Hat das Wetter diesen Renault geschmolzen?

Im Internet kursiert seit einigen Tagen ein Video, auf dem ein Renault Megane zu sehen ist, der angeblich bei Temperaturen von 37 Grad zu schmelzen begonnen hat.

13.08.2015 Online Redaktion

Dass die derzeit vorherrschenden tropischen Temperaturen fatale Folgen für Autoinsassen haben können, ist weithin bekannt. Dass nicht nur Menschen die extremen Temperaturen schwer aushalten, sondern auch die Fahrzeuge selbst in der Hitze regelrecht dahinschmelzen können, war uns bis dato aber nicht bewusst.

Warum ist dieser Renault Megane geschmolzen?

Im Internet kursiert seit einigen Tagen ein Video, auf dem ein Renault Megane zu sehen ist, der angeblich bei Temperaturen von 37 Grad in Italien zu schmelzen begonnen hat. Der britischen Mail Online zufolge wurde das (vertikale!) Smartphone-Video von einem englischen Touristen im Carole-Urlaub aufgenommen. „Der unglaubliche Moment, als ein Auto während einer 37 Grad-Hitzewelle in der Sonne GESCHMOLZEN ist“, titelt die Mail. Und tatsächlich sieht es so aus, als wäre der Megane gerade dabei, einfach zu zerfließen: Die Seitenschutzleisten sind fast vollständig zerflossen, und auch die Plastik-Stoßfänger sowie die Rücklichter sehen einigermaßen mitgenommen aus. Bleibt nur die Frage: Ist daran wirklich das Wetter schuld?

„Vertraue nicht auf französische Autos“

Aufgenommen wurde das Video vom 48-jährigen Taxifahrer John Westbrook aus Kent. „Das Auto stand einige Tage lang parallel zum Strand geparkt. Es war die reine Hitze der Sonne, die darauf herunter geknallt ist, die es zum Schmelzen gebracht hat. Sobald man das Hotelzimmer verlassen hat, hat es sich angefühlt, als würde man einen Ofen betreten“, zitiert die Mail ihren „Augenzeugen“. „Die Moral von der Geschichte ist wohl: Vertraue nicht auf französische Autos!“

Der Renault kann nichts dafür

Wir möchten den Megane verteidigen und anzweifeln, dass der Franzose wirklich durch die „reine Kraft der Sonne“ ins Schwitzen gekommen ist. Immerhin hatte es in Italien ja „bloß“ 37 Grad – eine Temperatur, über die Ost-Österreicher seit den vergangenen Wochen nur milde lächeln können.  Obwohl das Thermometer in diesem Sommer auch in unseren Breitengraden bereits mehrmals über die 37 Grad-Marke geklettert ist und das vielleicht auch noch das eine oder andere Mal wiederholen wird, waren bei uns noch keine Fälle spontaner Auto-Schmelzung zu beobachten. Und Renaults gibt es auch hierzulande genug.

Brennglas-Effekt wahrscheinlicher

Selbst, wenn es in der prallen Mittagssonne 50 Grad oder sogar mehr bekommen sollte, sollte alleine davon kein Teil des Autos zu schmelzen beginnen. Natürlich möchten wir Herrn Westbrook nicht unterstellen, den Megane selbst angesengt zu haben, um dann einen reißerischen Artikel in einem britischen Boulevardblatt zu bekommen. Viel wahrscheinlicher ist die Erklärung, dass die Sonnenstrahlung von irgendeiner Fläche reflektiert und gebündelt wurde. Für diese Theorie spricht auch, dass der Renault nur an einer Seite beschädigt zu sein scheint. Einem solchen Phänomen ist vor 2 Jahren in London ein Jaguar zum Opfer gefallen, der einem verglasten, leicht konkav geschwungenen Hochhaus zu nahe gekommen ist.

Wann schmilzt das erste Auto in der Österreichischen Hitze?

Auch, wenn wir uns keine Sorgen um unsere Autos machen müssen, werden die kommenden „Wüstentage“ bestimmt anstrengend genug. Wenn ihr in den folgenden Hitzestunden wider Erwarten Anzeichen spontaner Selbst-Schmelzung an eurem Auto bemerkt, schickt uns bitte ein Video davon.

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