algerien im training bei der wm 2014
Algerien hat mit Deutschland noch eine Rechnung offen. Stichwörter: Gijon und Unsportlichkeit.
 

WM 2014: Deutschland vs Algerien und die offene Rechnung

Bei den bisherigen WM-Begegnungen hat Algerien gegen Deutschland beide Duelle gewinnen können. Dennoch haben die Nordafrikaner Grund zur Revanche.

30.06.2014 APA

Österreich hat sich zum ersten Mal in der Geschichte aus eigener Kraft für die Endrunde einer Fußball Europameisterschaft (EM 2016) qualifiziert. Dabei gelang dem ÖFB-Team rund um Teamchef Marcel Koller das Kunststück kein Spiel in der Qualifikation zu verlieren, der Aufstieg gelang mit 8 Punkten Vorsprung, 9 Siegen, 1 Unentschieden und einem sensationellen Torverhältnis von 22 zu 5 Toren.

Alle Informationen, den Spielplan, wo ihr Tickets bekommt und an welchen Spielorten die EM 2016 in Frankreich gespielt wird findet ihr hier.

Bei den bisherigen WM-Begegnungen hat Algerien gegen Deutschland beide Duelle gewinnen können, dennoch reichte es 1982 nicht für das Achtelfinale. Der Grund war die „Schande von Gijon“, Österreich und Deutschland verhalfen sich gegenseitig zum Aufstieg. Auch wenn martialische Kampfansagen vor dem WM-Achtelfinale (Deutschland – Algerien) am 30. Juli um 22 Uhr MESZ in Porto Alegre ausgeblieben sind und kein einziger aktueller Kicker an jenem 25. Juni 1982 schon geboren war – die Erinnerungen an diesen beschämenden Tag sind in Algerien allgegenwärtig.

Unsportlichkeit von Deutschland und Österreich

„So trifft man sich wieder“, titelte „La Liberte“ nicht ohne Ironie vor dem historisch brisanten Duell. „Algerien – Deutschland, wie sich alles wiederholt“, schrieb „La Gazette du Fennec“. 32 Jahre nach dem Nicht-Angriffspakt zwischen Deutschland und Österreich und dem Scheitern der goldenen algerischen Generation mit Idolen wie Rabah Madjer und Lakhdar Belloumi holt die Geschichte die beiden ungleichen Achtelfinal-Kontrahenten wieder ein.

Deutschland gegen Österreich: Schande von Gijon

Starkes Kollektiv soll es richten

„Natürlich, es ist Deutschland. Sie sind die absoluten Favoriten“, betonte Algeriens Trainer Vahid Halilhodzic. „Aber unsere Stärke ist der Teamgeist. Wir haben keinen Eto’o oder Drogba. Aber jeder kämpft für den anderen. Wir werden sehr viel taktisch arbeiten, und wir wollen sie ärgern“, kündigte der Bosnier in der „L’Equipe“ an.

„Es ist Raum für eine weitere Heldentat“, sagte Kapitän Madjid Bougherra. „Deutschland ist Favorit. Wenn wir verlieren, wäre es logisch, aber wenn wir gewinnen, wäre es eine enorme Leistung“, betonte der Verteidiger von Lekhwiya in Katar.

Tor gegen Russland

Auch der neue Volksheld Islam Slimani, Schütze des Ausgleichs gegen Russland, will nicht in Ehrfurcht erstarren. „Es wird sehr, sehr schwer, aber am Ende ist es ein Fußballmatch. In 90 Minuten ist alles möglich“, sagte der Stürmer von Sporting Lissabon.

Ramadan kein Thema mehr

Auch das schwierige Thema Ramadan scheint rechtzeitig gelöst. Ein extra aus Algier eingeflogener Imam der Al-Quds-Moschee hat den muslimischen Spielern das Essen während des Fastenmonats gestattet. Es bestehe Einigkeit darüber, dass Menschen auf Reisen und solche, die schwer arbeiten, nicht fasten müssten, sagte Imam Djelloul Kassoul nach Angaben des Internetportals „Tout sur l’Algerie“.

Genugtuung für den Trainer

Halilhodzic hatte schon zuvor die Hoffnung geäußert, dass seine Spieler aufs Fasten verzichten würden. Für den strengen Trainer hat sich unabhängig vom Ergebnis gegen Deutschland der erste Teil seiner WM-Mission schon erfüllt. Nachdem er 2010 die Elfenbeinküste zur Weltmeisterschaft nach Südafrika geführt hatte und kurz vor dem Turnier entlassen worden war, gelang ihm jetzt auch die Bewältigung eines persönlichen Traumas. Nun will er dabei helfen, das Trauma eines ganzen Landes zu überwinden. „1982 kann man nie vergessen“, sagte er.

 

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