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Neymar erlitt die Verletzung in der 86. Minute des Viertelfinal-Spiels gegen Kolumbien
 

WM 2014: FIFA untersucht Foul an Neymar

Nach dem vorläufiges WM-Aus für Brasiliens Superstar Neymar prüft die FIFA die Einleitung eines Verfahrens – Proteste gegen Zuniga im Internet

05.07.2014 APA

Österreich hat sich zum ersten Mal in der Geschichte aus eigener Kraft für die Endrunde einer Fußball Europameisterschaft (EM 2016) qualifiziert. Dabei gelang dem ÖFB-Team rund um Teamchef Marcel Koller das Kunststück kein Spiel in der Qualifikation zu verlieren, der Aufstieg gelang mit 8 Punkten Vorsprung, 9 Siegen, 1 Unentschieden und einem sensationellen Torverhältnis von 22 zu 5 Toren.

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Nach dem Foul an Brasiliens Superstar Neymar im Viertelfinal-Spiel gegen Kolumbien hat der Fußball-Weltverband (FIFA) Untersuchungen aufgenommen. Die Disziplinarkommission werde nach Ansicht des Videos und Berichten der Offiziellen die mögliche Einleitung eines Verfahrens prüfen, teilte FIFA-Sprecherin Delia Fischer am Samstag in Rio de Janeiro mit.

Vorläufiges WM-Aus für Neymar

Der Kolumbianer Juan Zuniga hatte Neymar im WM-Viertelfinale am Freitagabend (1:2) bei einer Attacke mit dem Knie im Rücken getroffen. Für den Offensivspieler des Gastgebers ist die Weltmeisterschaft damit nach einem Wirbelbruch vorzeitig beendet. Schiedsrichter Carlos Velasco hatte das Foul weder mit einem Freistoß noch mit einer Verwarnung für Zuniga geahndet, sondern in dieser Situation auf Vorteil für Brasilien entschieden.

Aufschrei im Internet

Im Internet wird mit heftiger Wut auf Zunigas Foul reagiert.“Ganz egal, welches Team du unterstützt – du hasst diesen Typen, weil er Neymars Weltmeisterschaft beendet hat“, stand unter einem Bild Zunigas, das sich über Twitter verbreitete. Fans – vor allem aus Brasilien – machten ihrer Wut auch auf Zunigas Facebook-Seite mit teils heftigen Verwünschungen oder gar Morddrohungen Luft. Manche sprachen von einem „Attentat auf Neymar“. Für Verwunderung sorgte, dass das Foul nicht einmal mit einer Gelben Karte geahndet wurde.

Brasilianer beten für „Ney“

Die Freude über den Halbfinal-Einzug war nach Neymars Verletzung bei den Brasilianern im Nu verflogen. Torschütze und Innenverteidiger David Luiz brach in den Katakomben des Stadions in Tränen aus, als er von Neymars schwerer Verletzung erfuhr. „Wir werden einen Pakt abschließen, um ihn zu unterstützen, um an seiner Seite zu sein. Und auch, um die Stärke dieser Mannschaft auf dem Platz zu zeigen“, versprach der 27-Jährige. „Wir werden für ihn beten, denn der Platz von ‚Ney‘ ist auf dem Rasen.“

Facebook-Zuspruch von Messi

Mit dem Profi vom FC Barcelona verliert der Rekord-Weltmeister seinen vierfachen Torschützen und bisher herausragenden WM-Akteur. Argentiniens Ausnahmespieler Lionel Messi tröstete seinen Clubkollegen via Facebook: „Neymar, ich hoffe, Du erholst dich sehr schnell, mein Freund“, schrieb der 27-Jährige und stellte dazu ein gemeinsames Jubel-Bild im Trikot der Katalanen auf seine Facebook-Seite.

Neymars Genesung werde einige Wochen dauern

In heller Aufregung verbreiteten die brasilianischen Medienvertreter die Hiobsbotschaft im ganzen Land: „Neymar ist raus aus der WM!“ Unmittelbar zuvor hatte Rodrigo Lasmar, einer der Mannschaftsärzte der „Selecao“, die Diagnose mitgeteilt: „Neymar hat einen Bruch des dritten Lendenwirbels.“ Es sei keine ernsthafte Fraktur, aber es werde einige Wochen dauern, bis Neymar seine volle Bewegungsfähigkeit wiedererlangt habe. „Er wird nicht binnen einer Woche genesen“, stellte Lasmar klar, dass die WM für den Superstar vorbei ist. Die Diagnose wurde nach Untersuchungen in einer Privatklinik gestellt, in die Neymar auf schnellstem Wege gebracht worden war.

Zuniga beteuert: „Wollte ihn nicht verletzen“

Brasiliens bekanntester TV-Kommentator Galvao Bueno sprach von einer „Aggression“ Zunigas und einem „kriminellen Vergehen“. Der Kolumbianer versicherte aber: „Als ich da reingegangen bin, habe ich an nichts Böses gedacht. Ich wollte ihn nicht verletzen, aber unglücklicherweise ist es passiert. Ich hoffe, dass er sich mit Gottes Hilfe wieder erholt.“ Zuniga sei kein schlechter Mensch, meinte Brasiliens Kapitän Thiago Silva. „Ich kenne ihn aus der italienischen Meisterschaft. Was ich aber glaube, ist, dass es leichtfertig war“, sagte Silva und räumte ein: „Wir sind sehr von Neymar abhängig, Neymar macht den Unterschied bei uns aus.“

Auch Brasiliens Kapitän Silva fehlt gegen Deutschland

Teamchef Luiz Felipe Scolari hatte sich schon bei der Pressekonferenz nach dem Spiel skeptisch gezeigt, dass Neymar für das Halbfinale am Dienstag in Belo Horizonte gegen Deutschland wieder einsatzbereit sein werde. „So wie ich es sehe, kann er nicht spielen“, erklärte der 65-Jährige. „Er weinte vor Schmerzen.“ Scolaris schlimmste Befürchtungen wurden wenig später bestätigt. Die Sportzeitung „Lance!“ schrieb über Neymars WM-Aus: „Eine traurige Nachricht für die gesamte brasilianische Nation. … Wir werden für ihn den Hexa holen!“ Auf dem Weg zum erhofften sechsten WM-Titel ist das Ausfall von Neymar aber ein ganz bitterer Rückschlag für Brasilien, zumal auch Thiago Silva wegen seiner zweiten Gelben Karte im Halbfinale gegen Deutschland fehlt.

 

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