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Irans Teamchef Carlos Queiroz geht wie angekündigt.
 

Fußball-WM: Prestigesieg für Bosnien

Nach dem 3:1 fahren sowohl Bosnien als auch der Iran nach Hause.

26.06.2014 APA

Österreich hat sich zum ersten Mal in der Geschichte aus eigener Kraft für die Endrunde einer Fußball Europameisterschaft (EM 2016) qualifiziert. Dabei gelang dem ÖFB-Team rund um Teamchef Marcel Koller das Kunststück kein Spiel in der Qualifikation zu verlieren, der Aufstieg gelang mit 8 Punkten Vorsprung, 9 Siegen, 1 Unentschieden und einem sensationellen Torverhältnis von 22 zu 5 Toren.

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Die Premiere von Bosnien-Herzegowina bei einer Fußball-Weltmeisterschaft hat am Mittwoch ein versöhnliches Ende genommen. Das 3:1 gegen den Iran war aber nicht mehr als ein Prestigesieg für Edin Dzeko und Co., die Bosnier waren schon vorzeitig aus dem Aufstiegsrennen. Für die Iraner bedeutete es hingegen das Ende der Achtelfinalhoffnungen, sie durften sich aufgrund des ersten Turniertores aber zumindest über einen kleinen Teilerfolg freuen.

Coach Queiroz geht

Das vierte Vorrunden-Aus im vierten Versuch und den Abschied von Teamchef Carlos Queiroz verhinderte es freilich nicht. Der seit 2011 im Amt gewesene Portugiese nahm wie schon zuvor angekündigt seinen Hut. Ein Sieg mit zwei Toren Unterschied wäre wegen des gleichzeitigen 3:2 von Argentinien gegen Nigeria für das Achtelfinale erforderlich gewesen.

Queiroz nicht überrascht über Vorrunden-Aus

Dass der Sprung in die K.o.-Runde nach 1978, 1998 und 2006 wieder nicht gelang, überraschte den scheidenden Coach aber nicht. „Ich war immer realistisch, auch wenn viele ‚Experten‘ etwas anderes geglaubt hatten“, erläuterte Queiroz nach dem Match in Salvador. „Irans Spieler sind auch sehr talentiert, aber sie haben einfach nicht die Möglichkeiten wie andere Nationen. Unsere Gegner spielen alle in großen europäischen Ligen, haben mehr Erfahrung und dort ganz andere Bedingungen und Voraussetzungen.“

Queiroz geht mit „Stolz“

Queiroz betonte, dass er trotz einiger Querelen mit „Stolz“ und ohne Groll gehe. „Wir haben unseren Job gemacht. Es ist nun auch nicht die Zeit für Schuldzuweisungen. Wir zeigen nicht mit dem Finger auf andere“, bilanzierte Queiroz, dessen Team zu keinem weiteren Kraftakt mehr in der Lage war. „Meine Spieler haben nie aufgegeben, alles versucht. Aber sie waren jetzt am Limit, sowohl mental als auch körperlich. Wir haben uns vor aller Welt den Respekt verdient. Deshalb können alle erhobenen Hauptes in die Heimat zurückkehren“, sagte Queiroz.

Auch Bosnien fährt mit erhobenem Haupt heim

Das nahmen auch die Bosnier für sich in Anspruch. Nun dürfe man mit erhobenen Haupt die Heimreise antreten, restlos zufrieden könne man aber natürlich nicht sein, meinte Teamchef Safet Susic. Seiner Mannschaft bescheinigte er hohe Qualität, ihr fehle aber einfach noch die Erfahrung in großen Turnieren. Diese soll sein Team, bei dem Anel Hadzic von Sturm Graz bis zur 61. Minute zu seinem ersten WM-Einsatz kam, bei der EM 2016 sammeln.

EM-Quali nächstes Ziel für Bosnien

Die Qualifikation dafür sei das erklärte nächste Ziel, ob er dann noch Teamchef sein wird, ist fraglich. Susic, der die Mannschaft seit Ende 2009 betreut, sollen Angebote aus Asien vorliegen. „Es war mein letztes WM-Spiel. Mehr kann ich jetzt noch nicht sagen. Ich werde irgendwann traurig sein, wenn ich der Mannschaft auf Wiedersehen sagen muss. Aber der Tag ist jetzt noch nicht gekommen.“

Bosnier enttäuscht

Torschütze Miralem Pjanic freute sich über seinen Treffer, „aber wir haben nicht das erreicht, was wir wollten. Mit ein bisschen mehr Glück hätten wir ins Achtelfinale kommen können. Deswegen sind wir enttäuscht, aber auch größere Mannschaften als wir sind schon ausgeschieden.“

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