© Bild: ROLEX DELA PENA / EPA / picturedesk.com
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Mehr Delikte, aber höhere Aufklärungsquote laut Cybercrime-Report 2013

Soziale Netzwerke immer mehr im Fokus – „Langeweile und Geltungsdrang“ vor allem bei jungen Tätern als Motive

11.08.2014 APA

Die Zahl der im Internet begangenen Delikte ist im Vorjahr erneut gestiegen. Wie aus dem vom Bundeskriminalamt (BK) am Montag publiziertenCybercrime-Report hervorgeht, wurden 2013 11.199 Fälle angezeigt, was einem Anstieg von 8,6 Prozent gegenüber 2012 entspricht. Mit der Anzahl der Delikte stieg aber auch die Aufklärungsquote.

Soziale Netzwerke immer mehr im Fokus

Von 2011 auf 2012 war in Österreich noch eine Steigerung der Anzeigen von über 110 Prozent zu verzeichnen. Die Aufklärungsquote bei allen Cybercrime-Delikten stieg 2013 auf 40,7 Prozent, was ein Plus von 13,5 Prozent bedeutet. Cyberkriminelle würden sich zudem immer stärker auf soziale Netzwerke konzentrieren und verwenden diese für Betrugsversuche oder die Verbreitung von Schadsoftware. „Die intensive Nutzung von Sozialen Medien, allen voran Facebook und Twitter, sowie neue Trends wie zum Beispiel ‚Google-Glass‘ oder der Einsatz von ‚action cams‘, machen immer mehr individuelle Lebensbereiche öffentlich sichtbar und damit auch für Kriminelle transparent“, heißt es im Report.

„Langeweile und Geltungsdrang“ als Motive

„Die Motive für viele Cyberdelikte sind vor allem finanzielle Interessen sowie Langeweile und Geltungsdrang, zum Beispiel bei jungen Hackern“, so der Direktor des Bundeskriminalamtes General, Franz Lang. Im letzteren Fall berichtet der Cybercrimereport von „Hacktivismus“, mit dem Ziel mediale Aufmerksamkeit zu erreichen, als immer wichtigeren Motivationsgrund. Im Zehnjahresvergleich ergeben sich für Delikte bereichsübergreifend besonders hohe Zuwachsraten: Die Zahl der Anzeigen nach § 118a StGB (Widerrechtlicher Zugriff auf ein Computersystem) stieg etwa von 26 auf 391 Fälle, was einem Anstieg von mehr als 1.400 Prozent entspricht.

Geschädigte erstatten oft keine Anzeige

Dass Tatorte von der „echten“ in die virtuelle Welt wechseln, hat mit der weiteren Zunahme der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) zu tun. Was für Kriminelle von Vorteil ist, denn Internetuser fänden sich laut dem Report – im Gegensatz zur realen Welt – auch damit ab, Opfer eines Betrugs werden zu können. Geschädigte Firmen erstatten oft keine Anzeigen, um ihre Reputation zu wahren.

Hohes Tempo

Die virtuellen Kriminellen machen den Ermittlern scheinbar durch ihr Tempo zu schaffen: „Auch die sich immer schneller verändernde neue Sprache mit immer spezifischerem Fachvokabular, die die Kriminellen für ihre Machenschaften benutzen, erschweren neben Verschlüsselungs- und Anonymisierungssoftware die Gefahrenabwehr und die Strafverfolgung durch die Sicherheits- und Justizbehörden“, heißt es im Vorwort des Reports.

Experten rechnen mit weiterem Anstieg und neuen Formen von Cyberkriminalität

Neue Technologien werden in Zukunft weiterhin neue Erscheinungsformen von Cyberkriminalität begünstigen, heißt es zudem im Report. Genannt wurde der Einsatz von „NFC“ (Near Field Communication) zur Durchführung kontaktloser Zahlungsvorgänge, aber auch Verkehrsmittel, die mit der Möglichkeit zur Netzwerk-Kommunikation ausgestattet werden, wie zum Beispiel Smart-Vehicles und Drohnen, warnt der Bericht abschließend.

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