Dr. Dre und seine Beats - eine profitable Idee.
 

Apple kauft Kopfhörermarke Beats

Der iPhone-Hersteller kauft die Kultkopfhörer-Marke Beats Electronics und den Musik-Streamingdienst Beats Music für drei Milliarden Dollar (2,2 Mrd. Euro).

29.05.2014 APA

Der iPhone-Hersteller Apple kauft die Kultkopfhörer-Marke Beats Electronics und den Musik-Streamingdienst Beats Music für drei Milliarden Dollar (2,2 Mrd. Euro). Der Zukauf ist der teuerste in Apples Unternehmsgeschichte, hieß es am Mittwochabend nach Börseschluss. Apple hat es dabei vor allem auf den rasant wachsenden Markt für Musik-Streaming aus dem Internet abgesehen.

Beats 2006 von Dr. Dre und Jimmy Iovine gegründet

Das von Hip-Hop-Star Dr. Dre und dem Musik-Produzenten Jimmy Iovine im Jahr 2006 gegründete Unternehmen ist für seine farbigen Kopfhörer mit dem auffälligen „b“ bekannt. Die Geräte sind trotz ihres vergleichsweise hohen Preises von fast 200 Euro auch in Europa in den vergangenen Jahren immer populärer geworden. Dabei haben sie sich im Terrain der deutschen Traditionsunternehmen Sennheiser und beyerdynamic sowie ihrem österreichischen Rivalen AKG breitgemacht. Deren Produkte halten viele Experten für technisch überlegen. Die Beats-Kopfhörer gelten aufgrund ihrer Basslastigkeit und ihres markanten Designs eher als Mode-Erscheinung.

Beats sicherte sich im September eine Finanzierung in Höhe von 500 Mio. Dollar

Erst im September hatte sich Beats eine Finanzierung in Höhe von 500 Millionen Dollar von der Beteiligungsgesellschaft Carlyle gesichert. Bei dieser Investition wurde der Firmenwert auf lediglich eine Milliarde Dollar beziffert. Apple zahlt nun das Dreifache, obwohl das Unternehmen seit mindestens einer Dekade keine einzige Übernahme mit einem Volumen von mehr als einer Milliarde Dollar durchgeführt hat.

Auch Google und Amazon wollen profitablen Streaming-Dienst

In Branchenkreisen wurde seit längerem darüber gesprochen, dass Apple sein iTunes-Angebot mit einem Musik-Streaming-Dienst ergänzen wollte. iTunes revolutionierte die Musikindustrie mit dem Verkauf von Liedern im Internet und Apple startete vergangenes Jahr den werbebasierten Streaming-Dienst „iRadio“. Den Markt dominieren jedoch bisher andere Abo-Dienste wie etwa Pandora und Spotify. Kunden zahlen dort eine Grundgebühr und können sich dafür die gewünschte Musik anhören ohne diese zu kaufen. Rund die Hälfte aller Smartphone-Besitzer nutzt ihr Gerät zum Musikhören – ein potenziell riesiger Markt. Deshalb bemühen sich auch Google und Amazon darum, einen profitablen Streaming-Dienst zu etablieren.

Kritiker werfen Apple Imageverlust vor

Apple steht immer mehr unter Druck, sein Wachstum mit weiteren Innovationen zu befeuern. Der Konzern verdient vor allem mit dem iPhone Geld, aber der Smartpone-Markt ist zunehmend gesättigt. Kritiker werfen Apple vor, wegen eines Mangels an Innovationen sein wertvolles Image als Technologie-Vorreiter zu verspielen.

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