Black Sabbath heizen auch 2013 ordentlich ein
 

Noch immer Paranoid?

Nach 35 Jahren gibt es ein neues Black Sabbath-Studioalbum mit drei von vier Gründungsmitgliedern. Mit „13“ strebt die Altherrenpartie Back To The Roots.

12.06.2013 Online Redaktion

Nach seinen Ausflügen in die Welt der Reality Soaps und rührseligen Duette mit Familienmitgliedern ist Ozzy Osbourne wieder dort, wo er hingehört: Bei einer Band, die der Welt ab 1970 nicht nur einige der besten Alben überhaupt, sondern auch den Doom Metal und damit einen ganzen Schwall von Nachzüglerbands gebracht hat. Auch Gitarrist Tony Iommi und Geezer Butler am Bass, beide wie Osbourne Gründungsmitglieder, sind bei „13“, so der Titel des vergangenen Freitag erschienenen Werkes, trotz aller Widernisse wieder mit von der Partie. Das kann doch nur großartig sein. Oder?

„13“ wartet mit solidem Hardrock, mehr oder minder bösen Riffs, typischem Singsang, vielen Soli, mal ruhigen, mal doomigen Passagen sowie Referenzen auf das vergangene Schaffen der Metal-Pioniere auf. Alles gut gemacht, und eigentlich auch so wie immer, trotzdem kann Sabbaths neuestes Studioalbum nach ein paar Mal Durchhören nicht so recht überzeugen. „13“ erinnert im Vergleich mit früheren Alben an ein kleines Hündchen, das zum zehnten Mal ein Stöckchen bringt, das man gar nicht haben will, oder an ein selbstgebasteltes Geburtstagsgeschenk: Es ist eh lieb gemeint. Aber…

Ja, was eigentlich? Ozzys Stimme könnte man unbemerkt einem 20jährigen anheften, die übrigen Bandmitglieder beherrschen ihre Instrumente wie eh und je (Neuerung am Schlagzeug: Brad Wilk von Rage Against The Machine), und Produzent Rick Rubin ist ohnehin ein Meister seines Fachs, der die Herren mit dem bescheidenen Anspruch, mit „13“ das beste Black Sabbath-Album aller Zeiten zu produzieren, zur friedlich-kreativen Zusammenarbeit motivieren konnte. Und doch fehlt etwas. Die Songs wirken zum Teil uninspiriert und nicht besonders eingängig – und das von einer Band, deren frühe Hits sich bereits beim einmaligen Hören so hartnäckig im Kopf festsetzen, dass man noch Tage später mit gesenktem Kopf durch die Stadt laufen muss, da man permanent unfreiwillig diabolische Textfragmente vor sich hermurmelt.

Auf ihre alten Tage sind Black Sabbath auf jeden Fall – so wie vermutlich der eine oder andere Sabbath-Fan in Bezug auf dieses Album – not so sure: „God is dead?“, fragt die erste Singleauskopplung unverbindlich.


Und wen Ozzys Stimme entfernt daran erinnert, dass sich auf einem staubigen, schnurgeraden Highway eine gute alte Doom-Walze eventuell doch besser machen würde als diese zwar fett produzierte, aber nicht unbedingt bahnbrechende Rockscheibe: Hier ist der ideal Begleiter.

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  • Wolfgang M.

    Wenn schon die Scheibe nicht zu 100% rockt, dann zumindest die rewiew! Und wer könnte einem kleinen Hündchen schon böse sein?

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