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YouTube-Videos ansehen gehört für Magic Leap zu den leichtesten Übungen..
 

Computer-Games: Steht uns tatsächlich eine Mega-Revolution bevor?

Das mysteriöse Start-Up Magic Leap präsentiert Einblicke in ein Game, das – sofern es echt ist – die Videospiel-Branche revolutionieren kann.

23.03.2015 Online Redaktion

Das Start-Up Magic Leap könnte man durchaus bereits als erfolgreich bezeichnen. Immerhin hat das Unternehmen aus Florida bereits Hunderte Millionen Dollar von Investoren erhalten – 542 Millionen kamen alleine von Google im vergangenen Jahr. Man könnte meinen, dass Magic Leap dafür bereits etwas Bahnbrechendes vorzuweisen habe. Tatsächlich verhält es sich aber so, dass kaum jemand weiß, was das Unternehmen bis dato eigentlich genau erreicht hat. Genau das wollte Magic Leap mit der Veröffentlichung eines Videos zur Demonstration ihrer Technologie ändern – und erntete dafür nicht nur Lorbeeren, sondern auch viel Kritik.

Echte Hologramme direkt von der Netzhaut

Klar ist, dass Magic Leap daran arbeitet, computergenerierte 3D-Bilder zu erzeugen, die sich extrem realitätsgetreu in den Raum integrieren. Dafür sollen die Bilder direkt auf die Netzhaut des Betrachters projiziert werden. Näheres über die Technologie, die Magic Leap für seine Darstellungen nutzt, ist aber zumindest der Öffentlichkeit nicht bekannt. Dafür präsentierte das Unternehmen in einem Video, was sie angeblich können soll – und, wie ein Pressesprecher betonte – auch tatsächlich bereits kann.

Revolutionärer Tag im Magic Leap-Büro

Und wenn es auch nur annähernd der Wahrheit entspricht, was Magic Leap da in dem Video mit dem Titel „Just another Day at the Office at Magic Leap“ (Bloß ein weiterer Tag im Büro bei Magic Leap) zeigt, wird klar, warum sich die Investoren um das Start-Up ohne konkrete Ergebnisse reißen. Das Video stellt nicht nur die Nutzung von alltäglichen Apps wie YouTube und einem Mail-Programm dar, die im Raum schweben und sich scheinbar beliebig an real vorhandene Einrichtungsgegenstände andocken lassen, sondern gibt auch Einblick in einen Ego-Shooter namens „Victory“, der das bisherige Verständnis von Videospielen auf den Kopf stellt. Aber seht selbst:

Realität oder Fake?

Magic Leap betont immer wieder, dass in dem Trailer bereits existierende Anwendungen, die auch tatsächlich im Magic Leap Office benutzt werden, handelt. Trotzdem sind Experten und jene, die es gerne wären, auf der ganzen Welt skeptisch. Die „Cinematic Reality“, so grenzt sich Magic Leap von der Augmented Reality ab, scheint zu perfekt zu sein, um real sein zu können. Kritisiert werden zum Beispiel der Rückstoß der Waffe beim Feuern, die Tatsache, dass der Spieler aus mehreren Waffen wählen können soll und die tadellose Integration der Umgebung und das Spiel. Zudem arbeitet Magic Leap offenbar mit dem Spezialeffekte-Unternehmen Weta Workshop zusammen, das unter anderem Effekte zu den Hobbit-Filmen beigesteuert hat.  Einige Kritiker deuten das als Hinweis, dass Magic Leap zumindest derzeit noch mehr Fake als Realität ist.

Magic Leap-Game angeblich bereit zur Präsentation

Im Sinne der Neugier auf neue, revolutionäre Technologien (und der Liebe zu Computerspielen) hoffen wir aber, dass die Kritiker sich irren und Magic Leap tatsächlich eine völlig neue Dimension der Augmented oder „Cinematic“ Reality eröffnet. Magic Leap beharrt auf jeden Fall darauf, dass ihre Technologie bereits voll funktionsfähig ist. Das Video kommentiert das Unternehmen mit: „Leider haben wir es nicht zur TED [Innovations-Messe] geschafft, aber wir wollten eines der Dinge mit euch teilen, die wir dort gerne vorgestellt hätten. Das ist ein Spiel, das wir im Büro gerne spielen (keine Roboter wurden während der Dreharbeiten verletzt)“.

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