Uahhh, Sonne. Na dann viel Spaß in Wien, Herr Danzig!

(Aber, Pluspunkt: Man hat bei der Hitz recht wenig an.)
 

Danzig! Düster! Heiß! Heute!

Glenn Danzig kommt am Mittwoch nach Wien und wird nicht nur ein volles Danzig- sondern mit Paul Doyle Caiafa auch ein volles Misfits-Set performen. Zeit, sich zu erinnern und die Haare zu raufen, weil man keine Karten mehr bekommen hat.

31.07.2013 Online Redaktion

Es reicht gerade mal zum Schlagworte röcheln: Alle Projekte des mittlerweile 58-jährigen aufzuzählen würde ohnehin jeden vernünftigen Rahmen sprengen. Daher das wichtigste vorweg: 1977 gründete der kleine Glenn die Misfits und damit die wohl bekannteste Gruselpunkband der Welt. 1983 folgten Samhain und in weiterer Folge Danzig unter den Fittichen von Rick Rubin, der sich Freunden gitarrenlastiger Musik erst kürzlich wieder als Produzent des neuen Black Sabbath-Albums in Erinnerung gerufen hat. Dementsprechend fett klang dann auch das selftitled Debütalbum, das schon seit Jahr(zehnt)en so ein Klassiker ist, als wäre der Sänger bereits tot.

Außerdem hat Danzig Songs für noch ältere Hasen wie Johnny Cash und Roy Orbison geschrieben, die diese auch dankbar entgegengenommen haben. Da muss selbst der schärfste Gegner ein bisschen anerkennend dreinschauen.

Dass der Ruhm ihm ein bisschen zu Kopf gestiegen sein scheint, kann man ihm also nicht verübeln: In seinem jahrzehntelangen Schaffen hat Glenn Danzig nicht nur mit seiner Musik, sondern auch mit seiner Person gehörig aufgemischt. Neben stetigen Seitenhieben auf seine zu seiner Muskelmasse umgekehrt proportionale Körpergröße kursieren auch lustige Gerüchte über den bösen Glenn: So soll er mal den Teufel anbeten, mal Mädchen einer bestimmten Altersgruppe mit Uniabschluss auf seiner Catering-Liste fordern. Natürlich nur, wenn er nicht gerade willkürlich jemanden verprügelt. Ein ganz normaler Rockstar eben.

Er selbst hat derartige Absurditäten immer abgestritten. Und egal, wie blöd man ihn auch findet: Wenn der kompakte Muskelmann den Mund aufmacht und zu singen beginnt, schmelzen sowieso alle Zweifel wie Zitroneneis in der vor Hitze aufs dreifache angeschwollenen Hand.

Ergänzt wird das Spektakel am Mittwoch übrigens durch Paul Doyle Caiafa, Gründungsmitglied der Misfits. Das ist der gute Caiafa, das ist wichtig zu erwähnen, denn sein böser Bruder hat ja als Sänger der „neuen“ Misfits für reichlich Irritationen und spöttisches Desinteresse – vor allem beim „Evil Elvis“ himself – gesorgt, und das zu Recht. Zu glauben, man könnte einen, nein, den Danzig, ersetzen, ist ja auch wirklich kreativ.

Wer also irgendwo eine Misfits-Show angekündigt sieht, sollte nicht hingehen. Das Misfits-Set am Mittwoch wird hingegen vielleicht wahrscheinlich ein Hammer, ganz bestimmt aber rar. Das haben sich anscheinend bereits einige gedacht, denn die Open Air Show in der Arena war bereits vor Wochen restlos ausverkauft. Glühende (vor Begeisterung, nicht Hitze) Fans können ja trotzdem mit 400 anderen vor den Toren der Arena darauf warten, einem listig vorausschauenden Kartenhamsterer dankbar eine völlig überhöhte Summe für ein Restticket in die Hand drücken zu dürfen. Allen anderen sei geraten, sich einen Ventilator vors Gesicht zu stellen und den Abend mit Danzig-YouTube-Zapping zu verbringen. Und hier der Klassiker zur Einstimmung:

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