Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Und ein Bild mit Worten erst
 

Bunte Vögel, Bouncy Beats

Die New Yorker Rapperin Azealia Banks macht farbenfrohen Spaß für alle über 18.

16.06.2013 Online Redaktion

Wer zu denjenigen gehört, die arglose Passanten gerne im Vorbeirauschen mit wummernden Beats erschrecken, weil die Anlage im Auto besser ist als die im Wohnzimmer und der durchschnittliche Passant weniger nachtragend als der ruhebedürftige Nachbar, sollte unbedingt ein Auge (und zwei Ohren) auf Azealia Banks werfen. Die 22-jährige Rapperin entzückt den geneigten Rezipienten mit fetten Beats und catchy rhymes und nimmt dabei wahrlich kein Blatt vor den Mund – was man schweren Gewissens hinnehmen muss, da zensierte Versionen ihrer Songs wohl ein einziges Pfeifgeräusch ergeben würden. Bringt man das fertig, eröffnet sich einem aber der Zugang in eine bunte, laute und tanzbare Raum-Zeit-Blase.

Da die Musikvideos der New Yorkerin nicht wie bei so vielen anderen Künstlern marketingtechnisch notwendiges, aber eigentlich vernachlässigbares Beiwerk darstellen, sondern das Gesamtkonzept Azealia Banks um mindestens 66,6 Prozent aufwerten, empfiehlt sich zum Einstieg nicht der wohl populärste Track „212“ von Azaelias 1991-EP, sondern „Atlantis“ vom 2012 releasten Mixtape „Fantasea“. Menschen mit erhöhter Photosensitivität sollten sich beim ersten Abspielen eventuell die Augen zuhalten.

Weltweit warten Verrückte gespannt auf Azealias neues Album „Broke With Expensive Taste“, das irgendwann 2013 den Weg aus den hintersten Winkeln des Universums zu uns finden soll – bislang vertröstet die Harlemerin ihre Groupies aber noch mit mehr oder weniger frequenten Singleauskoppelungen.

Die jüngste Single trägt den hippen Namen „YUNG RAPUNXEL“ (an dieser Stelle nach Belieben Doppelkreuze einfügen) und schießt videotechnisch dann auch gleich den Vogel – konkret, die heterochromäugige Eule – ab, ist zum entspannten Cruisen am Sonntagmorgen aber nur bedingt geeignet. Wurde man allerdings von deliriösen Bekannten dazu überredet, sie mitten in der Nacht irgendwo hin zu chauffieren, ist „YUNG RAPUNXEL“ bestimmt eine gute Möglichkeit, sich mental rasch dem Level der Freunde anzupassen. Wobei man sich nicht wundern sollte, wenn man statt am eigentlichen Bestimmungsort in einer neonfarbigen Parallelwelt, in der ein aufrecht gehender Delfin sprechende Drinks verteilt, landet. Aber, seien wir ehrlich: Es gibt Schlimmeres.

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