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Xherdan Shaqiri traf gleich 3 Mal gegen Honduras.
 

Fußball-WM: Schweiz feiert Xherdan Shaqiri

Xherdan Shaqiri zeigte beim 3:0 gegen Honduras, was in ihm steckt – Schweiz jubelt: „Haben unseren eigenen Messi!“

26.06.2014 APA

Österreich hat sich zum ersten Mal in der Geschichte aus eigener Kraft für die Endrunde einer Fußball Europameisterschaft (EM 2016) qualifiziert. Dabei gelang dem ÖFB-Team rund um Teamchef Marcel Koller das Kunststück kein Spiel in der Qualifikation zu verlieren, der Aufstieg gelang mit 8 Punkten Vorsprung, 9 Siegen, 1 Unentschieden und einem sensationellen Torverhältnis von 22 zu 5 Toren.

Alle Informationen, den Spielplan, wo ihr Tickets bekommt und an welchen Spielorten die EM 2016 in Frankreich gespielt wird findet ihr hier.

Im Spiel der Schweiz gegen Honduras am Mittwoch erfüllte Xherdan Shaqiri die hohen Erwartungen, die die Eidgenossen schon lange in ihn setzen. Der 22-Jährigen Mittelfeldspieler von Bayern München schoss die Schweizer in der Tropenhitze von Manaus mit drei Toren im Alleingang zu einem 3:0 gegen Honduras – und damit ins Achtelfinale der Fußball-WM in Brasilien. Dort geht es am Dienstag gegen Mitfavorit Argentinien.

Schweigsamer Shaqiri

Er sei eigentlich keiner, der gerne viel redet, erklärte Shaqiri nach seiner Galavorstellung. Gegen Ecuador (2:1) und Frankreich (2:5) war das Supertalent noch hinter den Erwartungen geblieben. „Wir wollten eine Reaktion zeigen“, betonte Shaqiri. „Jetzt sind wir glücklich, wir haben etwas Unglaubliches geschafft. Wir als kleine Schweiz haben etwas Großes erreicht.“

50. Dreierpack der WM-Geschichte

Der im heutigen Kosovo geborene Clubkollege von ÖFB-Star David Alaba hat großen Anteil daran. Shaqiri erzielte den 50. Dreierpack der WM-Geschichte. Sonst hat beim Turnier in Brasilien bisher nur Deutschlands Thomas Müller in einem Spiel in dreifacher Ausführung getroffen. Dabei hatte sich Shaqiri vor dem Honduras-Spiel noch über die überzogene Erwartungshaltung an ihn beschwert: „Das nervt mich gewaltig. Es hängt nicht alles von mir ab.“

„Wir haben unseren eigenen Messi!“

Das Herzstück im Schweizer Spiel ist der Jungstar aber ohne Zweifel – auch wenn er bei den Bayern, die ihn 2012 für rund zwölf Millionen Euro vom FC Basel geholt hatten, nie zum Stammspieler avanciert ist. Bereits mit 18 Jahren hatte Shaqiri in der „Nati“ debütiert, im 32. Länderspiel zeigte er endlich sein großes Potenzial. „Wir haben unseren eigenen Messi!“, feierte die Boulevardzeitung „Blick“ den ebenfalls nur 1,69 m kleinen Spielgestalter.

Kopie gegen Original

Nun geht es am 1. Juli gegen das Original. „Wir wissen, dass Argentinien stärker ist als Honduras. Argentinien hat in Südamerika gewisse Vorteile, aber wir können uns steigern“, meinte Teamchef Ottmar Hitzfeld. Die Trainerkarriere des 65-jährigen Deutschen, 1997 mit Dortmund und 2001 mit den Bayern Champions-League-Sieger, wurde zumindest um ein Spiel verlängert. „Ich bin glücklich, dass der Stress weitergeht.“

Revanche für 2010

Zum dritten Mal in den vergangenen 20 Jahren überstanden die Schweizer die Gruppenphase. „Wir wollten uns nicht von Honduras die Chance nehmen lassen, ein WM-Achtelfinale zu spielen“, betonte Hitzfeld. Nicht schon wieder. 2010 waren die Eidgenossen nach einem torlosen Remis im abschließenden Gruppenspiel gegen die Mittelamerikaner ausgeschieden.

Honduras ohne Punkt auf Heimreise

Diesmal traten die kampfkräftigen Honduraner ohne Punkt die Heimreise an. Ein einziger Treffer beim 1:2 gegen Ecuador war für „Los Catrachos“ zu wenig, Teamchef Luis Fernando Suarez trat nach dem Aus zurück. „Ich bin traurig, dass ich es nicht geschafft habe, die Mission, mit der man mich betraut hat, zu erfüllen“, erklärte der Kolumbianer, der Ecuador 2006 ins WM-Achtelfinale geführt hatte.

Honduras-Coach Suarez auf Jobsuche

Seit 2011 war Suarez als Chefcoach tätig. Mit ihrem intensiven Spielstil qualifizierte sich die Honduraner noch vor Mexiko zum zweiten Mal in Folge für eine WM. „Ich denke, das Team wird in Zukunft gute Resultate bringen“, meinte Suarez. Er selbst will seine Trainerkarriere aber woanders fortsetzen. „Ich bin noch zu haben“, schickte der 54-Jährige bei der Pressekonferenz nach Spielende eine Bewerbung hinterher. „Vielleicht sieht mich ja jemand.“

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