Weltmeister Spanien tritt die vorzeitige Heimreise an.
Bild (c): Pilar Olivares / Reuteres
Weltmeister Spanien tritt die vorzeitige Heimreise an. Bild (c): Pilar Olivares / Reuteres
 

Fußball-WM 2014: Weltmeister Spanien ausgeschieden (mit Pressestimmen)

Seit 2008 währender Erfolgslauf des Welt- und Europameisters Spanien ist damit zu Ende – Chilenen und Niederländer als erste Teams im Achtelfinale

19.06.2014 Online Redaktion

Österreich hat sich zum ersten Mal in der Geschichte aus eigener Kraft für die Endrunde einer Fußball Europameisterschaft (EM 2016) qualifiziert. Dabei gelang dem ÖFB-Team rund um Teamchef Marcel Koller das Kunststück kein Spiel in der Qualifikation zu verlieren, der Aufstieg gelang mit 8 Punkten Vorsprung, 9 Siegen, 1 Unentschieden und einem sensationellen Torverhältnis von 22 zu 5 Toren.

Alle Informationen, den Spielplan, wo ihr Tickets bekommt und an welchen Spielorten die EM 2016 in Frankreich gespielt wird findet ihr hier.

Titelverteidiger Spanien ist bei der Fußball-WM in Brasilien auf schnellstem Wege ausgeschieden

Der Welt- und Europameister verlor am Mittwoch in Rio de Janeiro verdientermaßen 0:2 (0:2) gegen die Chilenen, die damit in der Gruppe B gemeinsam mit den Niederländern als erste Teams bereits im Achtelfinale stehen. Der Vizeweltmeister von 2010 hatte zuvor gegen Australien 3:2 gewonnen.

Eduardo Vargas (20.) und Charles Aranguiz (43.) erzielten die Treffer für die Chilenen, die auch ihr erstes Match mit 3:1 gegen die Australier siegreich beendet hatten. Am Montag (18.00 Uhr MESZ) kommt es in Curitiba nun zum Gipfeltreffen mit den Niederländern um den Gruppensieg, für den Chile einen weiteren Triumph benötigt, um einem eventuellen Duell mit Gastgeber Brasilien auszuweichen.

Internationale Pressestimmen zum Ausscheiden von Titelverteidiger Spanien bei der Fußball-WM in Brasilien:

SPANIEN:

„Marca“: „The end: Die ruhmreichste Zeit in der Geschichte der „La Roja“ nimmt ein klägliches Ende. (…) Zerschmettert! – vom Himmel in die Hölle. Es war schön, aber im Leben ist alles irgendwann einmal vorbei. (…) Adios goldene Jahre“ – Danke für sechs tolle Jahre! Aber was nun? (…) Der Verband will unter allen Umständen an Vicente del Bosque festhalten. Wenn es jedoch nicht gelingt, den Trainer zum Weitermachen zu überreden, ergibt sich eine Notlage, auf die man nicht vorbereitet ist.“

„El Mundo“: „Das Imperium, das sechs Jahre lang den Weltfußball dominiert hat, zerfällt nun ebenso wie die großen Reiche in der Geschichte untergegangen sind. Das Maracana-Stadion wird zu einem Friedhof der Könige.“

„ABC“: „Das Maracana-Stadion hat einen weiteren Grabstein. Hier ruht das weltmeisterliche Spanien, das nach Brasilien kam, dort aber nicht Fußball spielte.“

„As“: „Es war schön, so lange es dauerte. Aber nun ist es zu Ende.“

„As“-Chefredakteur Alfredo Relano, einer der renommiertesten Sportkommentatoren: „Das Ende ist hart: nur ein Tor in zwei Spielen, und das auch nur per Elfmeter, ausgeschieden nach nur zwei Partien. Das letzte Spiel gegen Australien ist nun wie eine Strafaktion. Wir verabschieden uns von einer großen Fußballer-Generation. Spaniens Fußball befindet sich unter einer schwarzen Wolke. Aber die Tage, Monate und Jahre werden vergehen, und es werden wieder glorreiche Zeiten kommen. Bittet nicht um Verzeihung. Wir sind euch vieles schuldig.“

„El Mundo Deportivo“: Spanien verabschiedet sich durch die Hintertür.“

„Sport“: „Spanien erlebt ein historisches K.o.“

„El Pais“: „Spanien war die Titanic. Die beste spanische Nationalmannschaft der Geschichte scheidet bei der WM aus und beendet eine unwiederholbare Etappe. Wenn die Erschütterung vorbei ist, muss ‚La Roja‘ gut und präzise analysiert werden.“

BRASILIEN:

„Lance!“: „OOOOLE! Adeus, Tiki-Taka. Das Maracana, bekannt durch so viele Spielstände mit historischen Toren und erinnerungswürdigen Eroberungen, wird auch als Ort in Erinnerung bleiben, wo der aktuelle Weltmeister beerdigt wurde. Der Gigant stürzte, weil es auf der anderen Seite einen Gegner gab mit einem hochinteressanten Spielmuster.“

„Estado de Sao Paulo“: „Das Ende einer Ära. Die Niederlage schließt auch den Zyklus der siegreichsten Generation des spanischen Fußballs und beschleunigt die Erneuerung der Mannschaft.“

„O Dia“: „Nicht wiederzuerkennen, Spanien verliert mit 2:0 gegen Chile und sieht die Beerdigung seines Tic-Tac.“

„Extra“: „Es ist Zeit, Tschau zu sagen. Das Ende einer Generation. In einem Maracana, das mehrheitlich vom Rot der Chilenen auf den Tribünen bestimmt war, wurde Spanien, das so oft die Rolle des Toreros hatte, zum Stier.“

„O Globo“: „Nocaute (Knock-out). Das Maracanazo (1:2-WM-Niederlage Brasilien-Uruguay 1950) gehört zweifelsfrei zu uns (Brasilien), zumindest so lange, bis die Wunde der 1950er WM von der derzeitigen Selecao geheilt wird. Aber der Brasilianer ist schon nicht mehr der einzige, der eine sinnbildliche Niederlage im (Maracana-) Stadion tragen muss, die eine Spielergeneration prägen kann.“

ITALIEN:

„Corriere dello Sport“: „Sensationell: Spanien draußen, Chile feiert mit Vargas. Das ist das Ende eines Zyklus, das Ende von Tiki-Taka.“

„Gazzetta dello Sport“: „Spanien – das Ende einer einzigartigen Epoche. Eine Sensation. Erstmals ist ein Weltmeister nach nur zwei WM-Spielen draußen.“

„Corriere della Sera“: „Der Fall der Götter, schon sind die Weltmeister eliminiert. Der König ist tot, es lebe der König: Chile zieht zusammen mit den Niederlanden ins Achtelfinale ein.“

„La Repubblica“: „Und schon das Ende der Fahnenstange. Der Weltmeister blass und nicht wiederzuerkennen. Chile schickt die Statisten des großen Spanien nach Hause.“

„La Stampa“: „Adios. Spanien ein weiteres Mal K.o.. Die Weltmeister müssen abreisen, denn Chile beendet die Ära des unschlagbaren spanischen Tiki-Taka.“

GROSSBRITANNIEN:

„Sun“: „Chile zu heiß für die Weltmeister“

„Daily Mirror“: „Wenn die Mächtigsten fallen, scheint die ganze Erde zu beben. Und nach sechs Jahren Dominanz hat Spanien die schlechteste Verteidigung der WM-Geschichte hervorgebracht.“

„Times“: „Den Stars der Spanier droht nach dem Ausscheiden die Axt“

„Independent“: „Die Welt der Spanier zerbricht, weil Vargas und Aranguiz Tiki-Taka zerfetzen“

FRANKREICH:

„L’Equipe“: „Die Krone liegt am Boden. Für den Weltmeister, der seit 2008 den internationalen Fußball dominierte, ist dies das Ende einer Ära.“

„Le Parisien“: „Das Ende der spanischen Herrschaft. Der König ist tot. Was für ein Donnerschlag.“

NIEDERLANDE:

„De Telegraaf“: „Chile isst Spanien auf. (…) „Weltmeister werden ist eine Leistung, aber Weltmeister bleiben ist eine Kunst.“

„Volkskrant“: „Ein angeschlagener Boxer war Spanien bereits nach der Schlappe gegen die Niederlande. Am Mittwoch folgte gegen Chile das Knockout. Jetzt bekommt die Welt einen neuen Meister. Die Hierarchie wird neu formiert.“

DEUTSCHLAND:

„Bild“: „Adios, Weltmeister! Spanien, ihr seid nur noch Geschichte. Unfassbar! Titelverteidiger Spanien ist nach dem 0:2 gegen Chile bei der WM ausgeschieden. Tiki-Taka ist tot!“

SCHWEIZ:

„Blick“: „O weh statt ole!“, „Tiki-Taka am Ende!“

„Basler Zeitung“: „Tiki-Taka tuckert nach Hause“

„Tages-Anzeiger“: „Spaniens schwere Schmach“

„Neue Zürcher Zeitung“: „Das Ende einer Ära“

 

Spanien ist 5. Weltmeister, der in der Vorrunde ausgeschieden ist

Die Spanier, die im ersten Match gegen die Niederlande 1:5 untergegangen waren und seit dem EM-Triumph 2008 jeden großen Titel geholt hatten, traten damit die Nachfolge der Italiener an. Die „Squadra“ war vor vier Jahren in Südafrika als amtierender Weltmeister ebenfalls bereits in der Gruppenphase ausgeschieden. Gleiches war auch Frankreich 2002 in Südkorea und Brasilien 1966 in England widerfahren. Als erster amtierender Champion überhaupt war Italien 1950 in Brasilien in der ersten Turnierphase gescheitert.

Nach dem Auftaktdebakel stellte der bisherige spanische Erfolgscoach Vicente del Bosque seine Startelf wie angekündigt um: Javi Martinez ersetzte Gerard Pique in der Innenverteidigung, im Mittelfeld kam Pedro für seinen Barcelona-Clubkollegen Xavi, der im ersten Match schwer enttäuscht hatte. Bei Chile musste dagegen im Vergleich zum 3:1-Sieg gegen Australien nur Stürmer Jorge Valdivia für Francisco Silva weichen, da Teamchef Jorge Sampaoli diesmal eine etwas defensivere Taktik wählte.

Chile die agilere Mannschaft

Trotzdem legten die Südamerikaner gleich voll los: In der Startminute setzte sich Arturo Vidal gegen vier Gegenspieler durch und passte auf Vargas, dessen Schuss in den Corner geblockt wurde. Nach dem Eckball stieg Gonzalo Jara hoch, dessen Kopfball knapp am Kreuzeck vorbeisegelte (2.). Die Spanier kamen dagegen überhaupt nicht in die Gänge und agierten erneut ungewohnt fehlerhaft. Ihre erste Torchance resultierte aus einem chilenischen Abwehrfehler, den Xabi Alonso aber nicht nützte, da er aus kürzester Distanz Tormann Claudio Bravo anschoss (15.).

In Minute 20 ging es dann nach einer Balleroberung der Chilenen blitzschnell. Nach Konter über Alexis Sanchez sowie Idealpass von Aranguiz traf Vargas, der noch Tormann Iker Casillas ausstiegen ließ, zur verdienten Führung. Es kam aber noch schlimmer für die Spanier, denn nach einem Sanchez-Freistoß, landete die Faustabwehr von Casillas (mit nun 17 Einsätzen auch bei WM-Endrunden Rekordteamspieler seines Landes) genau beim im Strafraumzentrum lauernden Aranguiz, der mit einem wuchtigen „Spitz“ auf 2:0 erhöhte (43.).

Spanier nutzen auch 100-prozentige Chancen nicht

Del Bosque war deshalb gezwungen zu reagieren und löste in der Pause die Doppelsechs auf, indem er Offensivspieler Koke für Xabi Alonso brachte. Die Spanier machten auch gleich Druck und spielten ihre erste Chance heraus, doch der Schuss von Diego Costa wurde ins Toraus geblockt (49.). Ein Fallrückzieher von Costa landete wenig später bei Sergio Busquets, der diesen Sitzer jedoch ausließ (53./daneben).

Auf der Gegenseite hatte Isla das 3:0 auf dem Fuß (68.). Im Finish zeichnete sich dann Chiles Schlussmann Bravo gleich mehrmals aus, wehrte u.a. Schüsse von Iniesta (84.) und Cazorla (81., 89.) ab. Deshalb setzte es für den Titelanwärter am Ende nach einem 2:0-Erfolg 1950 und einem 2:1 zuletzt 2010 in der Gruppenphase die erste WM-Niederlage gegen die Chilenen, die nach dem dritten Platz bei der Heim-WM 1962 zum insgesamt vierten Mal die erste Turnierphase überstanden haben. 1998 und zuletzt 2010 (gegen Brasilien) war aber jeweils im Achtelfinale Endstation gewesen.

 

Die wichtigsten Fußball-WM-Links für den perfekten Überblick:

>> Hier finden Sie den gesamten WM-Spielplan 2014 zum Download und zum Ausdrucken

Wer die Spiele nicht alleine vorm Fernseher erleben will: Hier die 11 besten Public Viewing Möglichkeiten in Wien

Zitate Fußball-WM: Die besten Sager zur WM 2014

Wer noch nicht alle WM-Spiele gesehen hat: Hier die 10 schönsten Tore der bisherigen Fußball-WM 2014

Für alle, die keines der wirklich wichtigen Spiele versäumen wollen: Die wichtigsten Spiele der WM 2014 im Überblick gibt´s hier (von Jan-Christoph Poppe)

 

Und wer wird Fußball-Weltmeister 2014?

Das wissen wir auch nicht, aber 11 Gründe sprechen klar gegen Deutschland.

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