Erstmals wird bei der WM 2014 die Torlinientechnik verwendet.
Bild (c): Sergio Moraes
Erstmals wird bei der WM 2014 die Torlinientechnik verwendet. Bild (c): Sergio Moraes
 

Fußball-WM: Erstes WM-Tor mit Hilfe der Torlinientechnologie gegeben

Erstmals in der Geschichte von Fußball-Weltmeisterschaften ist ein Tor nach dem Einsatz der Torlinientechnologie gegeben worden.

16.06.2014 APA

Österreich hat sich zum ersten Mal in der Geschichte aus eigener Kraft für die Endrunde einer Fußball Europameisterschaft (EM 2016) qualifiziert. Dabei gelang dem ÖFB-Team rund um Teamchef Marcel Koller das Kunststück kein Spiel in der Qualifikation zu verlieren, der Aufstieg gelang mit 8 Punkten Vorsprung, 9 Siegen, 1 Unentschieden und einem sensationellen Torverhältnis von 22 zu 5 Toren.

Alle Informationen, den Spielplan, wo ihr Tickets bekommt und an welchen Spielorten die EM 2016 in Frankreich gespielt wird findet ihr hier.

Torlinientechnik bei der Fußball-WM 2014

Die Einführung der Torlinientechnologie wurde am 5. Juli 2012 vom IFAB beschlossen. In der Testphase wurde das System erstmals bei der FIFA-Klub-WM 2012 und beim Confed-Cup 2013 eingesetzt.

Zwei Einspielungen der Tor-Szene bei Frankreich-Honduras

Für ein bisschen Verwirrung hat am Sonntag die Video-Einspielung des ersten per Torlinientechnologie bestätigten Treffers bei der Fußball-WM in Brasilien gesorgt. Beim Spiel Frankreich – Honduras (3:0) in Porto Alegre wurden die Szene beim Eigentor von Noel Valladares zum 2:0 (48.) in zwei Standbildern aufgelöst. Einmal war der Ball nicht hinter der Linie, beim zweiten Mal schon.

Karim Benzema hatte vor dem 2:0 an die Innenstange geschossen, von dort sprang der Ball zu Torhüter Valladares und von ihm ins Tor. In der Video-Einspielung wurde zunächst der Stangenschuss gezeigt, als der Ball die Linie klar nicht überschritten hatte und richtigerweise auf ‚No Goal‘ entschieden wurde. Erst danach wurde die Torszene eingespielt und der Treffer korrekt angezeigt. Spieler wie Offizielle, die Bilder auf den Leinwänden sehen konnten, wurden durch die erste Einblendung verwirrt.

FIFA erläutert Video-Prozedere

Der Fußball-Weltverband FIFA sah sich daher veranlasst, das Prozedere der Video-Einspielungen zu erläutern. „Für das zweite Tor von Frankreich trat eine besondere Situation ein, in der der Ball den Innenpfosten des Tores traf, dann ins Feld zurücksprang, bevor er den Torwart traf, zum Tor rollte und die Linie überquerte“, hieß es in einer FIFA-Mitteilung am Sonntagabend.

Da durch das neue Techniksystem alle Vorfälle angezeigt werden, in denen sich der Ball innerhalb von 30 Zentimetern um die Torlinie befindet, wurde zunächst die Szene gezeigt, als die Kugel nach Benzemas Schuss vom Pfosten abprallte. Die FIFA erwägt nun, das Prozedere für die Videoeinspielung zu überdenken.

GoalControl – Freude nach bestandener Bewährungsprobe

Nach dem ersten „Techniktor“ bei der Fußball-WM knallten bei GoalControl in Würselen keine Sektkorken. Der Großteil der Leute, die an dem Projekt arbeiteten, erlebte den sporthistorischen Moment im fernen Brasilien. Als TV-Zuschauer in seinem Hotelzimmer von Salvador hatte Dirk Broichhausen beim Duell von Frankreich mit Honduras (3:0) allen Grund zur Freude.

Nach Einschätzung des GoalControl-Geschäftsführers verlief in Porto Alegre alles nach Plan – trotz der komplexen Spielszene. „Ohne den Einsatz der Torlinientechnik wäre der Treffer wahrscheinlich nicht gegeben worden“, kommentierte Broichhausen stolz.

Nach einem Schuss des Franzosen Karim Benzema in der 48. Minute sprang der Ball vom rechten Innenpfosten zurück und wurde von Honduras‘ Schlussmann Noel Valladares unfreiwillig über die Linie befördert. Erste Anzeigen sorgten für Verwirrung: Denn zunächst wurde die Szene gezeigt, als der Ball vom Pfosten abprallte – und auf „No Goal“ entschieden. Erst im Anschluss wurde die tatsächliche Situation eingespielt und der Treffer korrekt angezeigt.

Geschäftsführer hofft nach Premiere bei Frankreich-Honduras auf Umdenken in deutscher Bundesliga

Nach Einschätzung von Broichhausen wurde dem Schiedsrichter die knifflige Entscheidung dennoch erleichtert: „Ich war natürlich sofort begeistert, wie unser System die komplexe Szene nacheinander aufgelöst hat.“ In erster spontaner Freude ließ er den Systembedienern im Kontrollraum per Mail ein Lob zukommen: „Das System hat gezeigt, was es kann und wofür es da ist.“

In allen zwölf WM-Stadien wird das Produkt „Made in Germany“ eingesetzt und soll jede fragwürdige Torsituation in weniger als einer Sekunde klären. Die Deutsche Fußball Liga hatte sich zuletzt gegen die Technologie entschieden. Doch nach dem nicht gegebenen Treffer des Dortmunders Mats Hummels im nationalen Cup-Finale gegen den FC Bayern hatten die Münchner einen neuen Antrag zur Einführung der Torlinientechnik gestellt.

Broichhausen hofft auf einen Sinneswandel bei der Vollversammlung der Vereine im Herbst: „Sicherlich tragen derartige Leistungsnachweise positiv zu der möglicherweise noch in diesem Jahr kommenden Entscheidung bei.“

Video: So funktioniert die Torlinientechnologie

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