Deutschland-Fans in Brasilien
Deutschland braucht lange um Algerien in den Griff zu bekommen.
 

WM 2014: Deutschland besiegt starke Algerier

Deutschland müht sich gegen Algerien ins Viertelfinale, dort wird gegen Frankreich gespielt.

01.07.2014 APA

Österreich hat sich zum ersten Mal in der Geschichte aus eigener Kraft für die Endrunde einer Fußball Europameisterschaft (EM 2016) qualifiziert. Dabei gelang dem ÖFB-Team rund um Teamchef Marcel Koller das Kunststück kein Spiel in der Qualifikation zu verlieren, der Aufstieg gelang mit 8 Punkten Vorsprung, 9 Siegen, 1 Unentschieden und einem sensationellen Torverhältnis von 22 zu 5 Toren.

Alle Informationen, den Spielplan, wo ihr Tickets bekommt und an welchen Spielorten die EM 2016 in Frankreich gespielt wird findet ihr hier.

Deutschland brauchte 120. Minuten um gegen Algerien als Gewinner vom Platz zu gehen. Die Deutschen hatten mit dem krassen Außenseiter aus Nordafrika weit mehr Mühe als erwartet, der Aufstieg wurde erst mit 2:1 nach Verlängerung unter Dach und Fach gebracht. Die Franzosen setzten sich am Montag im Achtelfinale gegen Nigeria in einem Geduldsspiel mit 2:0 (0:0) durch, damit kommt es im Viertelfinale zum Duell Deutschland gegen Frankreich.

Schürrle erlöst Deutschland

Die deutschen Tore vor 43.000 Zuschauern in Porto Alegre gelangen Andre Schürrle (92.) und Mesut Özil (119.), für Algerien traf Abdelmoumene Djabou (121.). Die Deutschen hingen vor allem vor der Pause in den Seilen, besser ins Spiel kamen sie erst mit der Einwechslung des späteren Torschützen Schürrle in der 46. Minute.

Deutschland gegen Frankreich um Aufstieg

Im Viertelfinale treffen die Deutschen am Freitag (18.00 Uhr) in Rio de Janeiro auf Frankreich, das ebenfalls am Montag Nigeria 2:0 besiegte. In den bisherigen sechs Achtelfinalpartien hat sich somit sechs Mal der Gruppensieger gegen den Gruppenzweiten durchgesetzt. Am Dienstag werden die Achtelfinali mit den Partien Argentinien-Schweiz (18.00 Uhr) und Belgien-USA (22.00 Uhr) abgeschlossen.

Veränderte Aufstellung bei Deutschland

Von einer Hitzeschlacht konnte diesmal keine Rede sein, das Thermometer im Beira-Rio-Stadion zeigte lediglich 14 Grad Celsius. Die Deutschen mussten auf den erkrankten Verteidiger Mats Hummels verzichten, für ihn rückte Shkodran Mustafi in die Viererkette. Im defensiven Mittelfeld bekam Bastian Schweinsteiger den Vorzug gegenüber Sami Khedira.

Algerier mit starker Offensive

Die Algerier gingen zwar auf dem Papier extrem defensiv ausgerichtet in die Partie, zeigten aber gleich in der Anfangsphase, dass sie offensiv brandgefährlich sind. Vor allem Islam Slimani wirbelte die deutsche Defensive durcheinander und wurde vom an diesem Abend mehrfach in höchster Not aus seinem Strafraum eilenden Tormann-„Libero“ Manuel Neuer (9.) sowie von Per Mertesacker (11.) im letzten Moment gebremst.

Deutsche Defensive mit Schwächen

Auch Sofiane Feghouli (14.) und Fauzi Ghoulam (18.) tanzten leichtfüßig durch die anfangs konfuse deutsche Hintermannschaft, zudem wurde ein Kopfballtreffer von Slimani zurecht wegen Abseits aberkannt (17.). Glück hatte Neuer bei einem von Jerome Boateng abgefälschten Schuss von Mehdi Mostefa, der knapp am Tor vorbeiging (39.).

Deutschland übernimmt das Spiel

Der stark beunruhigt wirkende DFB-Teamchef Joachim Löw musste mehr als eine halbe Stunde warten, bis seine recht planlose Truppe halbwegs Herr der Lage wurde. Erstmals richtig gefährlich wurde Deutschland durch einen Kopfball von Thomas Müller knapp neben das Tor (35.), dann scheiterten Toni Kroos und per Abstauber Mario Götze an Algerien-Schlussmann Rais M’Bolhi (41.).

Mit Schürrle kommt nach der Pause

Nach der Pause brachte Löw für Götze Schürrle in die Partie. Mit dem Chelsea-Angreifer kam merkbar frischer Wind ins deutsche Spiel. Ein Kopfball von Mustafi war zu zentral angetragen (49.). Bei einem Weitschuss von Philipp Lahm glänzte M’Bolhi (55.) genauso wie bei einem Kopfball von Müller (80.). Im Finish rollte Müller den Ball aus kurzer Distanz am Tor vorbei (82.), ein Schweinsteiger-Kopfball wurde ebenfalls zur Beute von M’Bolhi (90.).

Schürrle trifft in der Verlängerung

Die offensiven Nadelstiche der Algerier wurden weniger, Weitschüsse von Feghouli (74.) und Slimani (75.) waren die Ausnahme. Die sich andeutende Führung Deutschlands ließ in der Verlängerung nicht einmal zwei Minuten auf sich warten. Nach Querpass von Müller von der linken Seite bugsierte Schürrle den Ball schlitzohrig mit der Innenseite des hinter dem Körper befindlichen Fußes zum 1:0 ins lange Eck (92.).

Özil erhöht, Djabou mit Anschlusstreffer

Die endgültige Entscheidung besorgte Özil, der nach einem Schürrle-Schuss abstaubte und auf 2:0 erhöhte (119.). Algerien gab sich zwar noch immer nicht geschlagen, der Anschlusstreffer durch Djabou kam aber zu spät (121.). Damit gelang den Deutschen im dritten Anlauf auch erstmals ein Sieg über die Algerier, das bis Montag letzte Duell hatte man bei der WM 1982 in Spanien 1:2 verloren.

Die Stimmen zum Spiel

Per Mertesacker (Deutschland-Verteidiger): „Es war doch jedem klar, dass unter den letzten 16 Teams keine Karnevalstruppe ist. Wir haben alles gegeben, sind weitergekommen und sind super happy.“

Andre Schürrle (Deutschland-Stürmer, 1 Tor): „Wir hätten das gern ein bisschen anders geregelt. Aber Algerien hat es sehr gut gemacht. Egal wie, Hauptsache wir sind im Viertelfinale. Bei meinem Treffer war ein bisschen Glück dabei. Gegen Frankreich müssen wir eine andere Leistung zeigen.“

Philipp Lahm (Deutschland-Kapitän): „Wenn man die Chancen nicht macht, dann muss man in die Verlängerung. In der zweiten Halbzeit hatten wir Riesendinger. Aber wir wussten vorher, dass es sehr schwer wird. Genau das haben wir heute erlebt.“

Joachim Löw (Deutschland-Teamchef): „Am Ende war es ein Sieg des Willens. Vor der Pause waren wir schlecht, nach der Pause hätten wir das Spiel aber noch vor der Verlängerung entscheiden müssen. Leider haben wir viele Bälle verloren, wodurch wir den Gegner zu Kontern eingeladen haben. Khedira und Schürrle haben der Mannschaft nach ihren Einwechslungen Schub gegeben.“

Madjid Bouguerra (Algerien-Verteidiger): „Wir können stolz sein. Wir haben der ganzen Welt gezeigt, dass wir eine tolle Equipe sind. Zu Beginn des Ramadans haben wir Afrika bestens repräsentiert.“

 

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