„Wird der Tesla Autopilot ein Kind erkennen, oder es in Brei verwandeln?“

Dieser Mann unterzieht Autopilot und Summon-Modus seines Model S einem Praxistest – mit Hilfe eines Stofftiers, eines Eimers, sich selbst und seinem 4-jährigen Sohn.

13.03.2016 Online Redaktion

Selbstfahrende Autos sind die Zukunft. Elektroauto-Pionier Tesla will dafür sorgen, dass diese Zukunft schneller ihren Weg in die Gegenwart findet. Model S und Model X verfügen daher sowohl über einen Autopilot als auch über einen so genannten Summon-Modus zum selbständigen Ein- und Ausparken. Diesen Funktionen auch wirklich zu vertrauen, fällt vielen Autobesitzern allerdings schwer.

„Wird der Tesla Autopilot ein Kind erkennen, oder es in Brei verwandeln?“

YouTube-User KmanAuto beschloss daher, die „Intelligenz“ sein Model S im Praxistest zu überprüfen. In einem Video mit dem klingenden Titel „Wird der Tesla Autopilot ein Kind erkennen, oder es in Brei verwandeln?“ testet der Familienvater, ob der Tesla ein Stofftier, einen Eimer, ihn selbst und seinen Sohn erkennt – in dieser Reihenfolge.

„Einige simple Tests“

„Nach einiger Aufregung in den Medien, dass der Model S Autopilot keine Kinder erkennen würde, habe ich beschlossen, einige simple Tests durchzuführen um herauszufinden, was ein Model S im Autopilot- oder Summon-Modus stoppt. Die Ergebnisse des Tests sollten auch für das Model X gelten, da es die gleiche Hardware nutzt“, so KmanAuto in der Video-Beschreibung.

Erster Test mit Plüschtier schlug fehl

Im ersten Test soll der Tesla eine Stoffente erkennen – zum Pech des Plüschtiers ohne Erfolg. „Vinnys Plüschente, die wir für den ersten Test benutzt haben, hat das Auto nicht zum Stehenbleiben gebracht. Ich denke, das liegt an der geringen Masse der Ente. Die Ente hat nicht genug Masse, um von den Sonar- oder Ultraschallsensoren des Autos erkannt werden zu können“, vermutet Kman Auto.

Ente …

ente
© Bild: YouTube

… Eimer

Für den zweiten Test benutzte der selbsternannte Wissenschaftler einen Metalleimer mit 5 Gallonen Fassungsvermögen. Die Einpark-Sensoren brachten das Auto zum Stillstand – der Autopilot des Model S versagte allerdings.

eimer

… Mann

Für den 3. Test musste KmanAuto selbst herhalten. „Etwas nervös habe ich mich selbst als Testobjekt zur Verfügung gestellt. Und das Auto hat mich immer erkannt.“

mann
© Bild: YouTube

… Kind

Für den 4. Test schließlich stellte KmanAuto seinen kleinen Sohn vor das Auto. Er bemüht sich zu betonen, dass dem Kind dabei nichts passieren hätte können, selbst wenn das Model S versagt hätte: „Ich habe darauf geachtet, dass er aus Sicherheitsgründen seitlich vor dem Auto steht. Außerdem bin ich eine Armlänge hinter ihm gestanden. Ich habe nicht riskiert, die Autopilot-Sensoren zu testen, da er dafür direkt vor dem fahrenden Auto hätte stehen müssen, und er würde es nicht überleben, überfahren zu werden (selbst ein Waschbär hat das im vergangenen Sommer nicht überlebt)“.

Ob es sehr intelligent ist, sein Kind als Testobjekt zu benutzen, selbst wenn man rudimentäre Sicherheitsmaßnahmen ergriffen hat, sei dahingestellt. Zumindest das Auto bewies Intelligenz, und die Einpark-Sensoren erfüllten ihren Zweck: „Das Auto hat Geno erkannt“, freut sich auch KmanAuto.

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  • Nelkenduft / AHF

    Interessant wäre gewesen ob ein voll gefüllter Eimer erkannt worden wäre, das würde die Theorie bestätigen, dass die Ente durch die Sensoren wegen mangelnder Masse übersehen wurde.
    Zukünftig würde ich mir allerdings wünschen, dass der Autopilot auch keine schlafende Katze platt fährt.

    • Teki

      Einerseits ein verständlicher Wunsch, aber die Grenze, eine Katze, einen Vogel von einer leblosen, katzenähnlichen Puppe, einem kleinen Teddybären oder einem Laubhaufen zu unterscheiden wird wohl sehr schwierig.
      Der Autopilot funktioniert bisher sehr gut, und man könnte sagen, lieber einmal zu viel gebremst, als einmal zu wenig – aber das stimmt dann nur bedingt, denn wenn das Model S in Test bei jedem Laubhaufen bremst, wird sich auch sehr schnell Unmut bei den Fahrern breit machen.

    • Nelkenduft / AHF

      Der AP ist aber bis dahin nur auf Autobahnen unter Aufsicht sinnvoll einsetzbar.
      Ohne Wärmebildsensoren wird man wohl keine Katze von einem Laubhaufen von einem Laubhaufen mit Igel unterscheiden können.
      Ich will ja nicht als übertriebener Tierfreund argumentieren, aber wenn das erste Baby in der Hofeinfahrt in einer Verkettung unglücklicher Umstände mit Dummheit gewürzt überfahren wurde, dann ist schnell der Skandal da. Solange der Tesla dies nicht zweifelsfrei erkennt ist an autonomes Fahren nicht zu denken, da muss dann wirklich immer der Fahrer konzentriert dabei sein und auch über das Wissen verfügen was der AP definitiv NICHT erkennt, um rechtzeitig eingreifen zu können.

    • Teki

      Klar, es sind ja zwei System, die Einparkhilfe, die meinem Gefühl nach, sehr gut arbeitet und bei kleinster Bewegung eher abbricht. Und der Autopilot, der eigentlich nur auf Autobahnen und Schnellstraßen funktioniert, und bisher nur in den USA, das sog. Summon – Herbeiholen.
      Klar, auf Tesla würde dann schnell eingeschlagen. Wenn jeden Tag sich Menschen besoffen in Autos setzen oder selbst ohne Alkoholeinfluss tausende Unfälle verursachen ist das was anderes ….. scheinbar.
      Aber natürlich zu warten, bis so ein System 100% sicher ist, würde bedeuten, dass es wohl nie zum Einsatz kommen kann.

    • Michael Anonymous

      In Zukunft werden zwei Modi notwendig sein: Einer nur für Unterstützung, wo nicht wegen jedem Laubhaufen gebremst wird, und ein Autonomiemodus, der eben dann wegen jedem grösseren Hundstrümmerl bremst.

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