Das ist der Fahrradhelm der Zukunft

Ein amerikanischer Fahrrad-Fan entwarf einen Helm mit Blink-, Brems- und Signallichtern – über 6.000 Menschen unterstützten ihn dabei.

19.08.2015 Online Redaktion

Wäre es nicht praktisch, wenn Fahrradfahrer blinken könnten? Diese Frage hat sich bestimmt jeder bereits gestellt, der schon einmal auf einem Drahtesel mit den Händen herumgefuchtelt hat, um einen Richtungswechsel anzuzeigen. Und braucht es für sicheres Fahrradfahren in der Nacht nicht vielleicht ein bisschen mehr, als Mini-Lichter und Reflektoren?

Mit diesen Problemen hat sich auch der leidenschaftliche Radfahrer Eu-wen Ding auseinander gesetzt – und nach über einem Jahr Forschung eine praktikable All-in-One-Lösung gefunden. Er packte alle notwendigen Lichtsignale einfach auf den höchsten und damit sichtbarsten Punkt des Mensch-Rad-Gespanns: Den Fahrradhelm.

6072 Unterstützer für den „Fahrradhelm der Zukunft“

„Ich liebe Fahrradfahren, weil es mir die Freiheit gibt, mich einfach und schnell fortzubewegen. Aber in der Nacht fühle ich mich oft unsichtbar – auch mit eingeschalteten Lichtern“, erklärt der Amerikaner die Inspiration für seine Erfindung. „Das ist der Grund, warum ich „Lumos“ entwickelt habe. Ich wollte die Kontrolle über meine eigene Sicherheit wiedererlangen, ich dem ich einen Helm kreiert habe, der meine Sichtbarkeit für alle Straßenteilnehmer erhöht.“ Dass Eu-wen Ding bei weitem nicht der einzige ist, der diesen Wunsch verspürt, zeigt der Erfolg seiner Kickstarter-Kampagne für den „Fahrradhelm der Zukunft“: 6.072 Unterstützern war die Idee 809.551 US-Dollar wert. Das eigentliche Finanzierungsziel hatte bei 125.000 Dollar gelegen.

Gemeinsam mit einem kleinen Team in Boston perfektionierte Eu-wen Ding seine Idee. Sie benötigten ein Jahr, um „Lumos“ markttauglich zu machen. Auf den ersten Blick sieht der Fahrradhelm aus wie.. nun ja, ein Fahrradhelm. Sobald man ihn einschaltet, wir aber klar, dass da noch einiges mehr dahinter steckt.

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60 LEDs für verschiedene Signale

Mit 410 Gramm wiegt der „Fahrradhelm der Zukunft“ zwar etwas mehr als andere Modelle – nach einem Blick auf seine Fähigkeiten wird aber schnell klar, warum das so ist. Mit mehr als 60 eingebauten LEDs visualisiert „Lumos“ verschiedene Signale – ähnlich den Rücklichtern eines Autos. Wenn der Fahrradfahrer langsamer wird, erkennt das der Helm dank dem eingebauten Beschleunigungssensor und aktiviert die roten Bremslichter auf seiner Rückseite. Wenn man abbiegen möchte, kann ein gelbes Blinkersignal durch eine kabellose, am Fahrradlenker montierte Fernsteuerung ein- und ausgeschaltet werden.

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Wasserfestes High Tech-Gerät

Wie es sich für ein Ding, das man am Kopf trägt und das denselben schützen soll, gehört, ist „Lumos“ robust und wasserfest. Der „Fahrradhelm 2.0“ hat eine Akkulaufzeit von etwa 3 Stunden, aufgeladen wird er via Mico-USB-Kabel. Der Helm ist in „Kohleschwarz“ und „Perlweiß“ erhältlich, durch das Erreichen eines so genannten „Stretch Goals“ auf Kickstarter wird „Lumos“ auch in „Kobaltblau“ erhältlich sein. Eine auf 50 Stück limitierte Auflage handbemalener Modelle soll es ebenfalls geben.

Markstart Mitte 2016

Da die Kickstarter-Kampagne bereits abgelaufen ist, ist es nicht mehr möglich, sich den funky Helm zu einem der üblichen Unterstützer-Spezialpreise zu sichern. Dank des großen Zuspruchs aus der Crowdfunding-Community wird „Lumos“ aber bald (voraussichtlich Mitte 2016) auf den Markt kommen. Wer sich in die Warteliste auf der Homepage einträgt, wird benachrichtigt, wenn Vorbestellungen wieder möglich sind.

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