platter-reifen
 

Wer keine Rundfunkgebühren zahlt, kriegt platte Reifen

Kuriose Maßnahmen in Deutschland: Autos von Personen, die keine Rundfunkgebühren zahlen, werden mit Ventilwächtern lahmgelegt.

24.09.2016 Online Redaktion

Wer sich in Deutschland weigert, Rundfunkgebühren zu bezahlen, muss mit einer kuriosen Strafe rechnen: Ventilwächtern. In vielen Kommunen unseres Nachbarlandes werden die Autos von Personen, die auch mehrmaligen Zahlungsaufforderungen nicht nachkommen, mit einer Wegfahrsperre versehen. Stöpsel auf den Ventilen bringen die Luft der Reifen nach einigen hundert Metern Fahrt vollständig zum Entweichen und legen das Auto so lahm.

Mehr als 10.000 Fälle pro Jahr

Die Behörden setzen diesen drastischen Schritt aber erst, wenn mehrere Mahnungen unbeantwortet bleiben. Trotzdem sollen Ventilwächter schätzungsweise in über 10.000 Fällen pro Jahr zum Einsatz kommen, wie die deutsche Autozeitung berichtet. Die gelben Stöpsel, die in vielen Kommunen die Parkkralle abgelöst haben, stehen aber auch unter heftiger Kritik: Der Einsatz von Ventilwächtern würde einen möglichen Kontrollverlust über das Fahrzeug begünstigen, beispielsweise, wenn die im Vollstreckungsfall am Auto angebrachte Warnung verloren geht und die Ventilwächter beim Losfahren unbemerkt bleiben, so die Kritiker. Der ADAC und andere Autofahrer-Clubs warnen vor Unfällen.

Heftig kritisiert und extrem kurios – aber wirkungsvoll

Besonders Schlaue können natürlich einfach die betroffenen Reifen wechseln. Auch ist ein Ventilwächter bei Geschwindigkeiten von unter 15 km/h wirkungslos. Die meisten Betroffenen, an deren Autos bereits Ventilwächter zum Einsatz gekommen sind, zahlen aber umgehend – aufs Autofahren will man eben noch weniger gerne verzichten als aufs Fernsehen.

Mehr zum Thema
pixel