Luis Suarez im Spiel gegen Italien in Brasilien 2014
Suarez für 9 Spiele gesperrt.
 

WM 2014: Suarez für 9 Länderspiele gesperrt

WM-Aus für Luis Suarez! Nach seiner Bissattacke ist der Top-Stürmer für neun Spiele gesperrt worden.

27.06.2014 APA

Österreich hat sich zum ersten Mal in der Geschichte aus eigener Kraft für die Endrunde einer Fußball Europameisterschaft (EM 2016) qualifiziert. Dabei gelang dem ÖFB-Team rund um Teamchef Marcel Koller das Kunststück kein Spiel in der Qualifikation zu verlieren, der Aufstieg gelang mit 8 Punkten Vorsprung, 9 Siegen, 1 Unentschieden und einem sensationellen Torverhältnis von 22 zu 5 Toren.

Alle Informationen, den Spielplan, wo ihr Tickets bekommt und an welchen Spielorten die EM 2016 in Frankreich gespielt wird findet ihr hier.

Luis Suarez wird bei der WM 2014 in Brasilien keine weiteren Tore schießen. Der Star-Stürmer ist nach der Beißattacke im Spiel gegen Italien für neuen Spiele gesperrt worden. Das teilte der Fußballweltverband heute in Rio de Janeiro mit. Zudem darf Suarez vier Monate lang keinen mit Fußball verbundenen Aktivitäten nachgehen. Das gab die FIFA am Donnerstag in Rio de Janeiro bekannt.

Suarez gesperrt: Auch Liverpool-Spiele betroffen

Der Angreifer steht damit auch seinem Club Liverpool in den kommenden Monaten nicht zur Verfügung. Der Vorfall hatte sich zehn Minuten vor Schluss des entscheidenden Gruppenspieles in Natal ereignet. Suarez hatte Gegenspieler Giorgio Chiellini in die Schulter gebissen. Der Uruguay-Star ist in seiner Profikarriere bereits zum dritten Mal mit einer derartigen Aktion negativ aufgefallen.

Suarez will noch am Donnerstag Heimreise antreten

Luis Suarez wollte noch am Donnerstag die Heimreise nach Uruguay antreten. Der 27-Jährige war dazu auch gewissermaßen gezwungen, darf er sich doch nicht länger im WM-Camp Uruguays aufhalten.

Lugano: „uns kann nichts stoppen“

Uruguays Kapitän Diego Lugano prangerte die Sperre des Topstürmers jedenfalls an. „Empörung, Ohnmacht, das fühlen wir alle. Wir hätten alle gerne eine gerechtere Welt, aber so eine Welt existiert einfach nicht. Sie beurteilen uns nicht nach dem gleichen Recht“, schrieb der Innenverteidiger am Donnerstag auf Facebook. Der Achtelfinal-Partie gegen Kolumbien am Samstag blickte er trotzdem optimistisch entgegen. „Meine Mannschaft kann nichts stoppen. Wir werden weitergehen mit Demut, Einheit, Engagement, Erkenntnis der Fehler und mit erhobenem Kopf.“

Der Steckbrief von Luis Suarez

  • Alter: 27 Jahre
  • Geboren am 24. Jänner 1987 in Salto/Uruguay
  • Familienstand: verheiratet, 2 Kinder
  • Größe: 1,81 m, Gewicht: 81 kg
  • Position: Sturm
  • Rückennummer: 9
  • Länderspiele/Tore: 79/41 (Rekordtorschütze Uruguays)
  • Marktwert: ca. 50 Millionen Euro

 

Vereinsstationen

  • 2005 – 2006 Nacional Montevideo
  • 2006 – 2007 FC Groningen
  • 2007 – 2011 Ajax Amsterdam
  • 2011 Liverpool FC (Vertrag bis Juni 2018)

 

Vereinserfolge

  • Meister in Uruguay 2005/06
  • Meister in den Niederlanden 2010/11
  • Sieger Niederländischer Cup 2009/10
  • Sieger Englischer Ligacup 2011/12

 

Nationalteamerfolge

  • Sieger Copa America 2011
  • WM-Vierter 2010
  • 2 WM-Teilnahmen (2010, 2014)

 

Persönliche Erfolge

  • Torschützenkönig in den Niederlanden 2009/10
  • Fußballer des Jahres in den Niederlanden 2009/10
  • Fußballer des Jahres in der Premier League 2012/13
  • Torschützenkönig Premier League 2013/14 (31 Tore)
  • Fußballer des Jahres in England 2013/14
  • Goldener Schuh als bester Torschütze in Europa 2013/14

 

Internationale Pressestimmen zum Fall Suarez

URUGUAY

„La Republica“: „Die FIFA kreuzigte Suarez und warf ihn aus der WM. Die Weltmeisterschaft in Brasilien 2014 wird als diejenige in die Geschichte eingehen, in der die FIFA ‚von Amts wegen‘ Uruguay seiner mächtigsten Waffe beraubte.“

„El Observador“: „Weltmeisterlicher Schlag: Die FIFA hat Suarez den Kodex um die Ohren gehauen, mit einer der härtesten Sanktionen in der Geschichte der Weltmeisterschaften.“

„El Pais“: „Ein Land leidet mit Suarez. Uruguay stand still als das Urteil der FIFA bekanntgegeben wurde. Die schwere Sanktion erschütterte das Land wie keine andere Nachricht seit langem.“

GROSSBRITANNIEN

„Daily Telegraph“: „FIFA zeigt keine Gnade und schickt Suarez nach Hause“

„The Daily Mirror“: „Um seine Demütigung zu vollenden, wurde Luis Suarez aus dem Team Hotel Uruguays geworfen“

„The Sun“: „Luis Suarez ist jetzt insgesamt für 39 Spiele gesperrt worden – nur wegen Beißens“

„Daily Mail“: „Der Ausgestoßene“

SPANIEN

„El Pais“: „Das Verhalten der FIFA ist scheinheilig, populistisch und willkürlich. Denn die Funktionäre haben jede moralische Autorität verloren, weil sie die Korruption in ihren eigenen Reihen nicht sanktionieren. Natürlich hat Suarez für sein Verhalten eine Strafe verdient, doch in diesem Fall ist sie unverhältnismäßig.“

„El Mundo“: „Wenn man bedenkt, dass Suarez ein Wiederholungstäter ist, kann er mit der von der FIFA verhängten Strafe noch zufrieden sein. Die Reaktion seiner Teamkameraden ist vor allem von starkem Patriotismus geprägt. Zu behaupten, der Videobeweis habe keine Gültigkeit, ist eine Unverschämtheit. Gut dass Suarez nicht einfach mit einem blauen Auge davongekommen ist.“

„Marca“: „Die FIFA gefällt sich in ihrer Sanktionsrhetorik und will mit dem Fall Suarez ein Exempelstatuieren.“

DEUTSCHLAND

„Bild“: „Vier Monate Sperre für den Beißer. Daran hat Suarez lange zu knabbern.“

„Süddeutsche Zeitung“: „Neun Spiele Sperre. Die Fifa verbannt Uruguays Stürmer Luis Suarez nach seiner Beiß-Attacke aus dem WM-Betrieb, auch die ersten Sponsoren gehen auf Distanz. Nur in seinem Heimatland findet man die Strafe unangemessen: Sogar Staatspräsident Mujica verteidigt den Übeltäter.“

FRANKREICH

„L’Equipe“: „Seit 2010 ist der Wiederholungstäter Luis Suarez ohne eine einzige Rote Karte insgesamt für 34 Spiele gesperrt worden.“

SCHWEIZ

„Blick“: „Suarez hat für lange Zeit ausgebissen“

„Tages-Anzeiger“: „Sommerpause bis Oktober. Dass auch der Club für ein Vergehen an der WM bestraft wird, was bedeutet das für die Zukunft? … Es ist ziemlich absurd, das eine mit dem anderen zu verknüpfen, wo doch die Dinge ziemlich wenig miteinander zu tun haben. Eine solche Ausweitung des Urteils wäre nur einleuchtend, würde es sich um ein brutales Foul mit schweren Folgeschäden für den Betroffenen handeln.“

„Neue Zürcher Zeitung“: „Noch nie hat die FIFA ein solches Urteil an einer WM verhängt, fast schon mit alttestamentarischer Härte: Auge um Auge, Zahn um Zahn, ziemlich passend zu Suarez‘ Vergehen.“

NIEDERLANDE

„De Telegraaf“: „Gerechte Strafe. Wir haben es hier mit einem totalen Idioten zu tun, der zwar einen Star-Status und eine Millionengage genießt, aber für seinen Sport eine absolute Schande ist. Was für eine feige Tat. Was für ein feiger Typ.“

SCHWEDEN

„Dagens Nyheter“: „Die Strafe ist viel zu hart. Was Suarez getan hat, hat niemand anderem geschadet, Chiellini konnte ohne Probleme weiterspielen. Aber Suarez hat gleich zwei Fehler gemacht: Erst hat er gebissen und dann hat er sich geweigert, sich zu entschuldigen.“

„Politiken“: „Es ist eine Katastrophe für Suarez selbst, für seine Mannschaft und für das gesamte Turnier, bei dem das Publikum einer der besten Stürmer verloren hat, um den sich die Clubs in der ganzen Welt reißen.“

TSCHECHIEN

„Pravo“: „Vier Monate! Der Kannibale Suarez hat ausgespielt.“

„MF Dnes“: „Uruguay tobt, tritt um sich und beschuldigt die Welt, besonders Europa, einer Verschwörung. Die Strafe für den Fußballstürmer Luis Suarez hat in dem kleinen südamerikanischen Land Hysterie ausgelöst.“

INDIEN

„Times of India: „Die FIFA beißt zurück“

 

Livestreams & Liveticker zu allen Spielen der Fußball-WM 2014:

Alle Spielhighlights kann man hier live (neben dem Fernseher) am News.at-Liveticker verfolgen.

Einen Livestream zu allen 64 WM-Spielen findet man auf ORF.at

Außerdem kann man die WM-Spiele noch auf ZDF-Online live am Laptop oder Smartphone mitverfolgen oder den Livestream vom Schweizer Fernsehen SRF anschalten.

 

Die wichtigsten Fußball-WM-Links für den perfekten Überblick:

 

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