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Fußball-WM: Deutschland demütigte Brasilien im Halbfinale mit 7:1

7:1 gegen Brasilien ist erster europäischer K.o.-Rundensieg in Südamerika gegen Südamerikaner.

09.07.2014 APA

Österreich hat sich zum ersten Mal in der Geschichte aus eigener Kraft für die Endrunde einer Fußball Europameisterschaft (EM 2016) qualifiziert. Dabei gelang dem ÖFB-Team rund um Teamchef Marcel Koller das Kunststück kein Spiel in der Qualifikation zu verlieren, der Aufstieg gelang mit 8 Punkten Vorsprung, 9 Siegen, 1 Unentschieden und einem sensationellen Torverhältnis von 22 zu 5 Toren.

Alle Informationen, den Spielplan, wo ihr Tickets bekommt und an welchen Spielorten die EM 2016 in Frankreich gespielt wird findet ihr hier.

>> Deutschlands Weg ins Finale

>> Die internationalen Pressestimmen zum Spiel Deutschland – Brasilien

Deutschland ist am Dienstag mit einem historischen 7:1 (5:0)-Erfolg über Gastgeber Brasilien ins Finale der Fußball-WM eingezogen. Die DFB-Elf machte gegen die ohne den verletzten Superstar Neymar angetretene Selecao mit fünf Treffern innerhalb von 19 Minuten schon nach einer halben Stunde alles klar, die Hausherren kamen erst in der 90. Minute zum Ehrentor.

Müller eröffnete Torhagel

Thomas Müller eröffnete den Trefferreigen in Belo Horizonte in der elften Minute, Miroslav Klose (23.), Toni Kroos (24., 26.) und Sami Khedira (29.) setzten gegen die überforderten Hausherren nach. Wechselspieler Andre Schürrle erhöhte mit einem Doppelschlag zwischenzeitlich auf 7:0 (69., 79.). Oscar sorgte erst in der 90. Minute für den Ehrentreffer für Brasilien.

Klose alleiniger WM-Rekordtorschütze

Der Endspielgegner der DFB-Elf wird am Mittwoch (22.00 Uhr MESZ) im Spiel zwischen Argentinien und den Niederlanden ermittelt. Klose machte sich mit dem zweiten Treffer bei dieser Endrunde zudem zum alleinigen Rekord-Torschützen der WM-Geschichte. Der 36-Jährige hält nun bei 16 Toren und hat damit den Brasilianer Ronaldo überholt.

Meinungen zum Spiel Deutschland – Brasilien

Miroslav Klose (Deutschland-Torschütze/WM-Rekordtorschütze): „Ich kann es noch nicht so richtig fassen, das ist schwer nach so einem Spiel. Wir haben wirklich super angefangen, und dass wir toll harmonieren können, sieht man auch schon im Training. Wir sind wirklich eine Einheit. Wir haben den Gegner auch gut analysiert. Und Toni (Kroos) bringt die Standards genau dort hin, wo sie hingehören.“

Thomas Müller (Deutschland-Torschütze): „Das war natürlich nicht unbedingt zu erwarten. Aber da sieht man mal, wie unterschiedlich Spiele laufen können. Die Räume waren größer als gegen defensiv eingestellte Mannschaften. Das haben wir überragend ausgenutzt, irgendwann bist du als Gegner gebrochen. Jetzt müssen wir noch einmal durchziehen, Vollgas geben und uns das Ding holen. Wir sollten die Kirche im Dorf lassen. Jetzt wird man uns in den Himmel loben.“

Julio Cesar (Brasilien-Tormann): „Ich kann es nicht erklären. Es ist einfach schwierig, das zu erklären. Die Deutschen waren einfach stark, das müssen wir anerkennen. Nach dem ersten Tor sind wir zusammengebrochen, das hatte keiner erwartet. Ich bin wirklich sehr traurig, besonders ich. Ich hätte heute lieber 1:0 mit einem Fehler von mir gewonnen als ein 1:7 zu erleben. Ich bin aber sicher, dass die Spieler wieder aufstehen werden.“

David Luiz (Brasilien-Kapitän/Innenverteidiger): „Ich wollte nur meinem Volk Freude bereiten, allen, die so viel zu leiden haben. Leider haben wir das nicht geschafft. Ich möchte mich bei allen Brasilianern entschuldigen.“

Joachim Löw (Deutschland-Teamchef): „Es war wichtig der Leidenschaft und den Emotionen der Brasilianer mit Ruhe, Abgeklärtheit, Behaglichkeit zu entgegnen und auch mit Mut. Das haben wir auch gemacht. Brasilien war dann auch geschockt, das hatten sie nicht erwartet, von daher hatten wir dann leichtes Spiel. Wir haben gut geordnet gespielt und gewusst, dass wenn wir schnell kontern und schnell nach vorne spielen, die Abwehr der Brasilianer ungeordnet ist. Wir haben gewusst, wenn wir das gut machen, werden wir sie auch erwischen. Alle haben ihre Aufgabe wahnsinnig gut und konzentriert erfüllt. Es geht jetzt weiter, ein bisschen Demut ist auch gut. Man darf das jetzt nicht überbewerten und muss konzentriert bleiben bis am Sonntag. Die Spieler sind sehr geerdet und bereit, den nächsten Schritt zu machen.

Luiz Felipe Scolari (Brasilien-Teamchef): „Das ist die schlimmste Niederlage aller Zeiten. Das Leben geht weiter, auch mein Leben geht weiter. Das Ergebnis fällt auf mich zurück, ich bin der Verantwortliche. Dem brasilianischen Volk möchte ich sagen: Bitte entschuldigt diese Niederlage. Vielleicht wird es in die Geschichte eingehen, dass ich die schlimmste Niederlage für Brasilien zu verantworten habe. Ich habe das getan, was ich für das Beste gehalten habe. Auf diese Art und Weise haben wir eine Niederlage erhalten.“

Toni Kroos (Deutschland-Doppel-Torschütze/Man of the match): „Wir haben ein tolles Spiel gemacht, sie ein bisschen überrannt, und im Minuten-Takt die Tore gemacht. Brasilien im Halbfinale im eigenen Land 7:1 zu schlagen – Respekt. Aber unser Weg ist noch nicht zu Ende, wir sind hier hergefahren, um Weltmeister zu werden.

Mats Hummels (Deutschland-Innenverteidiger): „So etwas gab es noch nicht oft und wird es auch nicht mehr oft geben. Von daher sollten wir das jetzt genießen. Das ist schon etwas Besonderes, was wir bis jetzt geleistet haben und jetzt versuchen wir alles, um am Sonntag auch noch den ganz großen Traum wahr werden zu lassen.“

Oliver Bierhoff (Deutschland-Team-Manager): „Es war unglaublich, hing aber auch damit zusammen, dass die Brasilianer ein bisschen den Faden verloren haben, geschockt waren und dass wir diese Momente gut genutzt haben. Ich dachte auch, dass das heute eine ganz heiße, enge Kiste wird. Ich kann mich nicht an so ein Halbfinale erinnern. Aber es ist noch nichts erreicht. Wir können uns nichts dafür kaufen, egal ob 7:1 oder 2:1. In ein Finalspiel geht man wieder mit 50:50 rein.“

Wolfgang Niersbach (Deutschland-Verbandspräsident): „Das ist ein historischer Tag für den deutschen Fußball. Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Sensationell, märchenhaft, das ist alles zu schwach. Das war irgendwie Fußball von einem anderen Stern. Ich freue mich so für die Trainer und die Mannschaft. Jetzt wollen wir auch den nächsten Schritt machen.“

Dilma Rousseff (Brasilien-Präsidentin via Twitter): „Wie alle Brasilianer bin ich sehr, sehr traurig. Dass Brasilien ausscheidet tut mir leid für uns alle, für die Fans, für die Spieler.“

 

Deutsche brachen K.o.-Bann auf südamerikanischem Boden

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat am Dienstag in Belo Horizonte Historisches geschafft. Die Truppe von Teamchef Joachim Löw zog nicht nur mit einem sensationellen 7:1 (5:0)-Sieg gegen das Gastgeberteam Brasilien in das WM-Finale ein, sondern feierte damit auch den überhaupt ersten WM-K.o.-Match-Erfolg eines Europa-Teams gegen eine südamerikanische Mannschaft auf südamerikanischem Boden.

Davor hatten es Europa-Vertreter seit 1930 neunmal in Serie vergeblich versucht, gegen Südamerikaner in einer WM-K.o.-Phase zu reüssieren. Deutschland war daran bisher nicht beteiligt. Am Mittwoch (22.00 Uhr MESZ) wollen die Niederlande in Sao Paulo gegen Argentinien im zweiten Halbfinale des Brasilien-Titelkampfs nachlegen.

Die Bilanz bei allen Spielen bei Weltmeisterschaften zwischen Europa- und Südamerika-Vertretern ist ausgeglichener, wenn auch ebenfalls negativ: In 62 Duellen setzten sich die Südamerikaner 34-mal durch. Deutschland verlor in nun zehn Aufeinandertreffen erst zweimal, jeweils im Finale gegen Argentinien (1986) und Brasilien (2002).

WM   Gastgeber   Runde         Partie                    Ergebnis

1930 Uruguay     Halbfinale    Uruguay - Jugoslawien     6:1
1962 Chile       Viertelfinale Chile - Sowjetunion       2:1
1962 Chile       Viertelfinale Brasilien - England       3:1
1962 Chile       Sp um Platz 3 Chile - Jugoslawien       1:0
1962 Chile       Finale        Brasilien - Tschechoslow. 3:1
1978 Argentinien Sp um Platz 3 Brasilien - Italien       2:1
1978 Argentinien Finale        Argentinien - Niederlande 3:1 n.V.
2014 Brasilien   Achtelfinale  Argentinien - Schweiz     1:0 n.V.
2014 Brasilien   Viertelfinale Argentinien - Belgien     1:0
2014 Brasilien   Halbfinale    Brasilien - Deutschland   1:7
2014 Brasilien   Halbfinale    Argentinien - Niederlande Mittwoch

Fußball-WM: Brasilien zum 4. Mal im ungeliebten Spiel um Platz drei

Zum vierten Mal bestreitet Brasilien bei einer Fußball-WM das ungeliebte Spiel um Platz drei: 1938 (gegen Schweden) und 1978 (gegen Italien) gab es Siege, 1974 (gegen Polen) eine Niederlage. Öfter als Brasilien war nur die deutsche Mannschaft im „Kleinen Finale“ vertreten – nämlich fünfmal.

Die WM-Spiele um Platz 3

1930                       nicht ausgetragen

07.06.1934 Neapel          Deutschland - Österreich     3:2 (3:1)
19.06.1938 Bordeaux        Brasilien - Schweden         4:2 (1:2)
16.07.1950 São Paulo       Entscheidendes Spiel Finalrunde:
                           Schweden - Spanien           3:1 (2:0)
03.07.1954 Zürich          Österreich - Uruguay         3:1 (1:1)
28.06.1958 Göteborg        Frankreich - Deutschland     6:3 (3:1)
16.06.1962 Santiago        Chile - Jugoslawien          1:0 (0:0)
28.07.1966 London          Portugal - Sowjetunion       2:1  (1:1)
20.06.1970 Mexiko-Stadt    Deutschland - Uruguay        1:0 (1:0)
06.07.1974 München         Polen - Brasilien            1:0 (0:0)
24.06.1978 Buenos Aires    Brasilien - Italien          2:1 (0:1)
10.07.1982 Alicante        Polen - Frankreich           3:2 (2:1)
28.06.1986 Puebla          Frankreich - Belgien  4:2 n.V. (2:2,2:1)
07.07.1990 Bari            Italien - England            2:1 (0:0)
16.07.1994 Los Angeles     Schweden - Bulgarien         4:0 (4:0)
11.07.1998 Paris           Kroatien - Niederlande       2:1 (2:1)
29.06.2002 Daegu           Türkei - Südkorea            3:2 (3:1)
08.07.2006 Stuttgart       Deutschland - Portugal       3:1 (0:0)
10.07.2010 Port Elizabeth  Deutschland - Uruguay        3:2 (1:1)
12.07.2014 Brasilia        Brasilien - Verl. Niederlande/Argentinien

Die wichtigsten Fußball-WM-Links für den perfekten Überblick:

 

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