Miroslav Klose, schoss gegen Ghana sein 15. WM-Tor. © Martin Rose/Getty Images
 

WM 2014 Ergebnis & Spielbericht: Deutschland und Ghana trennen sich unentschieden

Deutschland und Ghana trennen sich nach einer Härteschlacht unentschieden mit 2:2.

22.06.2014 APA

Österreich hat sich zum ersten Mal in der Geschichte aus eigener Kraft für die Endrunde einer Fußball Europameisterschaft (EM 2016) qualifiziert. Dabei gelang dem ÖFB-Team rund um Teamchef Marcel Koller das Kunststück kein Spiel in der Qualifikation zu verlieren, der Aufstieg gelang mit 8 Punkten Vorsprung, 9 Siegen, 1 Unentschieden und einem sensationellen Torverhältnis von 22 zu 5 Toren.

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Der neue Rekord-Torjäger Miroslav Klose hat Deutschland bei der Fußball-WM in Brasilien vor einer Pleite gegen Ghana bewahrt. Nur zwei Minuten nach seiner Einwechslung erzielte der 36-Jährige am Samstag den Ausgleich zum 2:2-Endstand (71.). Deutschland hat damit weiter alle Trümpfe für den Aufstieg in der Hand, Klose ist gemeinsam mit Ronaldo erfolgreichster Torschütze der WM-Geschichte.

Klose kam ins Spiel und glich aus

Klose hat durch sein 15. WM-Tor im 20. WM-Spiel mit Ronaldo (19 Spiele) gleichgezogen. Sein erster Ballkontakt führte im Anschluss an eine Ecke von Bastian Schweinsteiger zum großen Jubel bei den Deutschen und zur letztlich gerechten Punkteteilung. Andre Ayew (54.) und Asamoah Gyan (63.) hatten davor die Führung der DFB-Elf durch Mario Götze (51.) mehr als wettgemacht. Von einer Gala wie gegen Portugal (4:0) war diesmal aber nichts zu sehen, Deutschland hatte für den Punkt hart zu arbeiten und muss um den Aufstieg noch kämpfen.

Für beide Teams ist noch nichts entschieden

Deutschland reicht zum Abschluss der Gruppe G am Donnerstag gegen die USA ein Remis, um den Aufstieg ins Achtelfinale zu sichern. Unabhängig davon, wie die Partie USA-Portugal am Sonntag Ortszeit (Montag, 0.00 Uhr MESZ) ausgeht. Auch Ghana darf noch mit dem Achtelfinale spekulieren.

Ghana war auf Deutschland sehr gut vorbereitet

So locker die ersten drei Punkte eingefahren worden waren, so schwer tat sich Deutschland gegen das vielleicht beste afrikanische Team bei diesem WM-Turnier. Da Verteidiger Mats Hummels von seiner Oberschenkelprellung rechtzeitig fit wurde, konnte DFB-Teamchef Joachim Löw zwar dieselbe Elf wie beim starken Auftakt gegen Portugal einlaufen lassen, doch Ghana war darauf viel besser eingestellt. Die Mannschaft von James Kwesi Appiah, die bei einer Niederlage das Achtelfinale wohl kaum mehr Aufstiegschancen gehabt hätte, machte den Deutschen das Leben schwer. Mit Athletik, Zweikampfstärke und guter defensiver Organisation unterbanden sie das fünf Tage davor noch so beeindruckende Passspiel von Lahm und Co.

Viele Möglichkeiten für beide Teams

In einer offenen Partie hatten beide Teams ihre Möglichkeiten, in der ersten Halbzeit ließen aber beide Abwehrreihen die ganz großen Chancen nicht zu. Ein Kroos-Schuss konnte gerade noch abgeblockt werden (11.), ebenso ein Versuch von Müller (21.), auf der anderen Seite war Torhüter Neuer bei Schüssen von Atsu (13.) und Muntari (33.) auf dem Posten.

Alle Tore kamen nach der Halbzeit

Kurz nach Wiederanpfiff schlugen die Deutschen aber zu. Götze köpfelte sich eine Müller-Flanke auf den eigenen Oberschenkel, von wo der Ball zur Führung ins Tor sprang (51.). Mit diesem Stand wäre Deutschland wäre so gut wie im Achtelfinale gestanden, doch Ghana kämpfte erfolgreich um seine letzte Chance. Ayew setzte sich gegen den in der Pause eingewechselten Mustafi im Luftkampf durch und traf per Kopf zum 1:1 (54.).

Ghana ging in Führung

Und es kam noch schlimmer für den Favoriten. Gyan brachte Ghana mit einem satten Schuss mit 2:1 in Führung. Löw reagierte, brachte mit Schweinsteiger und Klose für Götze und Khedira neue Kräfte (69.) – und bewies damit eine glückliche Hand. Nur zwei Minuten später stand Klose wieder einmal goldrichtig. Nach einem Eckball kam Höwedes zum Kopfball, Klose staubte aus einem Meter zum Ausgleich ab. Es folgte ein offener Schlagabtausch, bei dem jede Mannschaft Matchbälle hatte. Letztlich blieb es beim Remis, das Deutschland mehr nützt als Ghana.

Ghana-Spiel als Warnung für Deutschland

Ein sehenswertes Fußball-WM-Spiel für die Zuschauer hat bei Deutschland für Unbehagen gesorgt. Nach dem 2:2 des DFB-Teams am Samstag in Fortaleza gegen Ghana kommt es am Donnerstag gegen die USA zu einem Finale gegen die USA, in dem es zum Aufeinandertreffen von Bundestrainer Joachim Löw mit seinem früheren Vorgesetzten und nunmehrigen US-Teamchef Jürgen Klinsmann kommt.

Löw: „so war das nicht geplant“

Der Auftritt gegen Ghana diente für das Duell mit den Amerikanern nicht unbedingt als Mutmacher. „Das Spiel hat sich irgendwie so entwickelt, obwohl das nicht so geplant war“, gab Löw nach dem umkämpften 2:2 gegen Ghana leicht irritiert zu Protokoll.

Deutschland braucht noch einen Punkt fürs Achtelfinale

Die Aufarbeitung des Spiels wird im Trainerstab, in der Scouting-Abteilung und im Mannschaftskreis sicher etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen. Eines war beim nächtlichen Rückflug nach Porto Seguro und der anschließenden Busfahrt einschließlich Flussüberquerung ins Campo Bahia schon klar: Gegen Klinsmann und die USA wird es noch einmal richtig heiß. Um sicher ins Achtelfinale einzuziehen, braucht das Löw-Team (derzeit vier Zähler) noch einen Punkt.

„Die Ausgangslage hat sich für uns nicht entscheidend geändert“, stellte der Bundestrainer zwar fest. Doch das erste Remis in einem Turnierspiel unter Löw überhaupt hatte nach dem 4:0-Auftakt gegen Portugal gezeigt, dass schon das kleinste Nachlassen bei dieser WM große Auswirkungen nach sich ziehen kann. „Natürlich müssen wir hundert Prozent an die Sache rangehen. Man sieht, wenn man ein bisschen nachlässig wird, dass man auch gegen Ghana direkt zwei Tore kassiert“, bemerkte der weiter um seine Topform ringende Mesut Özil.

Trotz der etwas kuriosen Führung durch Mario Götze, dessen Kopfball erst ans eigene Knie und dann ins Tor der Ghanaer ging, verlor das Löw-Team die Kontrolle über die Partie. Der Coach sprach von einem „irrsinnigen Tempo“, von „Dramatik und Spannung“ pur und von einem „offenen Schlagabtausch“, vor dem er noch ausdrücklich gewarnt hatte.

59.612 Zuschauer wurden hin- und hergerissen, als ein Doppelschlag von Andre Ayew und Asamoah Gyan die „Black Stars“ in Front brachte, dann aber Oldie Miroslav Klose zwei Minuten nach seiner Einwechslung seinen 15. WM-Treffer markierte. „Sonst wäre es wahrscheinlich noch wilder geworden“, räumte der rechtzeitig von einer Oberschenkelblessur genesene Mats Hummels ein.

„Das war Harakiri“

Die Spieler sind weiter fest vom Weiterkommen überzeugt, und sie wollen weiter Gruppensieger werden. „Wenn wir unsere Leistung abrufen wie im ersten Spiel und phasenweise heute, sehe ich keine Gefahr, dass wir nach Hause fahren“, meinte Kapitän Lahm, der sich ungewohnt viele Fehler erlaubte und das zweite Gegentor maßgeblich verschuldete. „Wir sind stark, keine Sorge“, betonte Toni Kroos. „Hinten raus wurde es einfach ein bisschen zu wild. Das ist nicht unser Spiel. Die letzte Viertelstunde war Harakiri.“

 

Über die Ursachen gingen die Meinungen auseinander. „Wir waren nicht so kompakt, haben das taktisch nicht gut gelöst“, erklärte Sami Khedira. „Ein Schritt zu wenig auf der einen Seite, ein Schritt zu wenig da. Die Mannschaft von Ghana hat nie aufgesteckt, sie waren aggressiv, laufstark. Da waren sie uns ein Stück weit überlegen“, ergänzte der Mittelfeldmann von Real Madrid.

Mittelfeld musste viel nach hinten arbeiten

Gegen die wuchtigen Afrikaner traten auch Khediras Defizite nach einer langen Verletzungspause zutage. „Bei diesem Tempo und bei diesen Bedingungen ist Sami Khedira körperlich ein bisschen an die Grenzen gekommen. Alle Mittelfeldspieler mussten viel arbeiten nach hinten“, analysierte Löw fest.

Für Lahm waren fehlende Aggressivität und Cleverness sowie Probleme im eigenen Aufbauspiel die Gründe dafür, dass es lange nicht so gut wie gegen die Portugiesen lief. „Die Raumaufteilung hat nicht so gut funktioniert. Wir haben wenig Überzahl kreieren können in den entscheidenden Phasen“, bemerkte der Münchner, der Teil des Problems war. Dem 30-Jährigen, der bei seinem sechsten Turnier erstmals in der Mittelfeldzentrale agiert, gelang der Beweis in Brasilien noch nicht, dass er im DFB-Team dort wertvoller sein kann als auf der Außenverteidigerposition.

Eine System-Diskussion aber wollten weder Kapitän noch Bundestrainer zulassen. „Vor fünf Tagen war alles gut. Mal läuft es besser, mal schlechter. Es ist kein generelles Problem, wir haben gesehen, dass es funktioniert“, sagte Lahm. „Wir haben gute Moral gezeigt, sind bei diesen Temperaturen nach dem Rückstand nochmal zurückgekommen“, hob Löw hervor.

Zu den positiven Erkenntnissen zählte der Chefcoach auch die ersten WM-Minuten der Routiniers Klose und Bastian Schweinsteiger. Beide hätten der Mannschaft „einige frische Impulse“ gebracht und „neue Kräfte mobilisiert“, lobte Löw, der gegen die USA wohl wieder auf die angeschlagenen Thomas Müller (Rissquetschwunde) und Jerome Boateng (Oberschenkelprobleme) zählen kann.

Meinungen zum Spiel Deutschland – Ghana

James Appiah (Teamchef Ghana): „Es war ein gutes, umkämpftes Spiel. Gegen Deutschland ist es immer hart, wir haben das Beste daraus gemacht und besser gespielt als gegen die USA. Die Ghanaer wissen, dass sie bis zum Schluss kämpfen müssen. Wir haben noch ein Spiel, der Aufstieg ist möglich.“

 

FIFA-Spielstatistik zum Fußball-WM-Spiel Deutschland – Ghana am Samstag in Fortaleza:

DEUTSCHLAND – GHANA (2:2) Torschüsse: 6 bzw. 10 Schüsse: 11 bzw. 20 Fouls: 11 bzw. 17 Eckbälle: 7 bzw. 3 Abseits: 1 bzw. 5 Ballbesitz: 59 bzw. 41 (in Prozent) Zurückgelegte Distanz in Metern: 116.886 m bzw. 110.743 m Man of the Match: Mario Götze (GER)

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Und wer wird Fußball-Weltmeister 2014?

Das wissen wir auch nicht, aber 11 Gründe sprechen klar gegen Deutschland. Der amtierende Weltmeister Spanien wurde bereits nach dem 2. Spiel der Vorrunde von der Liste gestrichen.

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