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Bling Bling: Apples neue Luxus-Uhr und ein visionäres MacBook

Die „Luxus-Version“ kostet ab 11.000 Euro- aber keine Sorge, es gibt sie auch fürs Fußvolk. Die Apple Watch im Überblick.

11.03.2015 APA

Apple kann’s nicht lassen: Der Elektronik-Riese aus Kalifornien dringt in immer mehr Branchen ein. Nach der Musik- und Filmindustrie und der Mobilfunkbranche steht nun das Luxus-Geschäft auf der Apple-Agenda. Ob die Konkurrenz in diesem Feld vor Apple zittern muss, wird sich aber erst zeigen.

Apple und die Luxusaccessoires

Eine Computeruhr zum Preis eines Kleinwagens und ein zierliches Notebook, das es auch in Gold-Optik gibt – die letzten Zweifel, dass Apple jetzt auch ein Luxusmode-Anbieter ist, wurden am Montag zerstreut. Der Konzern aus der kalifornischen Kleinstadt Cupertino, der vor knapp 40 Jahren mit einem handgelöteten Computer-Bausatz in einer Garage seinen Anfang nahm, wird seine Uhren nun unter anderem im Herzen der Modewelt im Pariser Konsum-Tempel Galeries Lafayette präsentieren.

Goldene Apple Watch um 11.000 Euro

Mindestens 11.000 Euro oder 10.000 Dollar wird die „Edition“-Version der Apple Watch mit einem Gehäuse aus 18-Karat-Gold kosten. Das übersteigt um ein Vielfaches alle Preise der Konkurrenz. Aber in dieser Liga heißen die Rivalen der Apple Watch auch nicht Samsung, LG oder Huawei, sondern Hublot, Rolex oder TAG Heuer. Gegen manche von ihnen wirkt auch der Preis der „Edition“ noch relativ günstig. Apple greift nicht nur im Smartwatch-Geschäft an, sondern im Uhren-Markt insgesamt – und prescht vor allem ins Revier der Schweizer Uhrmacher vor.

Apple-Produkte nicht mehr für alle leistbar

Auf den ersten Blick ist es eine Abkehr von einem demokratisierenden Eckpfeiler der Apple-Philosophie: Ob Student, König oder Milliardär – mehr als das Top-Modell eines iPhone konnte auch alles Geld der Welt nicht kaufen. Mit der Uhr als Mode-Statement kann man nun erstmals bei Apple tausende Euro oder Dollar mehr für die gleiche Technik bezahlen, nur weil sie in einer anderen Hülle steckt. Damit ist die Logik umgedreht: Egal wie viel man bezahlt – technisch steckt ein und die selbe Computeruhr drin.

Apple Stores werden zu Uhrengeschäften

Eine Folge ist, dass viele der aktuell 453 Apple Stores nun auch zu Uhren-Fachgeschäften werden. Statt Gigabyte an Speicher, der Pixel-Zahl in einem Display oder der Taktfrequenz eines Chips wird es an diesen Vitrinen um Material-Auswahl, Farben des Leder-Armbands oder die Form der Verschlüsse gehen. Die frühere Burberry-Chefin Angela Ahrendts soll Apple als Verantwortliche für die Konzern-Läden über dieses fremde Feld führen.

„Fußvolk“-Version der Apple Watch bereits um 399 Euro

Für die Funktionen der Apple Watch müssen die iPhone-Fans aber nicht unbedingt über 10.000 Euro auf den Tisch legen: Das kleinere Einsteiger-Modell „Sport Edition“ ist in Deutschland für 399 Euro zu haben, die etwas größere Uhr kostet 50 Euro mehr. Das Standardmodell „Watch“ startet bei 649 Euro, je nach Armband werden aber bis zu 1.249 Euro fällig.

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© Bild: KAY NIETFELD / EPA / picturedesk.com

Vernetzung von Watch-Usern

Apple versuchte bei der Präsentation erneut, attraktive Nutzungsszenarien für die Computeruhr zu präsentieren. Kommunikation zwischen zwei Watch-Nutzern solle der Schlüssel sein, betonte der von Adobe zu Apple gewechselte Manager Kevin Lynch. Er malte mit dem Finger ein Katzengesicht auf dem Watch-Display, das zeitgleich auf einer anderen Uhr auftauchte. Er zeigte, wie man den Herzschlag an einen Partner übertragen oder mit dem Finger Klopfzeichen senden kann.

Alltag entscheidet über Sinn der Apple Watch

Lynch demonstrierte, wie Anrufe angenommen werden können, sich mit der Uhr Hotelzimmer und Garagentüren öffnen lassen, wie Einkäufe bezahlt sowie Sprachkommandos makellos ausgeführt werden. Doch Lynch hastete durch seine Präsentation und hinterließ eher den Eindruck, dass erst der Alltag auch über den Sinn der Apple Watch – genauso wie der gesamten Klasse der Computeruhren – entscheiden wird. Dazu sollen auch unzählige App-Entwickler beitragen, die ihre Programme für die Apple Watch entwickeln.

Schweiz vs. Kalifornien

Auch bei der goldenen Apple Watch blieb am Montag eine zentrale Frage offen. Schweizer Uhren können auch viele Tausend Euro kosten – aber es sind dafür oft auch langlebige Präzisionswerkzeuge, die bei guter Pflege von Generation zu Generation weitergegeben werden können. Eine Smartwatch hingegen wird absehbar nach nur wenigen Jahren obsolet sein. Wird es für das Geld also eventuell eine Upgrade-Option geben? Oder richtet sich die „Edition“ an ein Publikum, das soviel Geld hat, dass dies keine Rolle spielt?

Luxus und Charity

Apple bemühte sich bei dieser Vorstellung jedoch auch, einen Gegenpunkt zum neuen Image des Luxus-Konzerns zu setzen. So veröffentlicht das Unternehmen eine Software mit dem Namen „Research Kit“. Damit will Apple Wissenschafter bei ihren medizinischen Studien unterstützen, wenn sie Krankheiten wie Diabetes, Brustkrebs oder Parkinson bekämpfen wollen. Die Software wird anders als andere Apple-Programme als Open Source veröffentlicht, was dem Konzern in sozialen Netzwerken viele positive Kommentare einbrachte.

Die wichtigsten Fakten zur Apple Watch auf einen Blick:

MODELLE:

Es gibt drei Modelle, nämlich die Apple Watch Sport im Aluminiumgehäuse, die Apple Watch mit Edelstahlgehäuse sowie die Apple Watch Edition aus Gold.

VARIANTEN:

Jedes Modell wird in zwei Varianten angeboten, eine kleinere mit 38 Millimeter breitem Gehäuse und eine mit 42 Millimeter breitem Gehäuse für kräftigere Handgelenke.

PREISE:

Die kleinere Sport-Uhr mit einem 38-Millimeter-Gehäuse kostet 399 Euro, das größere Modell 449 Euro. Die Edelstahl-Variante gibt es ab 649 Euro und für die limitierte „Edition“-Ausgabe aus 18-Karat-Gold muss man je nach Ausstattung und Größe zwischen 11.000 und 18.000 Euro hinblättern. Die niederen Preise in den USA ab 349 Dollar (321,40 Euro) enthalten keine Umsatzsteuer, die Preise in Deutschland werden mit Mehrwertsteuer ausgewiesen,

STARTTERMIN:

Für Österreich kommuniziert Apple auf APA-Nachfrage noch keinen Starttermin, verweist auf den Online-Store. Deutschland hingegen gehört zu den neun Ländern, in denen die Apple Watch am 24. April in den Handel kommt. Vom 10. April an kann sie vorbestellt und in Apple-Läden ausprobiert werden.

IPHONE:

Die Apple Watch kann nur mit einem halbwegs aktuellen iPhone (5, 5s, 5c, 6 oder 6 Plus) in Betrieb genommen werden. Auch die Apps von Drittanbietern werden über eine Bluetoothverbindung vom iPhone aus auf der Watch installiert.

BATTERIELAUFZEIT:

Die Uhr soll bei gewöhnlicher Nutzung 18 Stunden halten und damit von morgens bis abends. Apple erklärt, dass sie bei einer typischen Nutzung meist nur wenige Sekunden pro Aktion im Einsatz sein könnte.

WASSERDICHTE:

Tim Cook sagte kürzlich einem Mitarbeiter im Berliner Apple Store, er gehe mit seiner Watch auch duschen. Offiziell spricht Apple von einer „Wasserdichte nach IPX7“, die einen „Schutz gegen zeitweiliges Untertauchen“ bietet. Nach dieser Norm hält die Watch rund 30 Minuten in einem Meter Wassertiefe dicht.

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