Wiener U-Bahnstation
Wiener sind zu 73 Prozent autofrei unterwegs.
 

Mehrheit der Wiener ist ohne Auto unterwegs

Die Menschen in der österreichischen Hauptstadt legen die Mehrheit ihrer täglichen Wege autofrei zurück.

11.04.2014 APA

Immer mehr Menschen benützen in Wien die öffentlichen Verkehrsmittel, fahren mit dem Rad oder sind zu Fuß unterwegs. Das geht aus einer aktuellen Studie des VCÖ hervor, demnach legen 73 Prozent ihre Wege autofrei zurück. Vor zehn Jahren waren es erst 64 Prozent. Im Österreichvergleich liegt Wien damit an erster Stelle, wie VCÖ-Experte Marcus Gansterer am Freitag bei einer Pressekonferenz erklärte.

Trend zur Multimobilität

„Derzeit gibt es einen europaweiten Trend zur Multimobilität“, berichtete Gansterer. Statt pauschal das Auto zu nutzen, werde für jeden Weg neu entschieden, auf welches Verkehrsmittel zurückgegriffen wird. Oft würden diese auch kombiniert: Etwa mit dem Fahrrad zur U-Bahn und dann zu Fuß in die Arbeit. Wien nehme mit einem Autoanteil an den Alltagswegen von 27 Prozent auch in Europa einen Spitzenplatz ein: „Da sind wir noch vor Amsterdam oder Zürich“, so Gansterer.

Kostenersparnis und Umweltfreundlich

Das liegt vielleicht auch an den kurzen Wegen der Wiener: Jeder Fünfte arbeitet im eigenen Wohnbezirk. Wer aus einem anderen Bezirk oder aus einem anderen Bundesland zur Arbeit fährt, hat im Schnitt einen Arbeitsweg von 17 Kilometern (Gesamtösterreich: 36 Kilometer). Das erspart den Wienern auch einiges an Kosten. Im Durchschnitt geben Haushalte in Wien 4.150 Euro jährlich für Mobilität aus. „Das sind rund 1.200 Euro weniger als in anderen Bundesländern“, meinte Gansterer. Wer nicht mit dem Auto fährt, erspare sich aber nicht nur Geld, sondern tue auch der Umwelt Gutes. Sieben Kilometer Arbeitsweg mit Öffis oder Rad zurückgelegt, sparen im Jahr 520 Kilogramm CO2.

Öffis als „Rückgrat des Verkehrs“

„Mobilität ist von ganz zentraler Bedeutung für die gesellschaftliche Teilhabe und auch eine soziale Frage“, betonte Vizebürgermeisterin und Öffi-Stadträtin Renate Brauner (SPÖ). Die intelligente Verknüpfung zwischen allen Verkehrsteilnehmern bewertete sie als „zentrale Herausforderung der Zukunft“. Vor allem die öffentlichen Verkehrsmittel seien „das Rückgrat des Verkehrs“ in der Großstadt – deshalb wolle sie den Anteil der Öffis im Modal Split noch weiter steigern.

Verbesserung notwendig

Allerdings gebe es auch in Wien noch Aufholbedarf, wie Gansterer meinte. Etwa beim Einkaufen mit dem Rad: Im Jahr 2010 erledigten gerade einmal 16 Prozent der Wiener ihre Einkäufe auf dem Sattel, in Vorarlberg waren es dagegen 44 Prozent. Um innovative Mobilitätsprojekte zu fördern, schreibt der VCÖ heuer bereits zum zehnten Mal seinen Mobilitätspreis aus. Bis zum 30. Juni können Projekte, die umweltfreundliche und sichere Mobilität fördern, eingereicht werden.

Mehr zum Thema
pixel