usa gegen belgien wm achtelfinale
© Justin Sullivan/Getty Images
 

WM 2014: Belgien nach Krimi im Viertelfinale

Die Schweiz und USA mussten sich jeweils erst in Verlängerung beugen. Zum ersten Mal sind alle acht Gruppensieger weitergekommen.

02.07.2014 APA

Österreich hat sich zum ersten Mal in der Geschichte aus eigener Kraft für die Endrunde einer Fußball Europameisterschaft (EM 2016) qualifiziert. Dabei gelang dem ÖFB-Team rund um Teamchef Marcel Koller das Kunststück kein Spiel in der Qualifikation zu verlieren, der Aufstieg gelang mit 8 Punkten Vorsprung, 9 Siegen, 1 Unentschieden und einem sensationellen Torverhältnis von 22 zu 5 Toren.

Alle Informationen, den Spielplan, wo ihr Tickets bekommt und an welchen Spielorten die EM 2016 in Frankreich gespielt wird findet ihr hier.

Mit Argentinien und Belgien haben sich am Dienstag zum Abschluss des Achtelfinales zwei weitere Favoriten ins Viertelfinale der Fußball-WM in Brasilien gemüht. Beide mussten nach torlosen 90 Minuten nachsitzen, triumphierten aber in der Verlängerung. Die Argentinier setzten sich gegen die Schweiz mit 1:0 durch, Belgien gegen die USA mit 2:1. Im Viertelfinale kommt es am Samstag zum direkten Duell.

WM 2014 bringt erstmals alle 8 Gruppensieger ins Viertelfinale

In der ersten K.o.-Runde haben sich damit erstmals in der WM-Geschichte alle acht Gruppensieger durchgesetzt. Fünf Achtelfinal-Duelle wurden allerdings nicht in der regulären Spielzeit entschieden – so viele wie seit 1938 nicht. Die weiteren Viertelfinal-Paarungen lauten Frankreich-Deutschland, Brasilien-Kolumbien und Niederlande-Costa Rica. Spieltage sind Freitag und Samstag. Am Mittwoch und Donnerstag ist bei der WM spielfrei.

Belgien nach 1986 wieder im Viertelfinale

Belgien erreichte zum erstmal Mal seit 1986 die Runde der letzten acht. Die Belgier gewannen in Salvador da Bahia auch ihr viertes Spiel in Brasilien – wenn auch erst in einer packenden Verlängerung. Die Tore erzielten Kevin de Bruyne (93.) und Romelu Lukaku (105.) bzw. Julian Green (107.). Belgien hätte die Partie schon in der regulären Spielzeit entscheiden können, scheiterte aber immer wieder an US-Schlussmann Tim Howard.

Die US-Amerikaner kamen in der Verlängerung noch zu einigen Ausgleichschancen, blieben aber glücklos. Auch für Österreichs Rekordteamspieler Andreas Herzog, bei den USA als Assistent von Teamchef Jürgen Klinsmann tätig, ist die WM damit zu Ende.

Messidependencia

Die Argentinier mussten in Sao Paulo ebenfalls bis zur 118. Minute zittern, ehe Angel di Maria nach Vorarbeit von Lionel Messi für den erlösenden Treffer sorgte. Die „Messidependencia“, Argentiniens viel zitierte Abhängigkeit von seinem Superstar, war neuerlich nicht zu übersehen. Der Kapitän war bei der Schweizer Defensive aber lange Zeit ganz gut aufgehoben.

Ottmar Hitzfelds letztes Spiel

Die Schweizer verpassten die Chance auf ihr erstes WM-Viertelfinale seit 1954. Dazu ging eine große Trainerkarriere zu Ende. Für den Schweizer Teamchef Ottmar Hitzfeld war es sein letzter Auftritt auf der großen Fußball-Bühne. Der 65-jährige Deutsche gewann 1997 mit Borussia Dortmund und 2001 mit Bayern München jeweils die Champions League, dazu holte er sieben deutsche Meisterschaften.

„ein gewaltiger Moment“

„Jeder Moment bleibt in Erinnerung, solche Emotionen erlebt man nur im Fußball“, erklärte Hitzfeld. „Aber heute war ein gewaltiger Moment.“ Der späte Gegentreffer und das damit verbundene WM-Aus waren gar nicht seine traurigsten Momente. Erst in der Früh vor dem Spiel wurde bekannt, dass Hitzfelds älterer Bruder Winfried in der Nacht auf Montag nach einer langen Krebserkrankung im Alter von 82 Jahren gestorben war.

de Jong (NED) und Mustafi (GER) out

Vorerst keinen Einfluss auf die angekündigte Berufung gegen seine Sperre werde laut FIFA-Angaben die Entschuldigung von Uruguays Stürmerstar Luis Suarez nach seiner Beißattacke an Italiens Giorgio Chiellini haben. Beide Teams sind bereits ausgeschieden. Beendet ist die WM auch für Niederlande-Mittelfeldspieler Nigel de Jong (Leistenverletzung) und Deutschlands Verteidiger Shkodran Mustafi (Muskelbündelriss im Oberschenkel).

Neymar wird gegen Kolumbien spielen

Brasilien rätselt unterdessen über die Fitness von Superstar Neymar. Der 22-Jährige hatte sich im Achtelfinale gegen Chile einige schmerzhafte Prellungen zugezogen und wurde physiotherapeutisch behandelt. Sein Einsatz im Viertelfinale am Freitag gegen Kolumbien soll aber nicht in Gefahr sein. „Er kann ohne Zweifel spielen“, versicherte Brasiliens Teamarzt Jose Luiz Runco.

Meinungen zum Spiel Belgien – USA

Marc Wilmots (Trainer Belgien): „Es war ein sehr nervenaufreibendes Spiel. Wir hatten so viele Chancen und haben das Geschehen bestimmt. Am Schluss war es ein hochverdienter Sieg.“

Daniel van Buyten (Verteidiger Belgien): „Es war bis zum Ende ein offenes Spiel, aber insgesamt haben wir verdient gewonnen. Am Ende war es hektisch, aber es war aufgrund der Leistung doch normal, dass wir weiter sind. Wir müssen noch üben, wie man Chancen verwertet. Argentinien wird im Viertelfinale ein hartes Stück Arbeit. Argentinien hat sehr starke Spieler, aber wir hoffen auf das Halbfinale. Wir werden alles geben.“

Tim Howard (Tormann USA): „Es war herzzerreißend. Wir haben alles gegeben, aber gegen ein sehr gutes Team verloren. Am Ende haben wir sehr viel Druck gemacht, es hat aber nicht mehr gereicht.“

Jürgen Klinsmann (Teamchef USA): „Die Spieler haben ihr Land mit diesen Spielen und Leistungen stolz gemacht.“

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