Neymar im Spiel gegen Chile
Gegen Chile musste Neymar viel einstecken.
 

WM 2014: Brasilien hat eine Problemzone

Neymar kann über die Problemzone des Gastgeberlandes nicht hinwegtäuschen.

03.07.2014 APA

Österreich hat sich zum ersten Mal in der Geschichte aus eigener Kraft für die Endrunde einer Fußball Europameisterschaft (EM 2016) qualifiziert. Dabei gelang dem ÖFB-Team rund um Teamchef Marcel Koller das Kunststück kein Spiel in der Qualifikation zu verlieren, der Aufstieg gelang mit 8 Punkten Vorsprung, 9 Siegen, 1 Unentschieden und einem sensationellen Torverhältnis von 22 zu 5 Toren.

Alle Informationen, den Spielplan, wo ihr Tickets bekommt und an welchen Spielorten die EM 2016 in Frankreich gespielt wird findet ihr hier.

Brasilien im Viertelfinale gegen Kolumbien

Brasilien trifft am 4. Juli um 22 Uhr MESZ auf Kolumbien. Nach dem Herzschlagfinale im Achtelfinale, Chile wurde erst im Elfmeterschießen bezwungen, trifft Brasilien im Viertelfinale auf Kolumbien (4. Juli um 22 Uhr MESZ). Die Problemzone des WM-Gastgebers ist nach den bisherigen Spielen klar zu erkennen: das offensive Mittelfeld. Trainer Luiz Felipe Scolari hat keinen Didi, keinen Zico, keinen Falcao, keinen Socrates und auch keinen Ronaldinho und Kaka mehr. Immer offensichtlicher ist dieses Dilemma der Selecao im bisherigen Turnierverlauf geworden.

Gustavo fehlt

Doch damit nicht genug: Im Viertelfinale gegen Kolumbien am Freitag (22.00 Uhr) in Fortaleza muss der Rekordweltmeister zudem seinen zentralen Abräumer Luiz Gustavo ersetzen. Der Wolfsburg-Legionär fehlt wegen einer Gelbsperre, womit Scolari möglicherweise Paulinho wieder in die Startelf berufen wird. Der Tottenham-Profi saß zuletzt nur auf der Bank, nachdem er in der Gruppenphase enttäuscht hatte. Fernandinho von Englands Meister Manchester City konnte den Brasilianern aber im Achtelfinal-Krimi gegen Chile auch nicht die nötigen Impulse nach vorne geben.

Brasiliens Spieler nicht in Topform

„Wir haben zwei ausgezeichnete Innenverteidiger – und Neymar“, analysierte Tostao, der Weltmeister von 1970, in der „Folha de Sao Paulo“ mit Blick auf das Duo David Luiz/Thiago Silva und den neuen Superstar der Brasilianer. Dass die beiden Spieler auf den Außenbahnen ebenfalls nicht in Topform sind, erschwert die Situation noch: Kraftpaket Hulk von Zenit St. Petersburg gab zwar gegen Chile mächtig Gas, vergab aber eine Riesenchance und patzte beim Gegentor. Und der technisch so beschlagene Chelsea-Legionär Oscar ist nach seinem starken Auftaktspiel gegen Kroatien blass geblieben.

Kritische Stimmen zu Brasiliens Mannschaft

Das Mittelfeld des fünffachen Champions ist nach Meinung des brasilianischen ESPN-Kommentators Paulo Vinicius Coelho „eine Krankheit“. Ex-Nationalspieler Careca, der bei der WM 1986 und 1990 sieben Tore erzielt hat, kritisierte im Trainingscamp „Granja Comary“ in Teresopolis: „Unglücklicherweise steht die Mannschaft im Viertelfinale, ohne bisher guten Fußball gespielt zu haben. Das Mittelfeld kommt nur sehr langsam in Bewegung. Oscar und Paulinho haben bisher nicht ihre beste Form gezeigt, Hulk hat Probleme in der Vorwärtsbewegung und Fred hängt vorne isoliert zwischen den Innenverteidigern. Er bekommt einfach zu wenig Bälle.“

Kein Ronaldinho oder Kaka in Sicht

Doch Scolari hat vor der Heim-WM keinen brasilianischen Taktgeber im Mittelfeld gefunden. Der frühere „Weltfußballer“ Ronaldinho ist dieser Tage mit seinem Club Atletico Mineiro auf China-Tour, Kaka mit seinem Vereinswechsel vom AC Milan zum FC Sao Paulo beschäftigt. Die beiden Weltmeister von 2002 hatten ihre große Chance bei der WM 2006 und 2010 – und scheiterten mit der Selecao jeweils im Viertelfinale. Dieses Schreckensszenario droht nun auch bei der Heim-WM gegen die bisher groß aufspielenden Kolumbianer, denn hinter Neymar fehlt Brasilien ein Denker und Lenker.

Neymar nach Chile-Spiel angeschlagen

Die Fitness Neymars hatte in den vergangenen Tagen einige Rätsel aufgegeben. Der 22-Jährige war bei seiner Rückkehr ins Quartier „Granja Comary“ sichtlich unrund gegangen, als er aus dem Mannschaftsbus stieg. Nach Runcos Angaben war er zur Schmerzlinderung physiotherapeutisch behandelt worden. „Es gibt keinerlei medizinische Probleme“, betonte auch Teamsprecher Rodrigo Paiva.

Neymar bei der Wassergymnastik

Neymar hat sich offensichtlich nur schmerzhafte Prellungen und keine Blessuren an Bändern, Muskeln oder Knochen zugezogen. Ein Foto des Profis in schwarzer Badehose bei der Wassergymnastik war der Renner in den brasilianischen Zeitungen.

In 4 Spielen 14 mal gefoult

Trainer Luiz Felipe Scolari hatte sich nach der Chile-Partie darüber beschwert, dass Schiedsrichter Howard Webb aus England seinen Spieler nicht genügend geschützt habe. Der sei etwa 15 Mal zu Boden gegangen und verdiene ein Sonderlob dafür, dass er durchgehalten habe. Neymar ist in vier WM-Spielen bisher 14 Mal gefoult worden. Nur den griechischen Angreifer Giorgios Samaras (21) habe es öfter erwischt, berichtete die Zeitung „Extra“.

 

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