Lotus Exige S www.hatzer.at Leserblog Wachauring
Hier ergaben sich offensichtlich keine Probleme mit Zuladung oder Leistungsgewicht.
 

Das Experiment

Hatzer.at verbringt einen Tag mit der Lotus Exige S auf dem Wachauring und macht ein Experiment zu deren Leistungsgewicht.

15.10.2011 User

Dank der großzügigen Einladung vom Autohaus Bulla verbrachte die „Hatzer“ von www.hatzer.at einen Tag am Wachauring und erlebte neben familiärer, freundschaftlicher Stimmung das Thema Leistungsgewicht an einem praktischen Beispiel zu verstehen.

27° Celsius – wolkenlos – der Asphalt brennt.

Vorwiegend grüne, gelbe und rote Flundern ziehen ihre Kreise auf dem 1,15km langen Rundkurs und begeistern die Zuschauer. Noch mehr grinsen all jene, die dieses Schauspiel live miterleben dürfen: Lotus Elise, Exige und Evora Fahrer – und ein paar junge User von hatzer.at.

Dort, am schönen Wachauring in Niederösterreich, fanden gerade die Läufe zum Lotus Bulla Sports Cup 2011 statt.

Gleich nach dem Eintreffen in der Boxengasse bot sich der Userschaft ein Bild des Schreckens. Es waren einige Fahrzeuge anwesend die das Wort „Leistungsgewicht“ erfinden hätten können. Eines schöner als das andere. Ein paar wenige sogar mit einem Klang der seinesgleichen sucht.

Nun gut, Sportwagen von Lotus waren immer schon schön anzusehen, aber fährt sich das auch gut? Genau diese Frage wollten wir heute klären. Um dieser Frage nach zu gehen hatten wir eine klare Strategie:

Beobachten – Analysieren – Erleben

Zunächst beobachteten wir einige Runden und stellten fest, dass ein Lotus offenbar ziemlich schnell um die Kurve bewegt werden kann. Die quietschenden Reifen gehörten hier zum guten Ton.

Dann analysierten wir, welche Ursache es haben konnte, dass es doch so spektakulär schnell war und stellten fest: vier Zylinder Mittelmotor, quer eingebaut, Heckantrieb.

Es gilt folgende Bewaffnung:
– 1796 cm³
– 243PS und 230Nm bei 5500 U/min (dank Performance Paket, die Serie bietet „nur“ 221PS und 221Nm)
– Kompressor Aufladung mit RAM-Air
– Beschleunigung 0-100 in vier Sekunden
– Top Speed 250km/h
– Leergewicht 935kg
– Leistungsgewicht 4,23kg / PS
– Semisukkulent der Marke Yokohama
– und eine gute Portion Erfahrung, Mut und Popometer

Und schließlich erlebten wir am Beifahrersitz, dass ein mutiger Fahrer noch lange keinen mutigen Beifahrer macht.

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Ganz im Ernst: Alle mitgekommenen User bestanden aus gestandenen Frauen und Männer denen Geschwindigkeit in der Regel nichts anhaben kann, die selbst Autos gerne im Grenzbereich bewegen und wissen wo sich der Grenzbereich befindet.

Und plötzlich ist es ganz, ganz still am Beifahrersitz – die Stimme ist weg aufgrund immensen Respekts vor den Kurvengeschwindigkeiten, die erreicht werden.

Da, wo unsereiner – gestandene Frauen und Männer – spätestens den Anker werfen würde, da bleibt der Instruktor weiter am Gas um sehr viel später, viel schneller als man aus dem Physikunterricht gelernt hat, in die Kurve zu fahren.

Der Instruktor beendete die Runde und fuhr mit einem Lächeln in die Boxengasse, er wusste, das er uns beeindrucken würde – verdammt nochmal wir waren beeindruckt! Und dann kam die fast schon obligatorische Feststellung: ich will sowas fahren!

Der Geschäftsführer von Bulla, Raoul, reichte uns den Schlüssel mit den Worten „Probier´s aus!“

So geschah es auch. Wir drehten Runde um Runde und jeder von uns hätte den gesamten restlichen Tag damit verbringen können, den Lotus am Track zu bewegen. Mit jeder Kurve tasteten wir uns an einen neuen, noch nie zuvor erlebten Grenzbereich heran.

Einige von uns erzielten dabei auch noch sehr respektable Rundenzeiten, die auch von Raoul mit Lob aufgewertet wurde. Doch dann überlegten wir uns den Leistungsgewicht-Härtetest – wir stellten uns in einer Reihe auf und wählten die beiden größten und gewichtigsten User aus – zur Wahrung der Anonymität nennen wir die beiden einfach Martin und Chris.

Martin meinte noch: „Anfangs war ich noch zuversichtlich dort recht souverän einsteigen zu können.“ Doch als es dann soweit war und er versuchen durfte dort reinzukommen, war er ein wenig in der Zwickmühle. Einerseits sah er sich schon feststecken, zwischen Schweller und Schalensitz, andererseits wollten wir es uns nicht nehmen lassen, unseren Leistungsgewicht – Härtetest auf dieser Strecke durchzuführen.

„Also gut, auf in den Kampf“ – waren Martins Worte!
Normal einsteigen – Fehlanzeige
Mit den Füßen voran – Fehlanzeige
Der Profi von der Fa. Bulla musste her und siehe da, es gelang!

Fragt nicht wie, es ging. Auch wenn sich ab dem Zeitpunkt, als er im Schalensitz eingeklemmt war wie in einem Schraubstock, Bedenken breit machten. Ob er das Auto jetzt wohl kaufen muss und nur noch hier schlafen kann? Oder ob der nächste Kunde ihn einfach mitkaufen würde?

Das „Problem“ hierbei war nicht nur der Bauch, sondern auch die Tatsache, dass die Exige S ein Hardtop hat welches mit sechs Schrauben fixiert ist. Auf dem Hardtop war das RAM-Air montiert, auf das man ja auf keinen Fall verzichten will.

Nun kam der Beifahrer ran – der Chris. Der hatte etwas weniger Not einzusteigen (er musste schließlich auch kein Lenkrad unterbringen).

Aktuelles, offizielles hatzer.at Leistungsgewicht: 5,22kg pro PS. So viel wie noch nie eine Exige S zuvor gesehen hatte und wohl auch nie wieder sehen wird. Nun haben wir hier zwei 100kg+ Leute in einem Fahrzeug sitzen, welches eigentlich auf Leistungsgewicht optimiert ist. Toll. Ganz Toll. Aber in diesem Moment war es schon zu spät, wir bekamen bereits das „GO“ für die Strecke.

An dieser Stelle sei angemerkt, dass wir erst bei der Recherche für diesen Beitrag gemerkt haben, dass für die Exige S nur eine Zuladung von 185kg zulässig ist.

Kaum auf der Strecke, versuchte Martin sich mit dem Kurs des Histo-Cups“ vertraut zu machen. Erstes Statement von ihm: „Heilige Sch****, wie sehr kann ein Auto trotz suboptimalen Gewichtsverhältnissen derart in der Kurve kleben?“

Es ist einfach unbeschreiblich wie gut das Handling der Exige S ist. Das Fahrzeug reagiert fast so, als wüsste es schon vor dem Einlenken, wo es eigentlich hingehört. Fahrwerkstechnisch wirklich top. Leistungstechnisch war es ebenfalls hervorragend, jedoch sicher ein wenig durch die hohe „Zuladung“ beeinträchtigt.

Es gelang auch mit roher Gewalt nicht, die Exige S aus dem Konzept zu bringen. Das Heck bleibt dort, wo es hingehört, die Vorderräder machen dass, was der Fahrer im Innenraum gerne hätte. Lediglich die Platzverhältnisse im Innenraum könnten ein wenig besser sein. Aber auch das kann auf die „Zuladung“ zurückgeführt werden.

Die ganze letzte Runde überlegte sich Martin, in der er mehr oder weniger ausrollte, wie er wohl aussteigen würde. Auch der Einsatz technischer Hilfsmittel ging ihm durch den Kopf. Umso größer war die Verwunderung, wie leicht der Ausstieg war (im Vergleich zum Einstieg – oder wurde sein Körper durch die Schalensitze neu formiert?)

Resümee

Es gibt sie doch noch, die erstaunten Blicke von erfahrenen Usern – die einen waren erstaunt, dass dieser Lotus soviel Spaß machen konnte, derart gut in der Kurve zu bewegen war und die anderen, das Martin und Chris überhaupt aus dem Fahrzeug kamen!

Mehr Bilder findest du auf www.hatzer.at Danke an das gesamte Autohaus Bulla für diesen tollen Testtag!

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