2010 schluge die Spanier im Finale Holland.
 

Fußball-WM: Spanien hofft auf erfolgreiche Titelverteidigung

Auch wenn das Double bisher nur Italien und Brasilien gelang, sind sich die spanischen WM-Sieger von Südafrika einig: „Wir wollen wieder Weltmeister werden“

10.06.2014 APA

Österreich hat sich zum ersten Mal in der Geschichte aus eigener Kraft für die Endrunde einer Fußball Europameisterschaft (EM 2016) qualifiziert. Dabei gelang dem ÖFB-Team rund um Teamchef Marcel Koller das Kunststück kein Spiel in der Qualifikation zu verlieren, der Aufstieg gelang mit 8 Punkten Vorsprung, 9 Siegen, 1 Unentschieden und einem sensationellen Torverhältnis von 22 zu 5 Toren.

Alle Informationen, den Spielplan, wo ihr Tickets bekommt und an welchen Spielorten die EM 2016 in Frankreich gespielt wird findet ihr hier.

2010 wurde Spanien bei der Fußball-WM in Südafrika Weltmeister, in Brasilien hofft das Team rund um Erfolgscoach Vicente del Bosque auf die erfolgreiche Titelverteidigung. „Der Stern stimuliert uns, uns weiter zu verbessern, zu wachsen“, so del Bosque im Vorfeld der Fußball-WM. „Aber wir alle wissen, wie schwierig es ist, das Double zu schaffen.“

Nur Italien und Brasilien gelang Double bisher

In der WM-Geschichte glückte dies bisher nur Italien (1934/1938) und Brasilien (1958/1962). Vermeintliche Favoriten wie Frankreich (2002) oder Rekord-Champion Brasilien (2006) scheiterten kläglich beim Versuch, den Coup vom letzten Mal zu wiederholen. Del Bosque erinnerte nicht nur an diese Negativbeispiele, sondern auch daran, dass das letzte Double bereits über ein halbes Jahrhundert zurückliegt.

Spanien-Stars: „Wir wollen wieder Weltmeister werden“

Solche historischen Rückblicke beschäftigen die WM-Helden von Südafrika wenig. Egal ob Torhüter Iker Casillas, Abwehrchef Sergio Ramos oder Mittelfeld-Star Andres Iniesta – sie alle eint das große Vorhaben: „Wir wollen wieder Weltmeister werden.“ Aber auch sie warnen vor der großen Konkurrenz.

Del Bosque: „Wir wollen das Maximum“

Die erneute Titelgewinn ist selbstverständlich auch Del Bosques großes Ziel. „Wir wollen das Maximum“, kündigte der 63-Jährige in einem Interview des Fachblattes „Marca“ an. „Dafür arbeiten wir.“ Sein Plan für diese Mega-Mission steht. Der Trainerfuchs hat das alte Erfolgssystem „Tiqui-taca“ mit atemberaubendem Kurzpassspiel und hohem Ballbesitz weiterentwickelt.

Tiki-Taka mit Knipser

Denn in Diego Costa steht Del Bosque nun endlich der seit langem gewünschte klassische Mittelstürmer zur Verfügung. Die Kreativkräfte um Xavi, Iniesta & Co. müssen nicht länger den Ball förmlich ins Tor tragen. Dank des schnellen, äußerst durchsetzungsfähigen und torgefährlichen Hispano-Brasilianers sind nun auch lange Pässe in die Tiefe wieder ein probates Mittel. Spanien spielt 2014 also ein „Tiki-Taka mit Knipser“, wie der „Kicker“ trefflich titelte.

Spanien hat keine „magische Formel“

Del Bosque betonte jetzt vor dem „Schlüsselspiel“ gegen die Niederlande, den Finalgegner von Südafrika, beim Gruppenauftakt am Freitag (21.00 MESZ): „Wir haben keine magische Formel.“ Guter Fußball könne auf verschiedene Weise gespielt werden. „Wir sind keine Taliban“, wies er drastisch darauf hin, dass er nicht radikal an einem Spielsystem festhalte. Ballbesitz allein mache keinen Sinn. „Deshalb arbeiten wir daran, in der Rückeroberung aggressiv zu sein, kompakt zu agieren und Druck zu machen“, beschrieb Del Bosque seine Vorstellung von modernem Fußball.

Costa ist wieder fit

Allenfalls wenn Costa ausfallen sollte, könnte Del Bosque wieder zu einem taktischen Rückschritt in die Vergangenheit gezwungen sein. Der Torjäger von Meister Atletico Madrid versicherte jedoch: „Ich habe meine Oberschenkelverletzung auskuriert und bin fit.“ Als Alternative bieten sich in erster Linie David Villa, mit 58 Treffern der Rekordtorschütze der Nationalmannschaft, oder der offensive Mittelfeldmann Cesc Fabregas an. Dann droht aber im schlimmsten Fall wieder die lähmende und lästige Debatte über den „echten“ oder „falschen Neuner“.

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