Dieser Mann verdient sein Geld, indem er Autofahrer in ihrem eigenen Fahrzeug über die „furchteinflößendste Brücke Amerikas“ bringt

Die Chesapeake Bay Bridge jagt manchen amerikanischen Autofahrern so viel Angst ein, dass sie diesem Mann 25 Dollar dafür bezahlen, sie in ihrem eigenen Fahrzeug sicher auf die andere Seite zu bringen – und das Geschäft boomt.

24.11.2015 Online Redaktion

Die Chesapeake Bay Bridge im US-Bundesstaat Maryland gilt aufgrund ihrer Höhe, ihrer geringen Breite, der niedrigen Leitplanken und den starken Winden, die häufig über sie hinwegfegen, als eine der furchteinflößendsten Brücken Amerikas. Da die Brücke, die 6,9 Kilometer über das Meer führt, die ländliche Ost- mit der urbanen Westküste von Maryland verbindet, ist sie für viele Menschen ein fixer Bestandteil ihres täglichen Wegs zur Arbeit – und ihrer Alpträume.

Panikattacke während der Fahrt über die Brücke

Manche Autofahrer haben so große Angst vor der Fahrt über die Brücke, dass die Überquerung im Alleingang für sie ein schier unüberwindbares Problem darstellt. „Ich habe eine Panikattacke bekommen“, beschreibt beispielsweise Carolyn Casey ihre letzte Fahrt über die Chesapeake Bay Bridge. „Ich dachte, ich würde ohnmächtig werden und in den Gegenverkehr krachen.“

„Bay Bridge Drive-Overs“ bringt verängstigte Autofahrer auf die andere Seite

Mrs. Casey ist bei weitem nicht die einzige, der schon beim bloßen Gedanken an die Brücke übel wird. Tatsächlich ist die Fahrt über die Chesapeake Bay Bridge für so viele Autofahrer ein Ding der Unmöglichkeit, dass es eine eigene Firma gibt, die den gefürchteten Weg gegen Bezahlung übernimmt. Alex Robinson, Chef von „Bay Bridge Drive-Overs“, verlangt 25 US-Dollar dafür, verängstigte Menschen in ihren eigenen Autos über die Brücke zu fahren. Und das Geschäft boomt, wie Robinson im Gespräch mit Inside Edition erzählt: „Heute ist es bereits die 19. Fahrt – bis jetzt.“

Das ist die gefürchtete Chesapeake Bay Bridge

„Sehen Sie sie sich bloß an!“

Während der Fahrt ist Mrs. Casey mehr als nur ein wenig nervös – obwohl mit Mr. Robinson ein „Profi“ das Steuer übernommen hat. Auf die Frage, was an der Brücke so beängstigend sei, antwortet Mrs. Casey: „Sehen Sie sie sich doch bloß an! Es gibt keinen Pannenstreifen, und glauben Sie wirklich, dass dieses Geländer uns davor schützt hinunterzufallen?“

Psychiatrische Hilfe gegen Angst vor der Brücke

Ein weiterer Stammkunde von Alex Robinson ist Jay Gaskin, der die Brücke jeden Tag auf dem Weg zur Arbeit überqueren muss. Bei ihm geht die Furcht vor der Fahrt so weit, dass er sogar schon psychiatrische Hilfe in Anspruch genommen hat – ohne Erfolg: „Sie haben versucht, mich zu hypnotisieren, aber das hat nicht funktioniert“, so Gaskin.

10.000 Fahrten in 4 Jahren

An Kunden mangelt es „Bay Bridge Drive-Overs“ also nicht. Robinsons Angaben zufolge wurden in der 4-jährigen Unternehmensgeschichte bereits 10.000 Fahrten von verängstigten Autofahrern gebucht. Der Unternehmer sieht sich selbst als Therapeut und versucht, seine Kunden während der Fahrt von der verhassten Brücke abzulenken.

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