Jürgen Klinsmann in Brasilien 2014
Deutschland vs USA, ein besonderes Spiel für Klinsmann.
 

WM 2014: Klinsmann über das Spiel USA gegen Deutschland

Jürgen Klinsmann trifft mit dem von ihm trainierten US-Team auf sein Heimatland – ein besonderer Moment.

26.06.2014 APA

Österreich hat sich zum ersten Mal in der Geschichte aus eigener Kraft für die Endrunde einer Fußball Europameisterschaft (EM 2016) qualifiziert. Dabei gelang dem ÖFB-Team rund um Teamchef Marcel Koller das Kunststück kein Spiel in der Qualifikation zu verlieren, der Aufstieg gelang mit 8 Punkten Vorsprung, 9 Siegen, 1 Unentschieden und einem sensationellen Torverhältnis von 22 zu 5 Toren.

Alle Informationen, den Spielplan, wo ihr Tickets bekommt und an welchen Spielorten die EM 2016 in Frankreich gespielt wird findet ihr hier.

Deutschland vs USA oder: Deutschland gegen Deutschland?

Das sogenannte Sommermärchen 2006 der deutschen Nationalmannschaft ist längst erzählt, Jürgen Klinsmann rückt zwei Weltmeisterschaften später wieder als Cheftrainer bei einem Großereignis ins Rampenlicht. Im letzten Gruppenspiel trifft der 49-jährige mit den USA auf seinen ehemaligen Arbeitgeber Deutschland.

>> USA gegen Deutschland live: die WM 2014 live im TV, Stream und Liveticker

Pressekonferenz in Sao Paulo zum Spiel Deutschland gegen die USA

Seit der Gruppenauslosung am 6. Dezember war klar, dass es am 26. Juni in Recife zum Duell zwischen den USA und Deutschland kommen wird. Jetzt ist es soweit: Wie gehen Sie in diese Partie?

Klinsmann: „Es ist natürlich ein ganz besonderer Moment, ein besonderes Spiel, gar keine Frage. Die Ergebnisse machen es noch interessanter. Wenn wir nicht noch in den letzten 30 Sekunden gegen Portugal unentschieden gespielt hätten, wäre es jetzt ein ganzes Stück einfacher für uns. Ich glaube, dass Deutschland aufgrund der Tordifferenz zu 95 Prozent durch ist. Uns hingegen steht ein weiterer harter Tag bevor, um uns zu qualifizieren. Aber wir sind bereit, freuen uns riesig auf das Spiel. Ich denke, dass es ein schönes Spiel wird, in dem beide Mannschaften nach vorne spielen werden, beide wollen das Ding gewinnen. Für mich persönlich ist es ein wundervolles Wiedersehen mit all den alten Jungs. Ich werde alle vor dem Spiel umarmen und dann die Gefühle für 90 Minuten außen vor lassen.

Sie gelten als Motivationskünstler. Wie sehr müssen Sie Ihre Mannschaft vor diesem Spiel motivieren?

Klinsmann: „Bei einer Weltmeisterschaft muss man niemanden motivieren. Da ist jeder bis in die Haarspitzen so heiß, dass er seinen Job macht und der Welt zeigen will, dass er ein guter Spieler ist. Wenn bei uns alle elf ihre Leistungen bringen, dann schauen wir auch sehr gut aus. Ich habe unseren Spielern erklärt, dass eine WM ein Marathon ist, ein Turnier, bei dem man nur von Spiel zu Spiel denken darf. Jetzt kommt mit der deutschen Mannschaft eine Aufgabe auf uns zu, bei der sie alles aus sich rausholen müssen und werden. Darauf haben wir hingearbeitet.“

Sie haben ein gutes Verhältnis zu Joachim Löw. Wie leicht ist es, jetzt für Sie auf Business umzuschalten, wenn es gegen einen Freund geht?

Klinsmann: „Ich glaube, Jogi und ich sehen das Ganze sehr gelassen. Wir beide wollen einen guten Job machen. Er weiß, dass ich mit den USA eine andere Aufgabe habe als er mit Deutschland. Die Erwartungen sind in Deutschland andere als in den USA. Aber wir haben natürlich auch einen enormen Ehrgeiz. Wir wollen schon gerne der Welt zeigen, dass da eine Mannschaft ist, die sich langsam der Weltspitze nähert. Wir sind noch nicht in den Top-10, das wissen wir. Aber wir arbeiten sehr akribisch und mit viel Energie daran, dass wir irgendwann mal mitreden mit den großen Fußball-Nationen. Wir sind mitten in einem Lernprozess, und diese WM ist für uns der beste Lernprozess überhaupt. Wir trauen uns schon zu, am Donnerstag mitzureden.“

Wie sehr ärgert Sie die Ausgangssituation? Bei einem Unentschieden wären beide Mannschaften im Achtelfinale. Es ist bereits die Rede von einem zweiten Gijon.

Klinsmann: „Da wird nichts komisch laufen. Ich fand es auch ein bisschen überzogen von einem deutschen Journalisten, direkt nach unserem Spiel in Manaus gegen Portugal solch ein Spiel hochzubringen, das vor mehr als 30 Jahren in Gijon stattgefunden hat. Die USA hatten mit dem Spiel absolut gar nichts zu tun. Es wird keine Wiederholung geben. Beide Mannschaften wollen, egal mit welchem Ergebnis, ins Achtelfinale – und werden dies auch schaffen.“

 

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