Joachim Löw bei einer Trainingseinheit in Brasilien 2014
Die taktische Aufstellung von Lahm hat eine Debatte ausgelöst.
 

WM 2014: Lahm-Debatte setzt Löw unter Druck

Das Spiel gegen Frankreich ist aus mehreren Perspektiven ein Endspiel.

03.07.2014 APA

Österreich hat sich zum ersten Mal in der Geschichte aus eigener Kraft für die Endrunde einer Fußball Europameisterschaft (EM 2016) qualifiziert. Dabei gelang dem ÖFB-Team rund um Teamchef Marcel Koller das Kunststück kein Spiel in der Qualifikation zu verlieren, der Aufstieg gelang mit 8 Punkten Vorsprung, 9 Siegen, 1 Unentschieden und einem sensationellen Torverhältnis von 22 zu 5 Toren.

Alle Informationen, den Spielplan, wo ihr Tickets bekommt und an welchen Spielorten die EM 2016 in Frankreich gespielt wird findet ihr hier.

Für Joachim Löw ist die Viertelfinalbegegnung am 4. Juli um 18 Uhr MESZ mit Frankreich bereits das 110. Länderspiel als deutscher Bundestrainer. Mit Druck kennt sich der Rekordtorschütze des SC Freiburgs aus. Dieser hat sich mit der Debatte um Kapitän Phillip Lahm und dem Spielsystem wieder einmal erhöht.

Entscheidungsspiel für Löw?

Von Löws wichtigstem Spiel seiner bereits achtjährigen Amtszeit als Teamchef ist im Vorfeld die Rede. Der Badener selbst sieht dies anders. „Oh nein, um Gottes Willen“, antwortete er im ARD-Hörfunk: „Da gab es schon Spiele, die genauso wichtig waren.“ Trotzdem dürfte ein negativer Ausgang im legendären Maracana für den bei 74 Länderspiel-Siegen haltenden Löw Konsequenzen haben.

Vertrag bis 2016

Sein vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) vorzeitig verlängerter Vertrag bis Mitte 2016 wäre dann kaum eine Jobgarantie. Ein Viertelfinal-Aus wäre nach dem EM-Finale 2008 und zwei Halbfinal-Teilnahmen bei der WM 2010 sowie der EM 2012 das schlechteste Ergebnis von Löw als Chefcoach.

Lahm-Debatte ausgelöst

Bereits nach dem K.o. im EM-Halbfinale vor zwei Jahren gegen Italien musste sich Löw Kritik von allen Seiten stellen. In Brasilien zeigte das mühsame 2:1 n.V. gegen Algerien im Achtelfinale nun ähnliche Wirkung. Dem früheren Tirol- und Austria-Trainer wird mangelnde Flexibilität im Spiel vorgeworfen. Ganz Deutschland diskutierte über taktische Ausrichtung und Personalentscheidungen. Im Zentrum steht die Positionierung von Kapitän Lahm. Der Bayern-Profi ist für Löw im defensiven Mittelfeld gesetzt, Experten sehen ihn auf der Außenbahn.

Innenminister schaltet sich ein

Sogar Deutschland Bundesinnenminister Thomas de Maiziere schaltete sich in die Diskussion ein. „Ich bin einer von 80 Millionen Bundestrainern. Ich würde Lahm rechts hinten spielen lassen“, sagte der auch für den Sport zuständige Minister, der das Algerien-Spiel in Porto Alegre live miterlebt hatte.

Wortmeldungen von Ballack, Magath und Matthäus

Michael Ballack, langjähriger DFB-Kapitän, sieht Lahm ebenso wie der langjährige Bundesliga-Trainer Felix Magath am besten links in der Viererkette aufgehoben. Für Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus ist die Besetzung der Außenpositionen mit gelernten Innenverteidigern ohnedies „ein großes Problem“. Diskutiert wurde die Lahm-Rolle offenbar auch im engsten Führungszirkel des Trainerstabs.

Kontroverse Diskussionen um taktische Ausrichtung

So wurden angeblich vor dem Achtelfinale getätigte Aussagen von Löw, wonach Lahm nur „im Notfall“ zurückrücken werde, vor dem Frankreich-Spiel wieder relativiert. „Natürlich wird kontrovers diskutiert“, bestätigte Torhüter-Trainer Andreas Köpke. Bereits gegen Algerien musste der für seine Verhältnisse bisher unterdurchschnittlich agierende Lahm für den verletzten Shkodran Mustafi rechts hinten einspringen. Er scheint dort am Freitag die einzige Alternative zu sein.

 

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