Saddam Hussein Rolls Royce
Saddam Hussein, Bagdad.
 

Alles muss raus!

Nach der Yacht auch das Auto: Ein Glück, dass der Besitzer das nicht mehr erleben muss.

21.10.2010 Autorevue Magazin

Der Diktatorenberuf hat seine schönen, aber auch seine weniger schönen Seiten. Eine weniger schöne Seite ist, wenn man gestürzt wird und dann auch noch aufgehängt. So ist es, wir erinnern uns, Saddam Hussein ja widerfahren. Dahin waren all der Reichtum und Glanz, erst Rübensuppe in der Zelle, dann und wann eine durchs Futtergatter verabreichte Ohrfeige von Staff Sergeant Howard Katzenberger aus Portland/Oregon, und am Ende ein Strick.

Aber das war natürlich garnicht das Ende. Denn jetzt ist Saddams Auto zu haben. Es handelt sich dabei um einen VW Jetta 1,9 TDI Pumpe-Düse mit Automatik und Ledersitzen, nein Witz: natürlich ist es ein Rolls Royce.

Und zwar ein Corniche Convertible LHD, Baujahr 2001. Der stand damals in der Autorevue-Preisliste mit 5.662.400 Schilling angeschrieben (411.511 Euro). Angeboten wird er für 150.000 Pfund vom britischen Autohaus Autocontinental.

Was der Anbieter nicht dazuschreibt, ist die möglicherweise ungeklärte Rechtslage. Die irakische Regierung erhebt nämlich auf alle Vermögenswerte Saddams einen Besitzanspruch, da der ja alles mit dem Geld des irakischen Volkes gekauft hat, folglich jetzt alles auch diesem gehören sollte. Sobald wo ein größeres Stück auftaucht, stellt die Regierung also einen Antrag auf Ausfolgung. Sodann folgt ein Rechtsstreit, der sich über Jahre hinziehen kann, und keiner kann am Anfang sagen, was der kosten wird.

Ein solcher Fall ist aktuell übrigens anhängig. Die von Saddam 1981 bestellte Yacht Ocean Breeze, die er aber offenbar selbst nie benutzt hat, hätte schon vor drei Jahren verkauft werden sollen (den wahren Anbieter, also aktuellen Besitzer, kennt vermutlich nur der Londoner Luxusyachthändler Burgess). Nach Einsprüchen der irakischen Regierung wurde die Sache vorerst auf Eis gelegt. Und dort liegt sie noch immer.

Sollten Sie also Interesse an dem Rolls haben, rechnen Sie mit dem Schlimmsten (angeblich wurde das Auto vor Jahren von der irakischen Regierung bei einer Versteigerung angeboten und von seinem jetzigen Besitzer, einem Iraker, erworben. Ebenso angeblich kommen die 150.000 Pfund, die es jetzt kostet, kurdischen Saddam-Opfern zugute. Mitsamt einem warmen Eislutschger vermutlich …).

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