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Freude und Trauer: Beim Fußball kaum wegzudenken.
 

Fußball-WM: Spiegelneuronen bringen Fans zum Weinen

Bei der Fußball-WM in Brasilien werden die Emotionen hochgehen – mitverantwortlich dafür sind die so genannten Spiegelneuronen im menschlichen Gehirn.

10.06.2014 APA

Österreich hat sich zum ersten Mal in der Geschichte aus eigener Kraft für die Endrunde einer Fußball Europameisterschaft (EM 2016) qualifiziert. Dabei gelang dem ÖFB-Team rund um Teamchef Marcel Koller das Kunststück kein Spiel in der Qualifikation zu verlieren, der Aufstieg gelang mit 8 Punkten Vorsprung, 9 Siegen, 1 Unentschieden und einem sensationellen Torverhältnis von 22 zu 5 Toren.

Alle Informationen, den Spielplan, wo ihr Tickets bekommt und an welchen Spielorten die EM 2016 in Frankreich gespielt wird findet ihr hier.

Am 12. Juni beginnt in Brasilien die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft. Passionierte Fußballfans leiden dann – oder freuen sich – mit „ihrer“ Mannschaft. Im Gehirn sind dabei bestimmte Zellen, die sogenannten Spiegelneuronen, wesentlich beteiligt.

Spiegelneuronen vor 30 Jahren entdeckt

Die Angelegenheit ist für Neurowissenschafter bereits altes und gesichertes Wissen. Begonnen hat alles vor 30 Jahren in der italienischen Stadt Parma: mit einem Affen, einem Versuchsleiter und einer Erdnuss. Eigentlich hatte die Forschergruppe um den Physiologen Giacomo Rizzolatti lediglich erforschen wollen, wie Handlungen im Gehirn geplant und umgesetzt werden. Griffen die Tiere nach Futter, konnten sie entsprechende neuronale Aktivität messen. Doch plötzlich schlug das Messgerät auch aus, als einer der Forscher nach einer Nuss griff. Dabei saß der Affe ganz ruhig da. Weitere Untersuchungen zeigten, dass Spiegelneuronen sogar die Absicht hinter einer Handlung erkennen können. Die Nervenzellen des Affen sandten offenbar bereits Signale aus, wenn er die Bewegung oder nur eine Absicht beobachtete, sie spiegelten das Verhalten des Gegenübers.

Spiegeleuronen bringen Fußball-Fans zum Lachen und Weinen

„Spiegelneuronen könnten dafür verantwortlich sein, dass wir uns in jemanden hineinfühlen können und uns in die Lage versetzen, das ‚Selbst‘ vom ‚Nicht-Selbst‘ zu unterscheiden“, erklärte Ornella Valenti von der Abteilung für Kognitive Neurobiologie am Zentrum für Hirnforschung der MedUni Wien laut einer Aussendung der Universität am Dienstag. Je mehr das Gesehene früheren Erfahrungen, insbesondere in Bezug auf die Beobachtung von motorischen Aktivitäten, entspreche, desto stärker feuern die Spiegelneuronen. So sei es auch möglich, dass bei einem Fußballmatch die Fans der siegreichen Elf feiern, während die anderen gleichzeitig weinen. Die Menschen beobachten jeweils „ihre“ Mannschaft und kopieren deren Emotionen.

Spiegelneuronen helfen beim Erfassen fremder Absichten

Das Resonanzsystem der Spiegelneuronen ist auch noch für einen anderen Effekt zuständig: Fans, die selbst viel Fußball spielen oder gespielt haben, die wissen, wie das Spiel funktioniert, können ein Spiel besser ‚lesen‘. Valenti: „Studien haben gezeigt, dass diese Fußball-Experten während des Spiels die Aktionen besser vorhersagen können. Dabei feuern die Spiegelneuronen mehr als bei anderen, die weniger vom Fußball verstehen.“ Bei Kontrollgruppen, die noch nie oder selten ein Fußballmatch gesehen und selbst nicht gespielt hatten, feuerten die Spiegelneuronen nicht oder kaum. Valenti: „Spiegelneuronen befähigen uns offenbar dazu, die Absichten anderer intuitiv zu erfassen. Und umso mehr, je besser uns diese Absichten oder Handlungen aus eigener Erfahrung bekannt sind.“

Die wichtigsten Fußball-WM-Links für den vollen Überblick:

Damit man kein Fußballspiel versäumt: Das ist der FIFA-Spielplan nach Gruppen sportiert.

Für alle, die keines der wirklich wichtigen Spiele versäumen wollen: Die wichtigsten Spiele der WM 2014 im Überblick gibt´s hier (von Jan-Christoph Poppe)

Wer die Spiele nicht alleine vorm Fernseher erleben will: Hier die 11 besten Public Viewing Möglichkeiten in Wien

Und hier noch alle Kader aller Teams für die WM 2014

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