Wenn ein Fahrradfahrer einen Biker überholt …

… kann dieser das natürlich nicht auf sich sitzen lassen – und bringt gleich mal auch alle anderen Verkehrsteilnehmer in Gefahr.

13.07.2016 Online Redaktion

Wenn man als Motorradfahrer von einem Fahrradfahrer überholt wird, ist das vor allem eines: Ein bisschen peinlich. Gut, im konkreten Fall geht’s bergab, aber trotzdem: Die meisten Biker können eine solche Schmach nicht einfach auf sich sitzen lassen. So auch der Herr in diesem Video, das von The Biker Brotherhood auf Facebook gepostet wurde. Das ist verständlich – dass er als Reaktion auf die peinliche Situation den Radfahrer auf die Gegenfahrbahn drängt und schließlich selbst hinüberschwenkt – trotz zahlreicher Kurven und doppelter Sperrlinie – hingegen nicht. Zum Glück ist bei dem bizarren Zweikampf niemand zu Schaden gekommen – aber bevor der Motorradfahrer das nächste Mal auf sein Bike steigt, sollte er lernen, dass ein verletztes Ego besser ist als ein realer Crash.

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  • Philipp

    Liebe Autorin,

    ein interessantes 50 Sekunden Video, schnell was dazu geschrieben – schön und gut, aber Motorradfahrer mal wieder unbegründet als die (ich entschuldige mich) A*löcher der Straße hinzustellen kann ich zumindest in diesem Fall nicht unterstützen (ja es gibt dumme Motorradfahrer, genauso wie Autofahrer, Fahrradfahrer und Fußgänger – und ja, ich habe selbst ein Motorrad ;) )

    Meiner Meinung nach zeigt das Video im wesentlichen, das Hobby-Radrennsportler die größten Schweinehunde auf der Straße sind.
    Bei Tempo 30 ein Motorrad mit 200 Kilo oder mehr aus den Kurven wieder hoch zu bekommen ist schon schwer genug. Dann noch >rechts< von einem Fahrradfahrer überholt zu werden, der sich offensichtlich einen feuchten Dreck um Tempolimits und Straßenordnung schert ist da nicht unbedingt förderlich …

    "dass er als Reaktion auf die peinliche Situation den Radfahrer auf die Gegenfahrbahn drängt"
    Vielleicht sehe ich das falsch – aber bei 0:44 zieht der Fahrradfahrer mit gut 1.5 Metern Abstand zum Motorrad – ohne auch nur einem müden Zucken der Nackenmuskulatur zwecks Schulterblick – mitten auf die doppelte Absperrlinie.

    Was danach kommt, ist reine Mutmaßung und Interpretation, wobei es für mich scheint, als gäbe es regen Wortaustausch zwischen dem Motorradfahrer und dem Fahrradfahrer in den paar Sekunden in denen sie nebeneinander fahren.

    "und schließlich selbst hinüberschwenkt"
    von hinüberschwenken kann hier wohl wahrlich nicht die Rede sein, geschweige denn, dass der Motorradfahrer absichtlich in den Gegenverkehr gefahren ist.

    Zum einen scheint der Fahrer keinen sehr geübten Eindruck im Kurvenfahren zu machen, zum anderen kann es beim Schulterblick (in diesem Fall hin zum Fahrradfahrer) vor einer Kurve leicht passieren, dass man nicht früh / innen genug in die Kurve einfährt und dadurch einen größeren Radius fahren muss, wenn man nicht potentiell die Bodenhaftung verlieren möchte ;-)

    Fazit:
    Ego hin oder her! Natürlich hätte sich der Motorradfahrer besser verhalten können!
    Fakt ist allerdings –

    Motorradfahren ist viel anstrengender als z.B. Autofahren – für den Körper und die Konzentration (aufrechte Sitzposition ohne Lehne, Fahrtwind, ständiges Ausbalancieren, …)

    Motorradfahren ist auch so schon gefährlich genug, ohne das so wandelnde Katastrophen wie dieser Fahrradfahrer ihr unbedachtes Unwesen auf den Straßen treiben

    und – was viele vergessen – ein Motorrad ist schwer! In diesem Fall ca. 200 Kilo schwerer als das Fahrrad und dementsprechend sehr viel träger und weniger wendig!

    Bevor also wieder mal auf den bösen Motorradfahrern rumgehackt wird und irgendwelche Egoprobleme diagnostiziert werden, sollte mal anständig reflektiert werden, WER hier rücksichtslos unterwegs war :)

    Auch wenn dieser Kommentar zum Roman ausgeufert ist – hoffe ich dass sich so manch ein Leser etwas mehr Gedanken darüber macht, wie rücksichtsvoll er / sie am Verkehrsleben teil nimmt ;-)

    P.S.: Als Motorradfahrer bekommt man schon oft genug (grundlos) böse Blicke zugeworfen, dabei sind wir auch keine schlechteren Menschen oder rücksichtsloser, als alle anderen auf der Straße! :)
    Bei uns gilt grundsätzlich: Ich gefährde dein Leben nicht und du gefährdest meines nicht. Der Radfahrer aus dem Video hat das noch nicht verstanden (da wäre ich auch ziemlich stinkig) …

    • Tamara Schögl

      Lieber Philipp,

      vielen Dank für den ausführlichen Kommentar :) Selbstverständlich ist der Inhalt des Videos zu einem gewissen Teil Interpretationssache. Der Fahrradfahrer hat sich bestimmt auch nicht korrekt verhalten. Es sieht aber so aus, als hätte der Motorradfahrer sein Fahrzeug nicht unter Kontrolle, was schließlich zu einer gefährlichen Situation führt – für sich selbst, für den Fahrradfahrer und für den Gegenverkehr.

      Wogegen ich mich aber vehement wehren möchte: Zu keinem Zeitpunkt habe ich „die Motorradfahrer als A****löcher der Straße“ hingestellt. Ich habe die Verhaltensweise DIESES EINEN Motorradfahrers kritisiert, da es sich mir so darstellt, als wäre diese nicht korrekt gewesen. Von Verallgemeinerung keine Spur – ich schreibe auch regelmäßig über Autofahrer, die sich idiotisch verhalten, und noch nie ist jemand auf die Idee gekommen ich könne der Meinung sein, alle Autofahrer seien Idioten ;)

      Deine Aufforderung, die Teilnahme am Verkehrsgeschehen allgemein rücksichtsvoller zu gestalten, möchte ich aber zu 100% unterschreiben. Hoffen wir, dass sie dieser Gedanke weiter verbreitet und ich irgendwann keinen Stoff mehr für kleine Geschichten wie diese haben werde. In diesem Sinne wünsche ich dir ein schönes Wochenende mit perfektem Motorrad-Wetter ;)

    • uli

      Tut mir leid. Wer Motorrad fahren kann, wird Ihnen kaum zustimmen können, Philipp. Der Mann fährt, wie blutiger Anfänger und wenn man sich dessen bewusst ist, ist es einfach hirnrissig den Radfahrer wieder überholen zu wollen Punkt

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