Paul Pogba Torjubel mit Mannschaft
Paul Pogba bringt Frankreich mit seinem Tor auf die Siegerstraße.
 

WM 2014: Frankreich gewinnt gegen Nigeria

Frankreich hat den Einzug ins Viertelfinale geschafft. Nigeria ist zum dritten Mal im Achtelfinale gescheitert.

30.06.2014 APA

Österreich hat sich zum ersten Mal in der Geschichte aus eigener Kraft für die Endrunde einer Fußball Europameisterschaft (EM 2016) qualifiziert. Dabei gelang dem ÖFB-Team rund um Teamchef Marcel Koller das Kunststück kein Spiel in der Qualifikation zu verlieren, der Aufstieg gelang mit 8 Punkten Vorsprung, 9 Siegen, 1 Unentschieden und einem sensationellen Torverhältnis von 22 zu 5 Toren.

Alle Informationen, den Spielplan, wo ihr Tickets bekommt und an welchen Spielorten die EM 2016 in Frankreich gespielt wird findet ihr hier.

Frankreich hat sich nach den Niederlanden als zweites europäisches Team für das Viertelfinale der WM 2014 qualifizieren können. Die Franzosen setzten sich am Montag im Achtelfinale gegen Nigeria in einem Geduldsspiel mit 2:0 (0:0) durch. Die späten Treffer in Brasilia fielen durch einen Kopfball von Jungstar Paul Pogba (79.) und ein Eigentor von Joseph Yobo (91.).

Frankreich nicht souverän

Erst in der Schlussphase kam die in der Gruppenphase so starke Offensive in Schwung. Pogba nutzte einen Fehler des bis dahin starken Torhüters Vincent Enyeama nach einem Corner, Yobo traf vom eingewechselten Antoine Griezmann bedrängt ins eigene Netz. Im Viertelfinale am Freitag (18.00 Uhr) geht es für Frankreich entweder gegen Mitfavorit Deutschland oder Außenseiter Algerien.

GIroud und Benzema bleiben wirkungslos

Der Weltmeister von 1998 tat sich gegen die gut stehenden Nigerianer schwer, einen Spielfluss zu finden. Teamchef Didier Deschamps setzte im Angriffszentrum auf den statischen Olivier Giroud. Stürmerstar Karim Benzema konnte dadurch auf den linken Flügel ausweichen, beide blieben aber wirkungslos. In der Innenverteidigung ersetzte Arsenals Laurent Koscielny den angeschlagenen Mamadou Sakho.

Knappe Abseitsentscheidung verhindert Tor

Bei Nigeria kam Victor Moses im offensiven Mittelfeld statt des verletzten Michael Babatunde zum Einsatz. Die Afrikaner hielten in der Anfangsphase gut dagegen, versuchten mit langen Bällen immer wieder Solospitze Emmanuel Emenike einzusetzen. So auch in der 19. Minute, als ein Treffer des Stürmers von Fenerbahce Istanbul nach Flanke von Ahmed Musa wegen Abseits aberkannt wurde – eine Zentimeterentscheidung.

Nigeria am Anfang der 2. Hälfte die bessere Mannschaft

Schon vor der Pause fand Pogba die beste Gelegenheit für die Franzosen vor. Einen Volley des 21-Jährigen von Juventus Turin nach Flanke von Mathieu Valbuena entschärfte aber Enyeama (22.). Rechtsverteidiger Mathieu Debuchy schoss aus aussichtsreicher Position am Tor vorbei (40.). Die Nigerianer ließen wenig zu, waren zu Beginn der zweiten Hälfte sogar die bessere Mannschaft.

Griezmann sorgt für die Wende

Frankreichs Torhüter und Kapitän Hugo Lloris musste bei einem Schuss von Peter Odemwingie retten (62.). Erst als Deschamps den agileren Flügelspieler Griezmann für Giroud brachte und Benzema ins Zentrum rückte, wurden auch die „Bleus“ gefährlicher. Nach sehenswertem Doppelpass mit Griezmann scheiterte Benzema aber an Enyeama. Den zweiten Versuch kratzte Moses von der Linie (70.).

Glück für Nigeria

Im Finish erhöhten die Franzosen wie am Vortag die Niederlande gegen Mexiko (2:1) die Schlagzahl. Die Geduld sollte sich auszahlen. Zunächst klärte Kenneth Omeruo gegen Benzema, den Abpraller setzte Yohan Cabaye an die Querlatte (77.). Enyeama durfte sich bei einem Kopfball von Benzema erneut auszeichnen (79.), beim folgenden Corner griff er aber daneben. Der Keeper des französischen Erstligisten OSC Lille lenkte den Eckball von Valbuena ungenügend ab, Pogba reagierte gut und nickte ein.

Super Eagles wieder im Achtelfinale gestoppt

Enyeama ließ eine sensationelle Parade gegen Griezmann folgen (84.), in der Nachspielzeit war er aber erneut geschlagen. Einen Querpass von Cabaye nach einem kurz abgespielten Corner lenkte Kapitän Yobo im Duell mit Griezmann ins eigene Tor. Die Nigerianer verloren damit auch ihr drittes WM-Achtelfinale. 1994 und 1998 waren die „Super Eagles“ ebenfalls in der ersten K.o.-Runde gescheitert.

Frankreich kämpft sich zurück

Frankreich dagegen ist auf bestem Weg, sich für die WM-Pleite von 2010 zu rehabilitieren. Damals war die „Equipe Tricolore“ nach heftigen internen Streitigkeiten blamabel in der Vorrunde gescheitert. Ihr erstes K.o.-Spiel haben die Franzosen bei einer WM dagegen noch nie verloren.

Stimmen zum Spiel

Didier Deschamps (Teamchef Frankreich): „Ab der 60. Minute haben wir die Kontrolle über das Spiel zurückgewonnen. Die Tore sind spät gekommen, aber alle Spiele bei dieser WM sind schwierig. Nigeria hat eine sehr athletische Mannschaft, es gab viele Zweikämpfe, aber wir haben nicht nachgelassen. Wir gehören jetzt zu den acht besten Teams der Welt, das ist etwas Wunderschönes. Ich bin stolz auf das, was wir seit Turnierbeginn hier geleistet haben.“

Paul Pogba (Torschütze Frankreich): „Ich bin einfach nur froh, dafür gibt es keine Worte. Ich weiß, dass ein ganzes Land hinter uns steht. Dieses Tor hat uns befreit. In einem so wichtigen Spiel für mein Land zu treffen, das ist einer der größten Momente meines Lebens. Wir haben an uns geglaubt. Wir können die besten und die schlechtesten Spiele machen – aber wir machen sie gemeinsam. Ich bin glücklich.“

Stephen Keshi (Teamchef Nigeria): „Es ist sehr schade, dass wir dieses Spiel verloren haben. Wenn ich mir das Spiel ansehe, dann haben wir uns das nicht verdient. Aber so ist der Fußball. Wir haben bei dieser WM gezeigt, dass wir mithalten können. Wir haben ein gutes Spiel gemacht. Aber dass wir verloren haben, ist nicht schön.“ Ob er nach der WM im Amt bleibt, ließ Keshi offen. „Ich weiß es nicht.“

Joseph Yobo (Kapitän und Eigentorschütze Nigeria): „Wir haben alles gegeben, aber so ist Fußball. Wir hätten es heute besser machen können. Am Anfang haben wir gut gespielt. Nur unsere Chancen haben wir nicht genutzt.“

 

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