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Polizisten verkleiden sich als Straßenarbeiter, um Autofahrer beim SMSen zu erwischen

Umstrittener Polizei-Trick in den USA: Als Straßenarbeiter verkleidete Cops bestrafen Smartphone-Nutzung hinterm Steuer

31.07.2015 Online Redaktion

Autofahrer im Cobb County im US-Bundesstaat Georgia sollten an roten Ampeln die Finger von ihren Smartphones lassen. Wie der lokale Nachrichtensender WSB-TV berichtet, griff die örtliche Polizei zu einem „kreativen“ Trick, um Autofahrer in flagranti beim SMSen oder Internet Surfen hinterm Steuer zu erwischen: Die Cops verkleideten sich als Straßenarbeiter und konnten so unerkannt zwischen den an einer roten Ampel stehenden Autos hin und her laufen.

„Direkter Blick ins Auto“

„Dadurch, dass wir die Officers direkt auf der Straße positioniert haben, konnten wir nahe genug an die Autos herankommen, um einen direkten Blick hinein zu werfen und zu sehen, was die Leute mit ihren Smartphones machen“, erklärt Nick Serkedakis vom Marietta Police Department. Die falschen Straßenarbeiter gaben die Personenbeschreibungen der auffälligen Fahrer per Funk an ihre wenige Meter abseits geparkten Kollegen weiter, die die betreffenden Autofahrer anhielten.

150 Dollar und ein Punkt Strafe

Die Smartphone-Nutzung hinterm Steuer kostet die Autofahrer 150 Dollar. Zudem erhalten sie einen „Punkt“. Wenn ein Autofahrer 15 Punkte innerhalb von 2 Jahren „sammelt“, wird ihm der Führerschein entzogen. Zum Vergleich: Für rücksichtsloses Fahren gibt’s in Georgia 4 Punkte, das ungesetzliche Überholen eines Schulbusses schlägt mit 6 Punkten zu Buche. Auch das Überschreiten der Höchstgeschwindigkeit um „55 km/h oder mehr“ „kostet“ 6 Punkte.

Unwissenheit über die gesetzliche Lage

Bei der „Undercover-Aktion“ im Cobb County mussten die Cops neben dem Verteilen der Tickets auch viel Zeit dafür aufwenden, den Autofahrern zu erklären, dass die Smartphone-Nutzung auch in stehenden Fahrzeugen verboten ist. Viele der Betroffenen waren sich nicht bewusst, illegal zu handeln. „Ich verstehe es, dass man nicht lesen oder schreiben soll, während man mit dem Auto fährt. Aber ich denke nicht, dass es ein Problem ist, wenn man an einer roten Ampel steht und nur schnell eine Adresse überprüfen möchte“, meint etwa einer der betroffenen Autofahrer. Sogar der Nachrichtensprecher gibt zu, nicht gewusst zu haben, dass es illegal ist, sein Smartphone während des Haltens an einer roten Ampel zu benutzen.

50 Strafzettel in 90 Minuten

Dieser Unwissenheit wollte die Polizei mit der Aktion ein Ende setzen. „Es macht keinen Unterschied, ob man an einer roten Ampel steht oder fährt“, erklärt Officer Serkedakis. „Wenn Sie sich auf einer öffentlichen Straße befinden und dabei auf Ihr Smartphones schauen, wird das unsere Aufmerksamkeit auf sich ziehen, und wir werden uns mit Ihnen unterhalten wollen.“ Wie die Straßenarbeiter alias Cops feststellten, betrifft das enorm viele Autofahrer. In einer früheren Aktion wurden in 90 Minuten rund 50 Strafzettel ausgestellt. Wie Serkedakis betont, stellt die diesbezügliche Unwissenheit der Menschen eine große Gefahr für die Sicherheit dar: „Ich glaube, dass das das Problem der Zukunft ist. Die Smartphone-Nutzung hinterm Steuer tötet fast so viele Menschen wie betrunkene Fahrer.“

Der WSB-Bericht über die Straßenarbeiter-Cops

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