© Bild: BARBARA GINDL / APA / picturedesk.com
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Beckenbauer von allen Fußball-Aktivitäten ausgeschlossen

Franz Beckenbauer ist von der FIFA provisorisch für 90 Tage für jegliche Tätigkeit im Fußball gesperrt worden – auch Matches darf „der Kaiser“ keine besuchen

14.06.2014 APA

Österreich hat sich zum ersten Mal in der Geschichte aus eigener Kraft für die Endrunde einer Fußball Europameisterschaft (EM 2016) qualifiziert. Dabei gelang dem ÖFB-Team rund um Teamchef Marcel Koller das Kunststück kein Spiel in der Qualifikation zu verlieren, der Aufstieg gelang mit 8 Punkten Vorsprung, 9 Siegen, 1 Unentschieden und einem sensationellen Torverhältnis von 22 zu 5 Toren.

Alle Informationen, den Spielplan, wo ihr Tickets bekommt und an welchen Spielorten die EM 2016 in Frankreich gespielt wird findet ihr hier.

Franz Beckenbauer ist von der FIFA provisorisch für 90 Tage für jegliche Tätigkeit im Fußball gesperrt worden. Der Weltverband begründete dies am Freitag mit einem „mutmaßlichen Verstoß“ gegen das Ethikreglement. Beckenbauer habe in einer Untersuchung der Ethikkommission nicht kooperiert. Die Sperre wurde auf Antrag von FIFA-Chefermittler Michael Garcia ausgesprochen und gilt ab sofort.

Fehlende Kooperation

Die Sperre basiert auf Artikel 83 Absatz eins des FIFA-Ethikreglements. Es könne davon ausgegangen werden, dass es zu einem Vergehen gegen das Ethikreglement gekommen sei, erklärte der Weltverband. Die Entscheidung stehe im Zusammenhang „mit der fehlenden Kooperation von Franz Beckenbauer in einer Untersuchung der Ethikkommission, obwohl er wiederholt angefragt wurde“, erklärte die FIFA in Brasilia. Beckenbauer hingegen gab an, die Fragen nicht auf Deutsch erhalten zu haben und des Englischen nicht so mächtig zu sein. „Ich sollte ungefähr 130 Fragen beantworten. Ich habe das nicht alles verstanden und mitgeteilt, die wichtigsten Fragen, also auch die zur Korruption, auf Deutsch beantworten zu wollen. Das wurde nicht genehmigt“, erläuterte Beckenbauer. Er habe sich deshalb außerstande gesehen, der Forderung der Ethikkommission nachzukommen. Der Weltverband geht derzeit Vorwürfen nach, wonach bei den Vergaben der Weltmeisterschaften an Russland 2018 und Katar 2022 Korruption im Spiel war.

Beckenbauer cancelt Reise nach Brasilien

Die Sperre hat für den „Kaiser“ weitreichende Konsequenzen: „Beckenbauer kann an keiner Fußball-Aktivität teilnehmen. Das schließt andere Dinge ein, wie eine Einladung zum Besuch eines Fußballspiels oder den privaten Besuch einer jeglichen Partie“, sagte Alan Sullivan, stellvertretender Chef der FIFA-Ethikkommission. Der 68-Jährige darf also nicht nur für drei Monate kein Amt im Fußball ausüben, sondern ist auch bei keiner Veranstaltung erwünscht. Er hatte deshalb schon am Vortag nach Bekanntwerden der Sperre seine persönlichen Konsequenzen gezogen. Via „Bild“-Zeitung kündigte er an: „Die WM ist für mich gestrichen, auf die geplante Reise nach Brasilien werde ich verzichten. Ich gehe davon aus, dass ich bei der FIFA nicht mehr willkommen bin“, sagte Beckenbauer, der eigentlich zu Halbfinale und Finale nach Brasilien reisen wollte.

Beckenbauer sieht Untersuchungen gelassen entgegen

Beckenbauer, der als Exekutivmitglied der FIFA an umstrittenen Entscheidungen beteiligt war, hatte vor kurzem erklärt, er sehe möglichen Untersuchungen durch die FIFA-Ethikkommission auch zu seinem Wahlverhalten bei der brisanten WM-Doppelvergabe 2018 und 2022 an Russland und Katar gelassen entgegen. „Darüber kann ich mich nur wundern. Ich habe bei der FIFA nur noch einen Berater-Status, bin also kein Kommissionsmitglied mehr und somit nicht verpflichtet, mit Herrn Garcia zu reden“, sagte der 68-Jährige Deutsche, der 1974 als Spieler und 1990 als Trainer Weltmeister war, dazu der „Bild“-Zeitung (Mittwoch).

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