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Clarkson beim Top Gear Festival in Sydney.
 

Best/Worst of Jeremy Clarkson’s Political Incorrectness

Der BBC ist der Kragen geplatzt – zu lange wurde die Liste von Jeremy Clarksons „Vergehen“ in den letzten 25 Jahren. Das sind die Top-Top Gear-Kontroversen, powered by Clarkson.

11.03.2015 Online Redaktion

Ach, Jeremy. Jetzt hat er es tatsächlich geschafft. Seit über 25 Jahren beglückt Jeremy Clarkson uns als Host der Auto-Show Top Gear auf der BBC mit Chaos, Klamauk und schwarzem Humor (und Autos). Dass er dabei provoziert und polarisiert, gehört dazu wie der Star im reasonably priced car oder der gesichtslose Rennfahrer The Stig. Teilweise schlägt er dabei geringfügig über die Stränge und zieht mitunter den Zorn ganzer Nationen auf sich. Trotzdem hat es über 25 Jahre gebraucht, bis der BBC angesichts Clarksons wiederholter „Ausrutscher“ der Kragen geplatzt ist. Am Dienstag wurde bekannt, dass der Sender den langjährigen Top Gear-Host Jeremy Clarkson wegen „Ärger mit einem Produzenten“ suspendiert hat. Auch von dem im Mai vergangenen Jahres ausgesprochenen Ultimatum, die BBC werde ihn bei der nächsten beleidigenden Bemerkung feuern, ließ Clarkson sich nicht zähmen. Dieser Mann hat die Policital Incorrectness einfach im Blut:

The Best (worst) of Jeremy Clarkson’s Political Incorrectness

  • Ende 2014 war die Top Gear Crew gezwungen, aus Argentinien zu fliehen, nachdem Empörung und wütende Proteste über eine Nummerntafel ausgebrochen waren: „H982 FLK“. Sie wurde als Anspielung auf den Falklandkrieg im Jahr 1982 zwischen Argentinien und England gedeutet.
  • Die Britische Medienaufsichtsbehörde Ofcom zensierte eine Top Gear Folge, als ein „rassistischer Begriff“ im Burma-Special auftauchte: Er bezeichnete einen asiatischen Mann als „slope“.
  • Im Mai 2014 veröffentlichte die Zeitung Daily Mirror ein Video, in dem Jeremy Clarkson einen rassistischen Begriff (das N-Wort) in einen Kinderreim einfließen lässt. Damals bat er in einem Video-Statement um Verzeihung.
  • Im Oktober 2012 verurteilte die BBC Kommentare von Clarkson, in denen er das Design von Campingbussen mit Menschen mit Gesichtsdeformierungen vergleicht.
  • Im Jänner 2012 beschwerten sich indische Diplomaten über ein 90-minütiges Indien-Special, in dem Clarkson ein Auto mit Toilette als „perfekt für Indien, weil jeder der hier herkommt, bekommt Durchfall“ bezeichnet. Clarkson musste sich daraufhin – wieder einmal – bei einem ganzen Land entschuldigen.
  • Im Februar 2011 entschuldigte sich die BBC bei Mexico, weil Jeremy Clarkson Mexikaner als „faul“ und „inkompetent“ bezeichnet hatte.
  • Im Oktober 1998 kritisierte der Hyundai Clarksons Aussage bei der Birmingham Motor Show, die Mitarbeiter des Autobauers hätten „einen Hund gegessen“. Die BMW-Mitarbeiter habe er als „Nazis“ bezeichnet.
  • In Folge 7 der 6. Staffel bezeichnet Clarkson den Daihatsu Copen als „ein bisschen schwul“. Darüber beschwerten sich aber immerhin nur 4 Seher.

Wie’s mit Jeremy Clarkson und Top Gear weitergeht, lest ihr bei uns im Autorevue Fahrerlager.

Die Fragen des Tages: Ist Jeremy Clarkson ein Arschloch? Kann es ein Top Gear nach Clarkson geben? – Ein Kommentar von Christian Kornherr

  • okumonux

    Er hat laut Augenzeugenbericht einen Producer geschlagen und ihm gedroht ihn rauszuwerfen. Das hat mit „schwarzen Humor“, „Ironie“ oder „politischer Provokation“ aber überhaupt nix zu tun…

  • gregor riess

    Was immer gewesen sein mag (BBC hüllt sich in Schweigen), es ist schwer vorstellbar, daß es im Kern nicht darum geht, einen Unbequemen zu beseitigen. Vor lauter political correctness gibt`s dann nur mehr lauwarme Sendungen ohne Ironie, Ecken und Kanten.

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