Berti Vogts und Jögi Löw
Berti Vogts führte 1996 Deutschland zum EM-Titel.
 

WM 2014: Klinsmann erhält Unterstützung von Vogts

Ausgerechnet Berti Vogts unterstützt Jürgen Klinsmann gegen seinen ehemaligen Arbeitsgeber.

25.06.2014 APA

Österreich hat sich zum ersten Mal in der Geschichte aus eigener Kraft für die Endrunde einer Fußball Europameisterschaft (EM 2016) qualifiziert. Dabei gelang dem ÖFB-Team rund um Teamchef Marcel Koller das Kunststück kein Spiel in der Qualifikation zu verlieren, der Aufstieg gelang mit 8 Punkten Vorsprung, 9 Siegen, 1 Unentschieden und einem sensationellen Torverhältnis von 22 zu 5 Toren.

Alle Informationen, den Spielplan, wo ihr Tickets bekommt und an welchen Spielorten die EM 2016 in Frankreich gespielt wird findet ihr hier.

Deutschland trifft im letzten Spiel der Gruppe G auf die von Jürgen Klinsmann trainierte USA. Neben dem Duell der einstigen Mannschaftskollegen Klinsmann und Löw birgt das Aufeinandertreffen noch weitere Brisanz in sich. 1996 konnte die deutsche Nationalmannschaft zuletzt ein Turnier gewinnen, der damalige Cheftrainer hieß Berti Vogts. Bei der WM 2014 unterstützt Vogts die US-Auswahl von Jürgen Klinsmann. Der Teamchef der USA setzt auf seinen langjährigen Freund und Mentor.

Klinsmann und Bierhoff über Vogts

„Dass der Berti uns mit seinem Wissen und seiner gesamten Erfahrung zur Verfügung steht, ist für uns eine tolle Sache“, betonte Klinsmann. „Ich bin überzeugt, dass er mit seiner Erfahrung Jürgen unglaublich helfen kann“, sagte der deutsche Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff am Dienstag.

Vogts meidet die Öffentlichkeit

Vogts ist zusammen mit Klinsmann am 10. Juni in Sao Paulo gelandet, seitdem jedoch untergetaucht. Die täglichen Trainingseinheiten an der Avenida Marques de Sao Vicente finden ohne ihn statt. Wo sich der „special advisor“ aufhält, bleibt ein gut gehütetes Geheimnis des US-Verbandes.

Special Advisor Vogts

Allerdings machte Klinsmann bereits deutlich, dass sich die Zusammenarbeit schon zigmal ausgezahlt habe. „Er gibt uns einfach das Gefühl, mit schwierigen Situationen umzugehen, gelassen zu bleiben, wenn man gelassen sein muss“, erläuterte Klinsmann. Für seinen Job als Sonderberater lässt Vogts sein Nationaltrainer-Amt in Aserbaidschan ruhen.

Vogts beschwichtigt

Im Vorfeld der WM hat der 67-Jährige rund 23.000 Flugkilometer zurückgelegt, um alle US-Gruppengegner zu beobachten – und sich zusätzlich unzählige DVDs angeschaut. Dennoch spielte er seine Rolle herunter: „Mich braucht Jürgen nicht, um Geheimnisse über das deutsche Team zu erfahren. Er kennt die Spieler sicher viel besser.“

Vogts ist bestens mit der DFB-Elf vertraut

Auf dem Weg zur WM 2010 und der EM 2012 stand er mit Aserbaidschan jeweils Deutschland gegenüber – vier Niederlagen, 2:15 Tore. Und Vogts hat von 1970 bis 1998 sieben Weltmeisterschaften als Spieler, Trainer-Assistent von Franz Beckenbauer und Chefcoach erlebt. Er kennt die deutsche Denkweise bei Turnieren und die Situation, in der sich Joachim Löw nach dem 4:0 zum WM-Auftakt gegen Portugal und dem anschließenden 2:2 gegen Ghana befindet.

Vogts traut dem DFB-Team viel zu

„Deutschland kann Fußball-Weltmeister werden. Sie haben das Potenzial, die haben so viele gute Spieler wie noch nie vorher“, betont er. Allerdings, so schränkt der Rheinländer ein, brauche man „auch das Quäntchen Glück, das man haben muss, nachher, wenn es in die entscheidenden Spiele geht.“ Und eben das, so Vogts, habe Löw bisher noch nicht gehabt.

Angeschlagener Ruf

Vogts hat seit seinen Zeiten als Bundestrainer bei vielen Landsleuten und den deutschen Medien keinen guten Ruf mehr. Allerdings ist sein Name untrennbar mit dem letzten großen Titel der DFB-Auswahl verbunden. Er machte Deutschland 1996 in England zum Europameister – sein Kapitän hieß Klinsmann, die Treffer zum 2:1-Finalsieg gegen Tschechien schoss Bierhoff. „Ich habe eine besondere Beziehung zu ihm. Er hat mich in die U18 geholt, in die U21, zum Kapitän der A-Mannschaft gemacht“, sagte Bierhoff.

Wiedersehen in Recife

Am Donnerstag sehen sich alle drei wieder. Bierhoff hat schon betont: „Ich würde liebend gerne unterschreiben, dass wir als Erste durchgehen und die Amerikaner als Gruppenzweiter.“ Ein US-Erfolg – oder auch nur ein Treffer – würden Klinsmanns Sonderberater wehtun. Der „Rheinischen Post“ verriet Vogts unlängst: „Ich werde ganz sicher nicht jubeln, wenn die USA ein Tor gegen uns schießen.“

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