Kolumbiens James Rodriguez ist bisher der Star des Turniers.
 

WM 2014: In Brasilien purzeln die Rekorde

Die Trends der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien im Überblick

03.07.2014 APA

Österreich hat sich zum ersten Mal in der Geschichte aus eigener Kraft für die Endrunde einer Fußball Europameisterschaft (EM 2016) qualifiziert. Dabei gelang dem ÖFB-Team rund um Teamchef Marcel Koller das Kunststück kein Spiel in der Qualifikation zu verlieren, der Aufstieg gelang mit 8 Punkten Vorsprung, 9 Siegen, 1 Unentschieden und einem sensationellen Torverhältnis von 22 zu 5 Toren.

Alle Informationen, den Spielplan, wo ihr Tickets bekommt und an welchen Spielorten die EM 2016 in Frankreich gespielt wird findet ihr hier.

Die Fußball-WM in Brasilien ist in vielerlei Hinsicht Rekordverdächtig. Im Achtelfinale haben sich erstmals alle acht Gruppensieger durchgesetzt – wenn auch zum Großteil nur knapp. Fünf Duelle gingen in die Verlängerung – das hat es in der ersten K.o.-Runde seit 1938 nicht mehr gegeben. Auch manch andere Rekordmarke ist in Brasilien bereits gefallen. Ein Überblick:

Die Favoriten: Nach dem frühen Ausscheiden der drei früheren Weltmeister Spanien, Italien und England wurde bereits über eine WM der Außenseiter spekuliert. Das Fußball-Establishment schlug aber adäquat zurück. Nur Costa Rica hatte vor dem Turnier niemand auf der Rechnung. Mit Brasilien, Kolumbien, Deutschland, Frankreich, Argentinien, Belgien und den Niederlanden stehen die Favoriten im Viertelfinale. Allerdings waren nur vier Teams unter den letzten acht bereits Weltmeister – so wenige wie seit 2002 nicht mehr.

Duell der Kontinente: Europa hat im Achtelfinale davon profitiert, dass sich die Südamerikaner gegenseitig nach Hause schickten. Chile und Uruguay zogen gegen Gastgeber Brasilien bzw. die bisher so überzeugenden Kolumbianer den Kürzeren. Damit stehen den drei südamerikanischen Teams im Viertelfinale vier europäische gegenüber. In den direkten Duellen der beiden dominierenden Kontinentalverbände steht es bei einem Remis aber 7:2 für Südamerika. Je ein Europäer und ein Südamerikaner schaffen es aufgrund der Auslosung sicher ins Halbfinale.

Faktor Kondition: Viel wurde über das Thema Fitness diskutiert. Jetzt ist klar: Weltmeister wird nur, wer über eine außerordentliche Kondition verfügt und vor allem im entscheidenden Moment noch zulegen kann. Je länger das Turnier dauert, desto wichtiger wird eine gute Physis. Sieben der acht Achtelfinali wurden entweder in den letzten zehn Minuten oder erst in der Verlängerung oder im Elfmeterschießen entschieden. Nur Kolumbien reichten gegen Uruguay Tore vor der Schlussviertelstunde zum Einzug ins Viertelfinale.

Superstars: Neymar, Lionel Messi, Arjen Robben, Karim Benzema und Thomas Müller. Große Namen bestimmen das Turnier. Mehr als 2006 oder 2010 schaffen es die Superstars, der WM mit Toren ihren Stempel aufzudrücken. Einer überstrahlt vor dem Viertelfinale aber alle: Kolumbiens Jungstar James Rodriguez, vor dem Turnier noch keiner der ganz Großen, ist der Mann der Stunde. Seine fünf Treffer sind bisher WM-Bestwert. Jetzt misst sich der 22-Jährige im Viertelfinale mit dem gleichaltrigen Neymar.

Joker: Noch nie war die Bank so wichtig. Nicht weniger als 29 Tore wurden von Einwechselspielern erzielt, das ist WM-Rekord. Fünf dieser Treffer bescherten dem jeweiligen Team noch einen Sieg, zweimal sorgten Jokertore für ein Unentschieden. Dem Niederländer Memphis Depay gelangen zwei Joker-Tore, mit insgesamt vier Treffern stellt das Team von Bondscoach Louis van Gaal gemeinsam mit Nachbar Belgien die treffsicherste Ersatzbank. Belgien schaffte drei seiner vier Siege durch Tore von eingewechselten Spielern.

Torhüter: Das Offensivspektakel hat auch die Torhüter in den Mittelpunkt gestellt. Die Schlussmänner haben ob der offensiven Spielanlage vieler Teams oft genug Gelegenheit, sich auszuzeichnen. Nur der Russe Igor Akinfejew patzte gleich zweimal. Andere Keeper wurden wegen starker Leistungen gefeiert – Deutschlands „Libero“ Manuel Neuer etwa oder Keylor Navas als neuer Nationalheld Costa Ricas. US-Keeper Tim Howard parierte im Achtelfinale gegen Belgien nicht weniger 16 Schüsse – WM-Bestmarke seit 1966.

Schiedsrichter: Diese Männer brauchen Hilfe – meint Joseph Blatter. Und ganz unrecht hat der FIFA-Präsident damit nicht. Der Videobeweis könnte viel Druck von den Schiedsrichtern nehmen. Die WM begann für die Referees mit einer Serie desaströser Fehlentscheidungen. Das Spiel wird immer schneller, da könnten sich weitere technische Hilfsmittel neben der bereits erfolgreich praktizierten Torlinientechnik als sinnvoll erweisen. Auch im Achtelfinale wurde diskutiert – etwa über einen von Niederlande-Star Arjen Robben herausgeholten Elfmeter in der Nachspielzeit gegen Mexiko.

Stimmung: Bisher 2.911.381 Fans bei den Spielen in den Stadien, Millionen Menschen bei friedlichen Fußball-Feiern auf den Straßen. Der Rest der Welt bekommt gezeigt, was Fußball in Südamerika bedeutet – Emotion, Hingabe, Ekstase und auch Leid. Die lautstarken Gesänge in und um die WM-Stadien lassen erahnen, was passieren könnte, wenn am 13. Juli ein Team des Heimatkontinents den Titel holt. Dass die Leidenschaft auch ins Negative umschlagen kann, zeigte ein Stadionsturm chilenischer Fans ohne Ticket in Rio de Janeiro.

 

Die wichtigsten Fußball-WM-Links für den perfekten Überblick:

 

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