Für Löw ist es das Allergrößte. © Fabrizio Bensch - Pool/Getty Images
Für Löw ist es das Allergrößte. © Fabrizio Bensch - Pool/Getty Images
 

Fußball-WM: Löw krönte seine Teamchef-Ära

Erster Titel seit ÖFB-Meisterschaft 2002 mit FC Tirol. Löw krempelte DFB-Team um und mischt seit 2006 stets an Spitze mit.

14.07.2014 Online Redaktion

Österreich hat sich zum ersten Mal in der Geschichte aus eigener Kraft für die Endrunde einer Fußball Europameisterschaft (EM 2016) qualifiziert. Dabei gelang dem ÖFB-Team rund um Teamchef Marcel Koller das Kunststück kein Spiel in der Qualifikation zu verlieren, der Aufstieg gelang mit 8 Punkten Vorsprung, 9 Siegen, 1 Unentschieden und einem sensationellen Torverhältnis von 22 zu 5 Toren.

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Jetzt steht Joachim Löw auf einer Stufe mit Sepp Herberger, Helmut Schön und „Kaiser“ Franz Beckenbauer. Nach 24 Jahren Abstinenz hat Joachim Löw die deutsche Nationalmannschaft wieder auf den WM-Thron geleitet – und als erster Trainer überhaupt eroberte er mit einem europäischen Team den Weltmeisterschaftstitel in Südamerika.

Löw: „Es ist das Allergrößte“

„Eine WM ist nur alle vier Jahre. Ein Finale ist von gar nichts anderem zu toppen, das ist das Allergrößte“, erklärte der 54-jährige Löw, der sich nun als vierter DFB-Chefcoach Weltmeistertrainer nennen darf.

Klinsmann brachte Löw ins Team

Ein DFB-Trainerlehrgang hatte 2000 an der Sportschule Hennef Weltmeister Jürgen Klinsmann mit dem Zweit- und Erstligakicker Löw zusammengeführt. Als Klinsmann 2004 das marode deutsche Nationalteam als Chef übernahm, holte er Löw in seinen engsten Stab. „Was mich fasziniert hat, war seine geradlinige Denkweise“, erinnerte sich der jetzige US-Coach Klinsmann.

Erster Titel für Löw nach 12 Jahren

Löw war zu diesem Zeitpunkt nur „frei“ gewesen, da er am 24. März 2004 von Frank Stronach als Trainer der Wiener Austria beurlaubt wurde. Die Austria war Löws zweite Trainerstation in Österreich, 2001 bis 2002 hatte er den FC Tirol betreut und 2002 zum Meistertitel geführt. Es war bis Sonntag in Rio de Janeiro Löws letzter Titelgewinn gewesen.

Löw übernahm deutschen Trainerposten nach Heim-WM 20014

Gemeinsam krempelten Klinsmann und Löw die wichtigste deutsche Fußballmannschaft und gleich auch noch das komplette Umfeld um. Und sie inszenierten das WM-Sommermärchen 2006, als man bei der Heim-WM Dritter wurde. Als Klinsmann danach Schluss machte, schob er seinen Assistenten und Freund Löw in die erste Reihe.

Deutschland mischte die letzten Jahre immer an der Spitze mit

In acht Jahren hat Chef Löw nicht nur Klinsmanns Erbe fortgesetzt. Er hat dem Spiel der DFB-Elf einen neuen, modernen, zeitweise sogar spektakulären Anstrich gegeben. Zweiter bei der EM 2008 in Österreich und der Schweiz, Dritter bei der WM 2010 in Südafrika, im Halbfinale auch bei der EURO vor zwei Jahren in Polen und der Ukraine – Deutschland mischte kontinuierlich in der Spitze mit.

Der letzten Minuten zum Weltmeistertrainer waren zittrig

Den letzten Schritt, die Krönung, mussten sich Löw und die Generation um Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger, Per Mertesacker, Miroslav Klose und Lukas Podolski hart und zäh erkämpfen. Mit dem 1:0 nach Verlängerung am Sonntag im Endspiel in Rio de Janeiro gegen den WM-Dauerrivalen Argentinien gelang der große Wurf.

„Ein sehr motivierender, aufbauender Trainer“

Löw hat seine vierte Titelmission noch fokussierter und geradliniger verfolgt. „Joachim Löw hat gelernt, er hat sich schon entwickelt“, beschrieb Mertesacker die Entwicklung. Der Abwehrmann war von Beginn an dabei in der Ära Klinsmann und Löw. „Als Co-Trainer hat er schon viel taktisch gearbeitet. Er ist ein sehr motivierender, aufbauender Trainer. Bis zur Ansprache macht er jetzt alles komplett“, verriet der Wahl-Engländer Mertesacker einige Wandlungen. „Für mich ist er ein fantastischer Trainer“, bemerkte Stürmer-Oldie Miroslav Klose, der zehn Jahre mit Löw gearbeitet hat.

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