.

Rückendeckung bekommen die alten amerikanischen schwermetallischen Herren in der Arena von den jungen österreichischen psychedelischen Torso, die aus den unendlichen Weiten des Nichts mit ihrem 2012er Debut „Inside“ eines der überraschendsten (weil guten) heimischen Rockalben des vergangenen Jahres abgeliefert haben.

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